2:1-Erfolg über den GSV Moers : Fichte Lintfort rettet sich durch Derbyerfolg

Stefan Kapuscinski ging beim 2:1-Sieg in der Fußball-Landesliga mit einem Treffer und einer Torvorlage voran. Der GSV enttäuschte.

Vor der Lintforter Umkleide sprangen die Landesliga-Fußballer im roten Dress fröhlich auf und ab. Die Bierflaschen waren geöffnet, die Fäuste gingen immer wieder jubilierend in die Höhe. Kapitän Leslie Rume, der zu Oberligist 1. FC Kleve wechselt, führte auch nach seinem letzten Heimspiel unüberhörbar das Wort. „Für Fichte!“, der Schlachtruf der Mannschaft, war am vorletzten Spieltag so laut wie nie in dieser schwierigen, aber letztlich positiven Saison zu hören. Mit dem 2:1 (1:0)-Heimsieg im Derby gegen den GSV Moers hatte der Aufsteiger die Eintrittskarte für eine weitere Landesliga-Saison gelöst.

„Es war eine Menge Anspannung da, auch bei mir. Aber wir waren cool und haben im alles entscheidenden Derby einen großen Teamgeist bewiesen. Ich hatte nie das Gefühl, hier geht für uns etwas schief“, erklärte Cheftrainer Sven Schützek. Ziemlich trübe gestaltete sich die Gefühlslage auf der anderen Seite des Kabinentraktes. Da standen die Gästekicker im strahlenden Gelb. Aber mit dunklen Mienen und arg gesenkten Köpfen. Für Grafschafter gab es nur eine günstige Kunde: Das späte 3:3 von Arminia Klosterhardt gegen die SV Hö./Nie. im parallelen zweiten Abstiegsduell belässt dem Team von Trainer Thorsten Schikofsky im finalen Saison-Match die eigene Rettungschance.

Das wusste Schikofsky kurz nach dem Schlusspfiff kaum zu trösten. Der schätzte die über weite Strecken enttäuschende Leistung seiner Truppe treffend ein: „Das war gerade in der ersten Halbzeit Angsthasenfußball. So werden wir nächsten Sonntag auch gegen Duisburg 1900 nicht gewinnen können.“

Drei Personaländerungen in der Startelf im Vergleich zum 1:3 gegen Rhede zuletzt brachten beim GSV nicht die erhoffte Wende. Fichte wirkte von Beginn an griffiger, hungriger, übernahm die Spielkontrolle und ließ vor der Pause nur eine Moerser Chance von Erol zu. Mit dem Lintforter Führungstreffer bekamen die 400 Zuschauer an der Franzstraße nach viel Kampf auch noch ein spannendes Fußballspiel zu sehen. Florian Witte netzte eine schöne Kombination über die linke Angriffsseite ein. Udo da Silva Grasbeunder und final Außenverteidiger Stefan Kapuscinski hatten den Ball mustergültig serviert.

Während sich hier GSV-Abwehrrecke Tobias Kästner überrumpeln ließ, hatte beim 0:2 sein Torhüter Luca Di Giovanni mit einem Stellungsfehler seine Aktien im Spiel. Nutznießer war diesmal Kapucsinski mit einem beherzten Flachschuss aus spitzem rechtem Torwinkel. Der 26-jährige Duisburger hatte kurz zuvor auch noch einen Dropkick an den linken Moerser Torpfosten geknallt. Mit einem GSV-Comeback hatte da niemand mehr gerechnet, zu dominant Fichte den Weg zum Klassenerhalt forciert. Und dennoch: Flanke André Hecker, Kopfball Samet Altun – nur noch 1:2, und noch 22 Minuten auf der Uhr.

Doch das vermeintliche Drama hielt sich in engen Grenzen. Die eingewechselten Jungspunde Luis Gazinski im Mittelfeld und Lukas Koch auf der linken Außenposition versuchten es mit Offensivdruck. Doch Fichtes Abwehrbollwerk konnte die mit wenig Selbstvertrauen vorgetragenen Verzweiflungsaktionen locker aushalten. „In der zweiten Halbzeit haben wir wenigstens gekämpft. Aber insgesamt war es doch viel zu wenig von uns“, gab Schikofsky zu. Immerhin bietet sich nun am Sonntag die finale Chance, sich mit einem Heimsieg über Duisburg 1900 aus eigener Kraft zu retten.

Fichte: Gbur; Kapuscinski, Friede, L. Rume, Özcelik, da Silva Grasbeunder (70. Muharemi), Brajic, Schmitz, S. Rume (88. Celik), Witte, Konrad.

GSV: Di Giovanni; Jellessen, Reiser, Isailovic, Kästner, Sikorska (58. Koch), Erol (82. Schön), Acar (46. Gizinski), Hecker, Altun, Üzüm.

(mryb)
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