Franziska Schuster aus Xanten startet bei der Jugend-Olympiade

Über zwei Sprintstrecken für Baku qualifiziert : „Franzi“ fliegt mit zur Jugend-Olympiade

Die Sprinterin aus Xanten hat das Ticket für Baku gelöst. Sie muss für das Rennen aber auf die DM verzichten.

Rund 4000 Nachwuchssportler zwischen 14 und 18 Jahren aus 50 europäischen Ländern werden sich beim Olympischen Jugendfestival in Baku in verschiedenen Disziplinen messen. Nach Läuferin Rahel Brömmel vom SV Sonsbeck hat nun auch Mehrkämpferin Franziska Schuster vom TuS Xanten das Ticket für die Großveranstaltung in der Hauptstadt Aserbaidschans gelöst. Doch die Freude ist nicht ungetrübt. Die zwei Leichtathletinnen können wegen der Baku-Reise nicht an der Deutschen Meisterschaft in Ulm teilnehmen. Dorthin wären beide mit Titelchancen gefahren.

Brömmel und Schuster zeigten jetzt nochmals ihr außergewöhnliches Talent bei der hochklassig besetzten Junioren-Gala in Mannheim. Und TuS-Trainer Werner Speckert war abermals verblüfft ob der Schnelligkeit der U18-Sprinterin aus Xanten: „Man kann den Eindruck bekommen, dass das alles an Hexerei grenzt. Franzi hat erneut die Fachwelt verblüfft.“

Schuster trat in zwei Disziplinen mit dem Ziel an, sich für Baku zu qualifizieren. Und das klappte auch. Über die 100m-Hürden war sie von der Konkurrenz nicht aufzuhalten. Die TuS-Sportlerin gewann in neuer Bestzeit von 13,52 Sekunden und hängte die Rivalinnen um vier Zehntel ab. Damit schob sich die Xantnerin in der europäischen Bestenliste der weiblichen U18-Jugend auf Platz drei vor. „Weltweit liegt Franzi auf dieser Distanz auf Rang zehn“, weiß Speckert.

Über 200 Meter lieferte Schuster ebenfalls einen ganz starken Lauf ab, indem sie sich um eine halbe Sekunde steigerte (23,58). In dem Rennen stellte die Britin Amy Hunt eine U18-Weltbestleistung auf (22,42).

Mit ihrer Bestzeit, mit der Schuster in Mannheim im U20-Lauf Vierte wurde und schnellste deutsche Teilnehmerin war, wird sie in der europäischen U18-Bestenliste auf Rang zwei geführt. Über 100 sowie 200 Meter und der Hürden-Distanz ist die Xantenerin national das Maß aller Dinge.

Ob sie im Hürdensprint oder über die 200 Meter beim Olympischen Jugendfestival (20. bis 28. Juli) im Deutschland-Trikot zu sehen sein wird, ich noch offen. Usus ist, dass die Nachwuchssportler nur jeweils einen Wettkampf absolvieren. Speckert möchte mit den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen und nachfragen, ob Schuster nicht doch zweimal starten kann.

In Ulm bei der DM (26. bis 28. Juli) wäre die Mehrkämpferin in drei Sprintdisziplinen angetreten. Speckert kann die Terminkollision nicht nachvollziehen: „Franzi wird um drei Titel betrogen. Die Nominierung für Baku hat daher einen bitteren Beigeschmack.“

Auch René Niersmann, Trainer beim SV Sonsbeck, findet die Terminvergabe unglücklich. Brömmel wird in Baku am 22. Juli abends über 3000 Meter laufen. In Mannheim war sie über 1500 Meter am Start. Sie ging das Rennen mutig an, brach dann aber kurz vor dem Ziel ein. Dennoch durfte sich die Sonsbeckerin über die neue persönliche Bestzeit von 4:27,68 Minuten freuen. Sie verpasste nur hauchdünn den Vereinsrekord von Elisabeth Franzis aus dem Jahr 1979.