Fußball : Traumstart für den SV Budberg

Frauen-Fußball: Der Aufsteiger schlug zum Saison-Auftakt die hochgelobten Gäste aus Berghofen mit 2:0.

Zwölf Teams der Regionalliga West werden sich am frühen Sonntagabend mächtig die Augen gerieben haben. Die aufgestiegenen Fußballerinnen des SV Budberg haben wohl die gesamte Konkurrenz, am meisten aber sich selbst überrascht. Völlig unerwartet schlug der Neuling am ersten Spieltag den Meisterschaftsfavoriten, die Spielvereinigung Berghofen. Jürgen Raab fiel die Spielanalyse nach dem denkwürdigen 2:0 (1:0)-Sieg schwer. „Wir haben uns in einen Rausch gekämpft. Das beschreibt wohl am besten, was hier heute passiert ist“, versuchte der Budberger Trainer eine Erklärung für die nicht eingeplanten drei Punkte zu finden.

Die Fußballerinnen aus Berghofen sahen nach Abpfiff ziemlich ratlos aus. Die Gäste waren als haushoher Favorit in die Partie gestartet. Beim SVB fehlte kurzfristig sogar noch Marie Blittersdorf (Blinddarmreizung). Der Druck auf die Budberger Viererkette mit Chantal Schmitz, Alice Hellfeier, Jessica Dannehl sowie Sarah Hake war in den Anfangsminuten groß. Das Quartett reagierte mit viel Leidenschaft und Kampfgeist. Zwei brenzlige Situationen rettete Kim Stawowy, die als Nummer Eins zwischen den Pfosten stand, im Eins-gegen-Eins.

Berghofen machte das Spiel, die Budbergerinnen lauerten auf Konter. Die erste Möglichkeit nutzte Scarlett Hellfeier. Einen Freistoß aus 18 Metern hämmerte die Spielmacherin in der 44. Minute mit ihrem starken rechten Fuß direkt ins Netz. „Unhaltbar“, kommentierte der jubelnde Raab, wohlwissend um den denkbar günstigen Zeitpunkt für eine Außenseiter-Führung. „In der Halbzeitpause haben wir die Mannschaft dann noch etwas defensiver eingestellt“, berichtete Raab von der Kabinen-Ansprache.

Die leicht veränderte Ausrichtung trug sogleich Früchte. Die Gäste verloren mit zunehmender Spielzeit ihre Linie. Immer wieder versuchte es Berghofen durch die Räume in der Zentrale, die die Budberger mit Melanie Kimpeler und Claudia vom Eyser auf der „Sechs“ eng gemacht hatten.

Auf der Gegenseite war Sina Zorychta hellwach. Der Neuzugang des SVB nutzte nach eigenem frühen Pressing einen Abwehrpatzer, spielte schnörkellos die gegnerische Torhüterin aus und schob zum 2:0 ein (70.). Danach ließ Alexa Steffans noch einmal aufhorchen. Sie setzte das Leder an die Latte. Stawowy entschärfte auf der anderen Seite bravourös. „Überragend, wie Kim diesem Ball gehalten hat. Das wäre sonst eine lange Nachspielzeit geworden“, beendete Raab sein Fazit, überglücklich, die ersten drei Regionalliga-Punkte eingesammelt zu haben.

Es spielten: Stawowy; A. Hellfeier, vom Eyser, Kimpeler, Schmitz, S. Hellfeier (90. Tinz), Steffans (84. Grimaldi), Hegmann, Dannehl, Zorychta (75. Faupel), Hake.

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