Lokalsport: Fassungslosigkeit beim SV Neukirchen

Lokalsport : Fassungslosigkeit beim SV Neukirchen

Handball-Oberliga: Das Kellerduell gegen den TuS Lintorf ging mit 22:24 verloren. Philipp Peich sah unberechtigt Rot.

Enttäuschte Gesichter, hängende Schultern, Fassungslosigkeit. Die Spieler des Handball-Oberligisten SV Neukirchen schlichen wortlos und völlig konstaniert nach Spielschluss vom Parkett. Die zuvor erbrachte Leistung im Kellerduell gegen Schlusslicht TuS Lintorf war schwach. Daher geht die 22:24 (11:10)-Heimpleite auch in Ordnung. Und Lintorf hat damit die Rote Laterne an Wesel abgegeben.

Der SV Neukirchen hingegen wird aber wohl trotz des schwachen Auftritts mit einem "blauen Auge" davonkommen, kann nicht mehr auf einen der beiden Abstiegsplatz abrutschen. Mit zwei Einschränkungen: Es ist möglich, dass die Partie Lintorf gegen TSV Aufderhöhe bereits zum zweiten Mal wiederholt werden muss. Auskünfte konnte Michael Girbes, Vorsitzender der Technischen Kommission beim Handball-Verband-Niederrhein (HVN) dazu aber noch nicht geben, "weil es ein schwebendes Verfahren ist. Eine Entscheidung fällt in Kürze". Die zweite Einschränkung ist der vermehrte Abstieg mit drei möglichen Absteigern aus der Oberliga. Die Entscheidung fällt aber erst am kommenden Wochenende in der Regionalliga.

Bei allen Rechenspielchen konnte der SV Neukirchen gegen Lintorf aber den deutlich erhöhten Druck nicht schultern, bot eine insgesamt enttäuschende und völlig nervöse Vorstellung. Dabei kam es bereits in der vierten Minute zu einer katastrophalen Fehlentscheidung: Das Schiedsrichtergespann Cefdet Kamper/Kenan Kamper schickte nach einem Foulspiel von Linksaußen Andre Behmer an Tim Bauerfeld fälschlicherweise den völlig unbeteiligten und erstaunten Philipp Peich mit Roter Karte auf die Tribüne. Peich ist die SVN-Tormaschine, momentan viertbester Schütze der Liga.

Neukirchen zeigte dennoch eine Trotzreaktion. Insbesondere die Defensive "arbeitete" vorbildlich, mit einem guten Michael Biskup im Tor. Das Team kaschiert somit offensichtliche Defizite im Angriff. Einzige Ausnahme: der nimmermüde Thomas Pannen, Kämpfer und Torschütze. Neukirchen (10:6/25). verschenkte aber in den letzten Minuten des ersten Durchgangs durch Konzentrationsschwächen ein besseres Resultat.

Die zweiten 30 Minuten waren nicht schön anzuschauen. In dem Duell der beiden Abstiegskandidaten herrschte überwiegend Kampf und Krampf. Tore fielen überwiegend nach Einzelaktionen. Die Gastgeber blieben vor allem in der Offensive so gut wie alles schuldig. Thomas Pannen mühte sich weiter als Antreiber - die restliche Mannschaft bekam keine Konstanz in die Leistung, agierte weit unter Schnitt. Wie schlimm es um den SVN wirklich bestellt war, zeigt zudem die grottenschlechte Ausbeute vom Siebenmeter-Punkt. Es gab unglaubliche fünf Fahrkarten von neun Siebenmetern.

"Ich bin über die Einstellung und den Auftritt meiner Mannschaft richtig enttäuscht", sagte Trainer Torsten Klottig. "Wir waren in den letzten Wochen auf einem guten Weg. Gegen Lintorf fehlte es an allen Ecken an Leidenschaft und Biss."

Tore: Pannen (9/2), Beutelt (3), Kaplanek, Bartnik, Fietze (je 2), Behmer (2/2), Kühn, Krölls.

(RP)
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