Frauenfußball: SV Budberg Kreispokal-Sieger in der Halle

Budbergerinnen ohne Niederlage Turniersieger : Michel-Tor entscheidet Kreispokal-Finale

Die Stürmerin des SV Budberg erzielte das 1:0 im Finale gegen den TV Asberg. Kritisiert wurden die Futsalregeln.

Zwei Minuten und 20 Sekunden standen noch auf der Anzeigetafel, als Annika Michel, Stürmerin des SV Budberg II, ein spannendes Finale des Frauen-Kreis-Hallenturniers entschied. Sie erzielte nach einer Vorlage von Lea Behrendt gegen den TV Asberg den 1:0-Siegtreffer, so dass der Landesligist am Ende den Pokal in die Höhe reckte. Zehn Mannschaften fanden sich zur 36. Auflage der Titelkämpfe, die nach den Futsal-Regeln ausgetragen wurden, in der Halle am Julius-Stursberg-Gymnasium ein. Ausrichter war der FC Neukirchen-Vluyn.

Wider Erwarten traf das Budberger Team nach einer souveränen Vorstellung in der Gruppe A im Finale nicht etwa auf die Meisterschafts-Konkurrenz des GSV Moers. Denn in der Gruppe B gab es weitaus mehr Spannung. Dieter Blomm, Trainer des GSV, war ebenfalls mit seiner Zweitvertretung angereist. Seine besten Landesliga-Spielerinnen hatte er allerdings zu Hause gelassen.

„Das Verletzungsrisiko ist mir in der Halle einfach zu groß“, erklärte der Übungsleiter. Bereits im ersten Gruppenspiel hatte der hochgehandelte Titelaspiranten sich jedoch schon fast ins Aus katapultiert. Mit 0:1 unterlagen die Moersinnen dem TV Asberg. „Wir haben sicherlich nicht mit einem Sieg gegen den GSV gerechnet“, zeigte sich Werner Weggen, Trainer der Bezirksliga-Truppe, erstaunt.

Asberg anvancierte zur Überraschungs-Mannschaft des Turniers. Das Team bezwang in der Folge den OSC Rheinhausen und TV Kapellen souverän. Im letzten Gruppen-Spiel wurde es eng. Weggens Team lag schon 2:0 vorne, als der TuS Borth unter Anfeuerung der Moerser Fußballerinnen, die bei einer Asberger Niederlage Gruppensieger geworden wären, mit einem Doppelpack ausglich. Der TVA rettete das Remis jedoch über die Zeit und zog leistungsgerecht ohne Niederlage ins Endspiel ein.

„Spielerisch war Budberg schon stärker“, zeigte sich Weggens Trainer-Kollege Werner Dlugokinski nach der Final-Pleite als fairer Verlierer. Seine Mannschaft hatte 30 Sekunden vor Schluss die beste Chance. Der Ball rollte jedoch knapp am Pfosten von SVB-Regionalliga-Keeperin Kim Stawowy vorbei. Defensiv stand der SVB im Turnierverlauf stabil, kassierte nur einen Gegentreffer und zeigte auch vorm Tor seine Qualitäten. Insgesamt erzielten die Budbergerinnen 16 Treffer und nahmen dafür den Offensiv-Pokal entgegen. Michel wurde mit sechs Treffern die Torjäger-Trophäe überreicht. Den Fair-Play-Pokal erhielt der SSV Lüttingen, der als Gruppenletzter nur einmal Foul spielte.

Kritik gab’s an der Austragungsform mit Futsal-Regeln. „Futsal sollen die Spieler in den Futsal-Ligen spielen“, wünschte sich der Moerser Coach Blomm den Hallen-Fußball zurück. Dieser Meinung war auch Holger Mertens, Übungsleiter des OSC Rheinhausen: „Die sollen die Mädels den normalen Fußball spielen lassen, den sie auch draußen spielen. Die Mädels müssen hier jedes Mal wieder überlegen, was sie machen dürfen und was nicht.“ Zuschauer Ralf Röös, der die Titelkämpfe verfolgte, ärgerte sich über den gewählten Spielmodus. Nach der Vorrunde wurde unmittelbar das Endspiel zwischen den Gruppenersten ausgetragen. „Bei zehn Mannschaften gehört ein Halbfinale für mich einfach dazu“, bemängelte Röös.

Im Gegensatz zu übrigen Turnier-Teilnehmern wird der SV Budberg demnächst wieder mit Futsal in Berührung kommen. Die Kickerinnen haben sich durch den ersten Platz in Neukirchen-Vluyn für das Niederrheinpokal-Hallenturnier, das am 27. Januar in Remscheid stattfindet, qualifiziert.

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