Boxen : Facettenreiches Boxen

Die Gründe, samstags beim offenen Angebot des TuS Xanten vorbeizuschauen, sind vielfältig. Nicht jeder Aktive will im Ring um Titel kämpfen. Friedhelm Forth ist seit 16 Jahren als Übungsleiter dabei.

"Cross, Gerade! Cross, Gerade!" Mit konkreten Appellen fordert Friedhelm Forth die Veenerin Katrin Fürtjes zu gezielten Schlägen mit ihren Handschuhen auf die Pratzen (Polster zu Trainingszwecken) auf. Der 70-jährige Übungsleiter gehörte einst zu den größten Talenten Deutschlands im Ring und leitet seit nunmehr 16 Jahren beim TuS Xanten das offene Angebot "Boxen".

Zu dieser motivierten Riege zählt auch Fürtjes. Sie leistete bei der letzten Einheit gute Beinarbeit, tänzelte behände von einem Fuß auf den anderen, konzentrierte sich auf die veränderte Handführung ihres Trainers, welche permanent zwischen Angriffs- und Gegenhaltung wechselte, bevor sie kraftvoll mit einer Drehung aus der Hüfte zum gezielten Schlag ausholte. Trotz hoher Anforderungen eignet sich laut Forth die Arbeit mit dem Polster hervorragend dazu, um mit individuellen Übungen Wettkampf nahe Situationen nachzuempfinden.

Doch ein Kampf im Ring ist für Fürtjes nicht der Ansporn gewesen, sich mit diesem Sport fit zu halten. "Angeworben wurde ich durch Co-Trainer Hans-Jürgen Schrans. Doch ich habe schnell selbst erkannt, dass man durch das Training an Kondition, Konzentration, Kraft und Schnelligkeit gewinnt. Das sind alles Komponenten, die auch beim Triathlon von Vorteil sind", sagte sie. "Im Hinterkopf war da auch immer der Gedanke der Selbstverteidigung, um sich in Notsituationen selber wehren zu können", ergänzte Fürtjes.

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22 Aktive — darunter fünf weibliche Mitglieder — nutzen aktuell das offene Angebot des TuS, der in enger Zusammenarbeit mit dem Weseler BC agiert. Jeden Samstag besteht die Möglichkeit, in der Turnhalle des Xantener Stiftsgymnasiums von 12 bis 13.30 Uhr zu trainieren. Am Sonntagmorgen können die Teilnehmer zudem ein Lauftraining absolvieren (11 Uhr Treffpunkt an der ehemaligen Gaststätte Schrammshof). "Seilspringen fördert die Ausdauer und unterstützt die Entwicklung der Beinarbeit", erläutern die zwei Übungsleiter die "Hausaufgabe", die jeder eigenständig durchführen kann.

Bis an die Leistungsgrenze

Doch wo liegt eigentlich die Faszination des Boxsports? "Es ist schon eine Art an Selbstbestätigung, wenn man in einem fairen Wettstreit einen Gegner besiegt", erläuterte Forth. Co-Trainer Schrans sprach von der Herausforderung, bei der "man sich bis zur Leistungsgrenze auspowern kann". Beide engagieren sich heute intensiv, um ihr Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben. So wie an Marvin Schrans (19), der von seinem Vater die grundlegenden Dinge lernte.

Schrans bestritt als Zehnjähriger seinen ersten Kampf, holte 2003 den Bezirkstitel und wurde wenig später sogar Niederrheinmeister. "Ich habe durch das Boxen eine gute Portion an Selbstbewusstsein gewonnen", meinte der Abiturient. Stolz ist Friedhelm Forth auch auf einen anderen Zögling. Viktor Ramich sicherte sich vor gut einem Jahrzehnt die Westdeutsche Meisterschaft und schloss sich anschließend dem Trainerteam an.

(wawi)