Frauen-WM: "Urlaub im Revier"

Für die beiden Volunteers Mandy Träger und Marcel Filz ist die Arbeit bei dieser Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft zunächst beendet.

Bei ihrem letzten Einsatz, dem Duell zwischen Nordkorea und Kolumbien, enttäuschte das Fußballspiel. Dafür gab es aber viel Unruhe neben dem Feld. "Schon vor dem Spiel gingen Gerüchte rum, dass einige Spielerinnen von Nordkorea gedopt sind", sagte der Orsoyer Macel Filz. Kurz vorm Abpfiff wurde es dann hektisch.

19 weibliche Volunteers wurden gesucht, die beim Abnehmen der Proben helfen sollten. Das Spiel hatte sich Filz, der an diesem Tag die Ehrengäste zu ihrem Platz geführt hatte, noch nicht mal bis zum Schlusspfiff an. Später im Volunteers-Center traf er dann Steffi Jones, Präsidentin des WM-Organisationskomitees: "Sie sprach sogar von einem Grottenkick, da musste ich ihr zustimmen". Bessere Stimmung herrschte da schon beim vorigen Einsatz: Australien gegen Äquatorial-Guinea. Das mysteriöse Handspiel hatten er und Träger allerdings im Stadion gar nicht gesehen. Erst als die beiden Volunteers sich die Szene im Fernsehen ansahen, bemerkten sie den unglaublichen Fehler.

Als sportlichen Höhepunkt erinnert sich Filz gerne an die Partie zwischen Kanada und Frankreich zurück: "Das war riesig. Männer-WM-tauglich." Die Erfahrungen, die der 32-Jährige während seinen Einsätzen bei der WM gesammelt hat, will er nicht missen. "Das war wie eine Reise. Urlaub im Revier", sagte Filz, der sich vom WM-Fieber anstecken lassen hat.

Auch Mandy Träger ist traurig, dass ihre Volunteer-Zeit schon zu Ende ist. Beim letzten Spiel musste die 21-Jährige sogar noch selber auf den Platz. Die Fußballerin des SSV Lüttingen war eigentlich nur dafür zuständig, das Programm mit den Fahnenkindern einzustudieren und sie während ihrem Aufenthalt im Stadion zu betreuen.

Aufgrund einer kurzfristigen Absage sprang Träger ein und lief dann mit auf den grünen Rasen. "Es ist schade, dass es schon vorbei ist. Die Atmosphäre war einfach toll, egal wie ein Spiel ausging.

Alle waren freiwillig da und das hat man gemerkt", lobte Träger die Stimmung unter den Volunteers, Betreuern und Offiziellen. Freitag Abend fuhren Filz und Träger zur großen Abschiedsfeier im Volunteers-Center. Live-Band und Ehrengast waren noch geheim.

(RP)