Frauenfußball: SV Budberg spielt gegen den MSV Duisburg

SV Budberg erwartet den MSV Duisburg : Hiobsbotschaft vor Testspiel-Knaller

Frauenfußball: Am Sonntag trifft der SV Budberg auf den Bundesligisten MSV Duisburg. Claudia vom Eyser wird nicht nur diese Partie verpassen. Die Führungsspielerin hat sich in der vergangenen Woche das Kreuzband gerissen.

Jürgen Raab ist ein Mann der klaren Worte. Der Trainer der Fußballerinnen des SV Budberg arbeitet akribisch, um gesteckte Ziele zu erreichen und scheut dabei keine Kritik. Aktuell ist Raab allerdings sichtlich gelassen. Man merkt dem 53-Jährigen an, wie rund es beim Regionalliga-Aufsteiger läuft. Sowohl im zwischenmenschlichen Sinn, als auch auf dem Platz.

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut. Das spiegelt sich in den sportlichen Leistungen wider. Ein dritter Rang steht nach einer starken Hinrunde zu Buche. Nach vierwöchiger Ruhepause ist der SVB am 14. Januar ins Training eingestiegen. „Die Zeit haben alle gebraucht, um ihre Wehwehchen auszukurieren“, weiß Raab, dass eine harte erste Saison-Hälfte hinter den SVB-Fußballerinnen liegt. Zur Halbzeit der Wintervorbereitung fällt die Bilanz des Übungsleiters positiv aus. Die Budbergerinnen liegen nach intensiven Konditionseinheiten mit Co-Trainerin Nele Harting voll im Soll.

Am Sonntag steht schon der Höhepunkt auf Raabs Vorbereitungszettel. Der SVB empfängt um 15 Uhr die Bundesliga-Frauen des MSV Duisburg. „Das ist schon eine gewisse Auszeichnung für uns. Wenn Duisburg uns als völliges Opfer sehen würde, würden sie nicht bei uns testen“, sagt Raab. Von Nervosität war bei ihm und seiner Mannschaft in der Trainingswoche nichts zu spüren. Motivieren muss er seine Elf nicht extra. „Die Duisburgerinnen werden Gegenwehr erwarten – und die werden sie auch erhalten.“

Wunderdinge erwartet er gegen die zwei Klassen höher kickenden „Zebras“ nicht. „Es ist klar, dass wir läuferisch irgendwann einbrechen werden.“ Eine gute Lehrstunde könnte diese Partie im Hinblick auf das erste Meisterschaftsspiel am 24. Februar gegen den Regionalliga-Zweiten, Borussia Bocholt, werden. „Da werden wir sicherlich auch im Defensivbereich gefordert sein“, erinnert sich Jürgen Raab an die 2:4-Pleite aus der Hinserie.

Umso schwerer wiegt ein Ausfall, den der 20-köpfige-Kader schon vor dem Start zu verkraften hat. Claudia vom Eyser hat sich in der zweiten Trainingswoche das Knie verdreht. „Kreuzbandriss“ lautet die bittere Diagnose der 33-Jährigen Führungsspielerin, die bisher stets von schweren Verletzungen verschont geblieben war.

Für vom Eyser ist die Saison beendet. „Ihr Ausfall gleicht einer mittleren Katastrophe. Claudi hat mit ihrem Staubsaugerspiel der Abwehr viel Arbeit abgenommen“, sagt Raab zur Verletzung der Defensiv-Allrounderin, die sowohl zentral als auch über die Außenbahn variabel einsetzbar ist. Neuzugang Kira Schuster könnte eine Alternative für die verletzte Stammspielerin sein. Die 18-Jährige Krefelderin kam im Dezember vom Meisterschaftskonkurrenten 1. FC Köln II.

Sie soll vor allem in der Zentrale für Entlastung sorgen. Spielmacherin Scarlett Hellfeier bekam dort in der Hinserie kaum eine Verschnaufpause. Aktuell holt Schuster jedoch noch ihren Trainingsrückstand auf.

An das Tempo bei einem Regionalligisten muss sich auch die zweite Neuverpflichtung noch gewöhnen. Jennifer Schlittke kickte zuletzt beim Landesligisten VfL Repelen. „Sie muss Geduld haben,“ Der Coach kennt das Potenzial der beidfüßigen 23-jährigen Moerserin. „Sie bringt eine gute Schusstechnik und Zweikampfstärke mit.“

Am Sonntag gegen die Duisburgerinnen könnte es schon für einen ersten Einsatz reichen. Das Augenmerk wird dann auf der Defensivarbeit liegen. Die Stärke in der Rückwärtsbewegung und die robuste Spielweise des SVB hat schon einige Liga-Konkurrenten verzweifeln lassen. Den Budbergerinnen ist bewusst: Wenn sie auch gegen den MSV keinem Zweikampf aus dem Weg gehen, dürfte zumindest ihr Trainer seine Gelassenheit weiter behalten.

Info: Das Viertelfinale im Niederrhein-Pokal findet bereits am Mittwoch, 20. Februar, auf der Anlage des GSV Moers statt. Der Anpfiff ertönt um 19.30 Uhr.

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