Frauenfußball : Eine Montenbruck wechselt nie allein

Frauenfußball: Dem neuen Kader des Regionalliga-Aufsteigers SV Budberg gehören zwei Schwestern an. Sie kamen vom GSV Moers.

Die Montenbruck-Schwestern gibt es nur im Doppelpack. Das hat auch der SV Budberg mitbekommen und zugeschlagen. Nach dem Aufstieg im Juni verpflichtete der Neu-Regionalligist Lisa und Laura Montenbruck vom GSV Moers. Lisa (25) bildet mit Anna Deinert und Kim Stawowy ein Torhüterinnen-Trio. Die drei Jahre jüngere Laura fühlt sich in der Offensive am Wohlsten. Die gelernte Stürmerin soll die Lücke schließen, die durch den Abgang von Yvonne Wirtz im Angriff entstanden war.

Schon während ihrer Kindheit haben die gebürtigen Duisburgerinnen den Fußball zusammen über den Bolzplatz geschossen. Im Zusammenspiel mit gleichaltrigen Mädchen bei ihrem Heimatverein in Wanheimerort waren die Montenbrucks oft unterfordert. „Wir haben dann viel mit Jungs gespielt“, sagtLisa. So lernten die beiden schon früh, sich gegen stärkere Gegner durchzusetzen und robust auf dem Platz aufzutreten. Ihr Potenzial wurde schnell erkannt. Es folgten Stationen in der Jugend und im Seniorenbereich des FCR Duisburg (heute MSV Duisburg). Nach einem kurzen Ausflug in die Bezirksliga zur DJK/TuS St. Hubert entwickelten sich beide beim GSV Moers weiter.

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Bereits vor einem halben Jahr hatte Jürgen Raab, der Trainer des SV Budberg, zur Winterpause bei Torjägerin Laura angefragt, jedoch eine Absage erhalten. Nun tragen die Schwestern doch das Trikot des Regionalligisten. Laura hat in dieser Spielklasse bereits Erfahrungen beim GSV gesammelt.

In der Saison 2016/17 gingen 23 Tore auf ihr Konto. Vorerst kann der SVB jedoch nicht auf die neue Offensivkraft bauen. Laura laboriert an einer Gelenkverletzung im Knöchel und muss noch mindestens einen Monat pausieren. Für die Stürmerin, die seit ihrem sechsten Lebensjahr Fußball spielt, ist das nicht leicht.

Sie verpasst die komplette Vorbereitung und wird sich zunächst hinten anstellen müssen. Die 22-Jährige, die in der Gastronomie arbeitet, weiß aber, was sie kann, wenn sie wieder fit ist. „Meine Stärken sind meine Schnelligkeit und mein Durchsetzungsvermögen. Ich hatte in der Jugend eine gute Ausbildung und habe überall etwas mitgenommen.“ Das Kopfballspiel gehört trotz einer Körpergröße von 1,73 Metern allerdings nicht zu ihren Stärken. Dafür ist die Stürmerin nicht nur in der Spitze, sondern auch auf den Außenpositionen einsetzbar.

Während Laura also auf Torejagd geht, weiß ihre Schwester Lisa Treffer zu verhindern. Die Wirtschafts- und Kultur-Studentin hat beim SVB große Konkurrenz. Ob es für die Nummer Eins reicht, ist fraglich. Die Torhüterin ist diesbezüglich realistisch und bereut ihren Wechsel nicht. „Ich fühle mich in Budberg schon genauso wohl. Konkurrenzkampf ist immer gut.

Dann wird man gezwungen, mehr zu machen. Ich denke, wir werden alle unsere Chancen haben“, sagt die 1,67 Meter kleine Tor-Frau, die mit großer Sprungkraft ausgestattet ist. Mit 25 Jahren sucht Lisa beim SV Budberg auch eine neue Herausforderung. Trotz leichter Nervosität hat sie in ihren ersten Testspiel-Einsätzen einen bleibdenden Eindruck hinterlassen und ihre Stärke auf der Linie gezeigt. „Ich muss aber noch an meinem Timing bei Flanken und Ecken arbeiten“, übt die Keeperin Selbstkritik.

Wie sich die Geschwister beim Regionaliga-Aufsteiger entwickeln, wird sich zeigen. In der anstehenden Spielzeit werden Lisa und Laura Montenbruck jedenfalls gemeinsam die Mission „Klassenerhalt“ angehen. Los geht’s für die Raab-Elf am 28. August um 13 Uhr mit der Heimpartie gegen die SpVg Berghofen.