Fußball: Borussia Veen feiert die Aufstiege von drei Mannschaften

Fußball : Borussia ist schneller gereift als geplant

Drei Fußball-Teams der Veener konnten sich bereits vor Ablauf der Saison den Aufstieg sichern. Die erste Mannschaft startet damit bald in der Bezirksliga. Dabei wollte Trainer Christian Hauk erst einmal für Kontinuität sorgen.

Den Menschen im Krähendorf eilt der Ruf voraus, gerne und ausgelassen zu feiern. Das haben jetzt erst wieder die Fußballerinnen und Fußballer der Borussia bewiesen. Und Schluss ist noch lange nicht. Gleich drei Mannschaften sind aufgestiegen – die Frauen und „Erste“ in die Bezirksliga, Veen II kehrte in die Kreisliga B zurück.

Dass für die A-Liga-Mannschaft schon drei Spieltag vor Schluss nichts mehr anbrennen würde, hatte Pascal Rusch schon geahnt. Der Spieler der ersten Veener Vertretung hatte nicht nur die Aufstiegssause mit den drei Mannschaften vorbereitet, sondern zuvor auch dafür gesorgt, dass sich gleich zwei Busse zum entscheidenden Spiel nach Scherpenberg auf den Weg machten. Der eine, um den Spielern nach erfolgreicher Arbeit eine gleichermaßen laut wie ausgelassene und vor allem feucht-fröhliche Heimfahrt zu erlauben, der andere für die Fans, die die Borussia zahlreich unterstützt hatten und die stimmungsmäßig auch nicht nachstehen wollten. Gemeinsam zurück im Vereinsheim am Halfmannsweg wurde es für die Aufstiegsteams, je nach Kondition, ein langer Abend oder gar ein früher Morgen – im Clubhaus war zwar um 3 Uhr alles beendet, doch Mannschaftskapitän Dennis Tegeler lud anschließend noch zum „Captain‘s Dinner“ ein.

Der Trainer war da schon nicht mehr dabei. „Ich habe nur gehört, dass da noch einige Eier gebraten wurden“, verrät Christian Hauk, dessen Timing übrigens auch nicht korrekt war. Wenn auch im größeren Rahmen – denn als Hauk vor zwei Jahren aus Alpen kommend die Mannschaft übernahm, sah seine Planung noch gänzlich anders aus. Drin bleiben, besser werden, dann vielleicht aufsteigen, so der Dreijahresplan. Dass die Jungs im schwarz-gelben Vereinsdress so lange nicht warten mochten, hat für den Trainer einen Grund. „Die Mannschaft hat in der ersten Saison, als sie sogar noch in die Relegation um den Klassenerhalt musste, viele Erfahrungen gesammelt, die sie in die neue Spielzeit mitgenommen hat“, sagt Hauk. „Aber, ganz ehrlich, dass sie dann so durchstartet, hätte wohl keiner gedacht!“

Na ja, es gibt Schlimmeres. Denn die Perspektiven für die kommende Spielzeit in neuer Umgebung sehen so schlecht nicht aus. Hauk darf jedenfalls nahezu mit dem gesamten Kader der bald abgelaufenen Saison für die Bezirksliga planen. Allein Jos Hennemann, zweimal in diesem Spieljahr zwischen den Pfosten eingesetzt, hat sich entschieden, die Borussia zu verlassen und sich dem SSV Lüttingen anzuschließen. Hingegen sollten Daniel Müller und Severin Minten, die Routiniers in Reihen der Veener, jetzt, wo der Aufstieg unter Dach und Fach ist, ein starkes Argument zum Verbleib bei der Borussia gefunden haben. Frederik Brammen wird sich beruflich nach Bremen verabschieden, hat aber schon angekündigt, dem Team so oft wie möglich zur Verfügung zu stehen.

Hauk darf also weiterhin mit einem großen Kader planen – eine der Stärken der Borussia in der Aufstiegssaison. „Es waren nie weniger als 15 Spieler beim Training“, erzählt der Coach nicht ohne Stolz. „Da haben diejenigen, die sonntags hintenan gestanden haben, immer wieder Druck auf die Kollegen aus der vorderen Reihe gemacht. Das hat sich auf die Leistung aller Spieler ausgewirkt und uns letztlich auch zum Aufstieg verholfen.“ Ob er denn jetzt mehr Last auf seinen Schultern verspüre? „Nein“, beteuert er, „denn in Veen hat, auch als der Erfolg schon absehbar war, niemand Druck auf die Mannschaft oder den Trainerstab ausgeübt. Wir hatten das Vertrauen und durften in Ruhe arbeiten“, spricht Hauk gar von einem „familiären“ Verhältnis zwischen den Parteien des Vereins.

Aus Reihen der jetzigen A-Junioren der Borussia werden sechs Nachwuchskräfte zum Training der ersten Mannschaft eingeladen werden – Hauk sieht gute Möglichkeiten, sein Team zu verstärken. Da kann der Trainer verkraften, dass es bislang keine Neuverpflichtungen gegeben hat. „Wir führen noch Gespräche mit zwei Spielern, aber da werden wir abwarten müssen, ob das klappt“, spricht der 43-Jährige den aktuellen Stand an. Was natürlich nicht heißt, dass die Türen für frische Kräfte aus anderen Vereinen bereits geschlossen sind.

Derweil ist auch Heinz Bemong des Feierns noch nicht müde. Er bildet mit Lukas Keisers und Lars Schmitz das Trainer-Team, das Veen II nach drei Jahren zurück in die B-Liga geführt hat. Und das in souveräner Manier. Ohne Niederlage liegt die Mannschaft in der Hauptrunden-Tabelle auf Platz eins. Ein Spiel – am Sonntag daheim gegen den TuS Borth II – steht noch aus. Die gute Kameradschaft innerhalb des Kaders, aber auch die „gute Zusammenarbeit“ mit der A-Liga-Truppe seien ausschlaggebend für den vorzeitigen Aufstieg. Veen II hat damit das Saison-Ziel erreicht.

Bemong, Keisers und Schmitz würden in der nächsten Saison gerne ins zweite Glied zurücktreten und nur noch als Spieler auf dem Platz stehen. „Die B-Liga ist schon eine andere Nummer“, sagt Bemong, der Gespräche mit potenziellen neuen Trainern führt. Der Nachfolger sollte nicht nur fachlich kompetent, sondern auch ein geselliger Typ sein. Auf Geselligkeit legen sie bei der Borussia schließlich großen Wert.

Mehr von RP ONLINE