Fussball: Erstes Spiel mit „Alltags-Charakter“ beim VfB Frohnhausen

Fussball : Erstes Spiel mit „Alltags-Charakter“ beim VfB Frohnhausen

Fußball-Landesliga: Nach 3010 Tagen durfte der SV Sonsbeck am Sonntag erstmals wieder das Spitzenreiter-Gefühl genießen. Das soll auch so bleiben.

Als die Mannschaft des SV Sonsbeck am vergangenen Sonntag nach dem 1:0-Sieg über den FC Kray erstmals in dieser Saison den Platz an der Tabellenspitze erklommen hatte, war das für die Spieler des aktuellen Kaders ein vollkommen neues „Spitzenreiter-Gefühl“ im Dress des SVS. Blickt man in die Historie, so findet man den 30. Mai 2010 als den Tag, an dem Sonsbeck letztmalig das Tableau der Landesliga angeführt hat. Es war damals zugleich der Aufstiegstag in die mittlerweile nicht mehr existente Niederrheinliga - 3010 Tage liegt das zurück. „Klar, das ist ein schönes Gefühl, Tabellenführer zu sein“, sagt SVS-Trainer Thomas von Kuczkowski. „Aber erst, wenn wir auch nach unserem Spiel in Frohnhausen noch ganz oben stehen, ist es für mich ein gelungener Start in die Saison“, fügt der Coach hinzu.

Souverän mit einem Vorsprung von neun Punkten vor dem FC Bocholt stieg 2010 die von Horst Riege (zweite Saisonhälfte) und Thomas Geist (erste Saisonhälfte) geführte Mannschaft in die Niederrheinliga auf. Souverän stellt sich aktuell auch die Truppe aus Sonsbeck speziell mit Blick auf die defensive Stabilität dar. Null Gegentore nach vier Partien gegen Mannschaften, die nicht als „Laufkundschaft“ zu betiteln sind, sind ein starkes Argument. Der nächste Gegner aus Essen, VfB Frohnhausen, hat unterdessen schon zwölf Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen müssen. Von Kuczkowski nennt die Frohnhausener dennoch einen starken Konkurrenten mit Blick auf die elf Treffer, die der VfB bereits selbst erzielt hat. „Die Mannschaft ist sehr offensivstark. Bei uns dagegen arbeitet jeder einzelne Spieler auch gegen den Ball. Das wird eine interessante Auseinandersetzung“, mutmaßt der Trainer.

Für ihn ist es eine richtungsweisende Begegnung. Er sagt: „Das ist unser erstes Saisonspiel mit „Alltags-Charakter“. Wenn wir diese Partie ebenso motiviert und konzentriert angehen wie die bisherigen Aufgaben, dann kann ich wirklich zufrieden sein.“ Man könnte also auch interpretieren, dass die Spielzeit 2018/19 für den SVS erst jetzt richtig los geht. „Gegen Rhede waren wir alle heiß, niemand wusste so recht, wo man steht. Das Spiel gegen Hö-Nie war ein Derby – da muss man als Trainer nicht viel Motivationsarbeit leisten. In Burgaltendorf haben wir letzte Saison ganz schlecht ausgesehen und hatten etwas gutzumachen. Und das Spiel gegen Kray war das absolute Topspiel. In diesen vier Partien lief es fast schon von allein, was die Mentalität und die Einstellung meiner Jungs betrifft. Aber Frohnhausen als Aufsteiger ist uns kaum bekannt, und anhand der aktuellen Tabellenkonstellation ist die Gefahr groß, dass man die Aufgabe nicht mehr ganz so ernst nimmt. Davor warne ich jedoch energisch“, so von Kuczkowski.

Personell schöpft er mit Ausnahme des noch immer gesperrten Stephan Schneider aus dem Vollen. „Das macht die Sache nicht einfacher. Verletzt ist niemand, ein Zeichen dafür, dass unsere Trainingsdosierung richtig ist“, sagt er. „Never change a winning team“ ist für ihn kein Leitspruch. Klare Vorteile hat derjenige, der eine gute Trainingswoche hinlegt. Man darf also auch auf die Aufstellung gespannt sein.