Fußball-B-Ligist Viktoria Birten will nicht klein beigeben

Fußball in der Kreisliga B : Viktoria Birten will nicht klein beigeben

Die Ärger über die Gruppen-Einteilung ist bei den B-Ligisten immer noch groß. Jetzt soll der FVN-Präsident helfen.

Die Neu-Einteilung der B-Liga-Gruppen im Fußball-Kreis Moers sorgt weiter für mächtig Diskussionsstoff. Kurz vor der Arbeitstagung am 29. Juli ist der Groll noch immer nicht verflogen. Viktoria Birten hat deshalb die Initiative ergriffen und einen weiteren Vorstoß in Richtung Kreis-Fußballausschuss (KFA) Moers gewagt.

Die Sachlage ist klar: Viele Derbys fallen weg und die Fahrtwege sind deutlich länger. Gerade bei den Nordvereinen stieß die Vermischung auf viel Kritik (wir berichteten). Großer Unmut herrscht nach wie vor auch in Birten. Der Vorstand will nicht klein beigeben. Nach Rücksprache mit Viktoria-Chef Frank Tekath ist allen voran Jürgen Terhorst aktiv geworden. Der 2. Vorsitzende schrieb eine E-Mail an die Nordvereine im Kreis Moers, gerichtet an den KFA.

Doch er war nicht der erste, dem diese Idee durch den Kopf schwirrte. Heinz Bemong, Fußball-Obmann von Borussia Veen, hatte sich schon vor den Birtenern schriftlich an den KFA gewandt. Beide fordern nun, dass alle Vertreter der B-Ligisten auf der Arbeitstagung zur umstrittenen Thematik befragt werden und im Anschluss eine demokratische Abstimmung durchgeführt wird.

„Wenn die Mehrheit dafür ist, dass die Gruppen gemischt werden, dann ist es so. Das müssen wir dann akzeptieren“, sagt Terhorst. Zur Resonanz seines Aufrufs gibt er bekannt: „Wir haben ein Feedback vieler Nordvereine bekommen, die uns in der Sache unterstützen.“ Eine Antwort von Seiten des KFA habe es bislang nicht gegeben. Dessen Vorsitzender Wolfgang Jades machte erst kürzlich im Gespräch mit dieser Redaktion deutlich, dass an der Entscheidung nicht mehr zu rütteln sei.

Eine Frage stellt sich in diesem Zusammenhang: Wie groß sind die Erfolgschancen der Birtener Initiative und kommt sie zu spät? „Wir wollen sachlich und konstruktiv diskutieren, um mit der Abstimmung möglicherweise auf einen Konsens zu kommen“, erklärt Terhorst. Allzu große Hoffnungen macht er sich aber nicht. Gleiches gilt für Thomas Loeffen. Der Trainer des SV Sonsbeck III ist als „alter Hase“ schon lange dabei, er kennt das Geschäft. „Da lässt sich nichts mehr ändern“, glaubt der 57-Jährige.

Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern hat er eine andere Vermutung, wie es zur neuen B-Liga-Einteilung kam. „Ich denke, dass nach den Vorfällen in Asterlagen die Lage deeskaliert werden soll und deshalb vor allem die Moerser Vereine auf beide Gruppen verteilt wurden.“

Auch Daniel Kühn sieht sich zwangsläufig mit der Thematik konfrontiert. Er sammelte im Frauenfußball seine ersten Erfahrungen als Trainer. Zur neuen Saison leitet er die Geschicke des A-Liga-Absteigers SV Budberg II. Auch die „Dritte“ des Clubs spielt in der Kreisliga B. Beide Teams starten wie erwartet in unterschiedlichen Gruppen. Der Vorteil: Anders als Birten oder Sonsbeck liegt Budberg im Fußball-Kreis relativ zentral. So hält sich die Fahrtzeit in Grenzen, egal ob man nun auf einen Nord- oder einen Südverein trifft. Kühn kann der neuen Gruppen-Einteilung sogar etwas Positives abgewinnen. „Eigentlich ist es eine Komfortsituation“, so Kühn. „Im Frauenfußball gibt es schon lange keinen eigenen Kreis mehr, da würde man über die Entfernungen eher lächeln. Das Ganze ist mir im Moment zu aufgeregt“, stellt der Coach klar.

Der 37-Jährige betont, dass es sich hierbei immer noch um Fahrten innerhalb eines Kreises handeln würde. „Ich finde es gut. So lernt man auch mal andere Mannschaften und Plätze kennen.“ Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, die Arbeitstagung am 29. Juli wird letztendlich Aufschluss über die heiß diskutierte Thematik geben.

Und vielleicht kommen die erhofften Derbys ja auch irgendwann zurück. Terhorst und die anderen Kritiker werden sicherlich alles Nötige dafür in die Wege leiten. Dabei helfen soll FVN-Präsident Peter Frymuth, der 2018 für eine Ehrung in Birten war. „Jetzt werde ich ihn um Hilfe bitten. Er gab an, dass wir uns bei Problemen gerne an ihn wenden können“, sagt ein selbstbewusster Jürgen Terhorst.

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