Fußball : Forssell – Profi zum Anfassen

Der Fußball-Profi des Bundesligisten Hannover 96 weilte nach langer Verletzungspause gestern wegen eines Leistungstests in Xanten. Der finnische Nationalstürmer schaute danach in der Viktor-Grundschule vorbei.

In Xanten gibt's seit gestern Nachmittag garantiert einige Kinder mehr, die am kommenden Samstag dem Fußball-Bundesligisten Hannover 96 im entscheidenden Abstiegsduell gegen den VfL Bochum die Daumen drücken. Dafür hat Mikael Forssell gesorgt, der in der Viktor-Grundschule vor rund 100 Mädchen und Jungen geduldig Fragen beantwortete und fleißig Autogramme schrieb. Der finnische Nationalstürmer im Diensten der Niedersachsen sammelte mit seinem Auftritt viele Sympathiepunkte. Ingo Geisler, Athletiktrainer bei Hannover 96, hatte den Stürmer in die Domstadt gelotst. Forssell, der wegen eines Mittelfußbruches in der laufenden Saison nur zu zwei Kurzeinsätzen kam, absolvierte in Geislers Firma SportdiagnostiX in Xanten nach siebenmonatigem Aufbauprogramm einen abschließenden leistungsdiagnostischen Check. "Ich habe mir gedacht, dass sich die Kinder in meiner Heimatstadt bestimmt freuen würden, einen Fußball-Profi näher kennenzulernen. Und da wir den Test nicht unbedingt in Hannover machen mussten, habe ich die alten Kontakte genutzt", erläuterte Geisler. Die Grundschüler waren begeistert und hatten sich viele Fragen überlegt. Der 29-jährige Stürmer, der in Deutschland geboren wurde, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen – wie so oft in seiner mittlerweile zwölfjährigen Profi-Karriere vor dem gegnerischen Gehäuse. Er gab bereitwillig Auskunft über das Leben eines Fußballers im Rampenlicht ("Wir sind wie Rockstars"), den Verdienst oder die derzeitig schwierige sportliche Situation seines Arbeitgebers.

Auch als der Freitod von Robert Enke zur Sprache kam, war Forssell bemüht, den Kindern sachlich zu antworten. Die Grundschüler erfuhren überdies, dass der Stürmer lieber für den FC Barcelona als den FC Liverpool spielen würde – und "natürlich Deutschland" im Juli in Südafrika Fußball-Weltmeister werde. So gönnten ihm am Ende alle eine Karriere ohne eine weitere schlimme Verletzung.

(RP)