Leichtathletik: Für Sabrina läuft's wieder rund

Leichtathletik: Für Sabrina läuft's wieder rund

Sabrina Mulrain aus Borth gehörte vor zehn Jahren zu Europas besten Sprinterinnen. Doch eine schwere Verletzung stoppte die Karriere abrupt. Seit Beginn des Schuljahres ist sie Lehrerin am Konrad-Duden-Gymnasium.

Mit ein wenig Wehmut blickt Sabrina Mulrain schon auf ihre Leichtathletik-Laufbahn zurück. Die ehemalige deutsche Top-Sprinterin, die seit rund sechs Wochen am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel Sport und Erdkunde unterrichtet, hat mit diesem Kapitel ihres Lebens zwar weitestgehend abgeschlossen. Doch es ärgert die Bortherin schon ein wenig: Was hätte Mulrain erreichen können, wenn eine schwere Verletzung sie nicht jäh ausgebremst hätte.

Im Februar 2001 war es, als ihr am rechten Fuß die Achillessehne abriss. Für die damals 22-Jährige begann eine lange Leidenszeit mit zwei Operationen und langwierigen Reha-Maßnahmen. Zurück zu alter Stärke fand sie danach nicht mehr. Dabei gaben ihre damaligen Leistungen durchaus Anlass zu großen Hoffnungen.

Über ihre Paradedisziplin, die 200 Meter, hatte sie 1999 in Paris mit 22,73 Sekunden eine persönliche Bestzeit erzielt. Dass es bis heute nur zwei weiteren deutschen Läuferinnen, Andrea Philipp (22,25) und Gabi Rockmeier (22,68) gelungen ist, diese Zeit zu unterbieten, zeigt wohin der Weg von Sabrina Mulrain hätte gehen können.

Höhepunkt Olympia 2000

Philipp und Rockmeier waren auch dabei, als die aus Rheinberg stammende Mulrain, die zwischen 2000 und 2002 das Trikot des Teams Niederrhein trug, einen ihrer größten sportlichen Erfolge feierte.

Mit der deutschen 4 x 100 Meter-Staffel, der auch noch Marion Wagner angehörte, erreichte sie bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney den sechsten Platz. Beinahe ebenso hoch einzuschätzen sind die beiden Titel bei der Junioren-Europameisterschaft 1997, als sie sowohl über 200 Meter als auch mit der Sprint-Staffel die Nase vorn hatte. Weitere Medaillen folgten 24 Monate später bei der U 23-EM (Bronze über 200 Meter, Silber mit der Staffel).

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"Nach der Verletzung habe ich es immer wieder probiert. Aber es war schon sehr schwer, wieder nach oben zu kommen", erzählt die 31-jährige. 2005 reichte es bei der Deutschen Meisterschaft über die 200 Meter (23,57) noch einmal zu einem dritten Rang.

Ein Start im gleichen Jahr bei der WM in Helsinki blieb ihr jedoch verwehrt, weil sich Birgit Rockmeier verletzte und der DLV daher die Staffel aus seinem Aufgebot strich. Zwei Jahre darauf hängte Sabrina Mulrain die Spikes dann endgültig an den Nagel, auch um sich ganz auf ihr Examen konzentrieren zu können.

Mit Erfolg: ihre Referendariatszeit absolvierte Sabrina Mulrain in Baden-Württemberg (Filderstadt), wo sie seit 2002 lebte und trainierte. "Anschließend ging es dort jedoch nicht weiter. Und da ich sowieso irgendwann nach Nordrhein-Westfalen zurückkehren wollte, habe ich mich hier beworben und bin froh, dass es in Wesel geklappt hat", berichtet Sabrina Mulrain.

Zusammenarbeit mit WTV

Ihr bisheriger Eindruck vom KDG ist positiv. Erste Kontakte zum hiesigen Leichtathletik-Verein, dem Weseler TV, hat es auch schon gegeben. "Wenn ich mich erst einmal eingelebt habe, kann ich mir eine Zusammenarbeit durchaus vorstellen", sagt das ehemalige Sprint-Ass. Ein erster Schritt in diese Richtung ist bereits avisiert. In Kooperation mit dem WTV soll demnächst an dem Weseler Gymnasium eine Leichtathletik-AG für die Klassen fünf und sechs gegründet werden.

(RP)
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