Ein starker Typ

Lukas Korting aus Kapellen kämpfte sich mit seinen Mannschaftskollegen vom SV Sonsbeck bis in die nationale Spitze. Der 17-Jährige ist als Zehnkämpfer in vielen Sätteln der Leichtathletik zu Hause.

Einen Augenblick lang sucht Lukas Korting im Café einen Platz für seine Hände, er will sie in die Hosentaschen schieben, aber die Hose ist wohl neu und die Taschen noch kein bisschen ausgebeult. Lukas Kortings Hände aber sind ziemlich groß. Sportlerhände. Er kommt gerade aus der Schule, 17 Jahre alt, 1,85 Meter groß, 83,5 Kilo schwer. Als er sich gesetzt hat, bestellt der Breitschultrige sich ein Milchgetränk mit Bananengeschmack. Das Lieblingsgetränk. Sein Trainer Werner Riedel, der gut mit Nachwuchssportlern umgehen kann, hat beschlossen: Dieser junge Athlet soll einmal ein Zehnkämpfer werden.

Man kann sich gut vorstellen, wie das in den ersten Jahren war, als beim Kapellener das Talent für die Leichtathletik noch nicht so sichtbar war. Aber schnell gehörte er dann zu den Besten. Er trat mit der Mannschaft im Achtkampf in Leverkusen, Rhede, Düsseldorf und Dormagen an, und nach einem Leistungsschubser machte ihm das Training viermal in der Woche auch keine Schwierigkeiten mehr, er fühlte sich nach dem Stemmen von Gewichten und den Tempoläufen auf der Tartanbahn vielmehr richtig wohl. Vielleicht half auch die gute Stimmung im Team, von der junge Sportler ja so gerne schwärmen, um überhaupt durchzuhalten. Lukas Korting sagt, bei den Deutschen Meisterschaften in Rhede war unser Trainer sehr stolz auf uns, "da wurden wir mit der Mannschaft in der Altersklasse M 15 Vizemeister."

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Trainingslager in Italien

Einen Vizetitel macht aber noch keinen Helden. Auch nicht die persönlichen Rekorde auf der Stadionrunde. Das weiß am besten Werner Riedel, der beim SV Sonsbeck für die guten Leistungen der Zehnkämpfer steht und deren Form schon seit Jahren aufbaut. Aber jeder, der wie Lukas Korting zum Zehnkampf geht, adelt sich selbst. Jeder Zoll ein König der Athleten, sagen ihnen die Zuschauer gerne nach. Nur zu ernst dürfen die Sportler die bewundernden Blicke nicht nehmen. Sie tun vielmehr gut daran, die zehn geforderten Disziplinen mit stoischer Hingabe zu durchpflügen, sonst wird es für sie keine schöne Zeit. Wie auch immer, für die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften holte sich Lukas Korting mit seinen beiden Freunden in einem Trainingslager in Italien die nötige Kondition und Kraft.

"Der Wettlauf geht danach weiter", sagt Werner Riedel, der mit seinen Jungs gute Leistungen gerne nachreichen möchte – dieser Satz besitzt übrigens das Format eines zufriedenen Übungsleiters. "Die 5802 Punkte bei der Nordrhein-Meisterschaft in Uerdingen waren richtig gut", sagt er. Der 17-jährige Mehrkämpfer aus Kapellen zählt den Diskuswettbewerb und den Sprint über die Hürden – beides Disziplinen vom zweiten Tag des Zehnkampfes – zu seinen Stärken.

Mit dem Speer allerdings steht er noch ein wenig auf Kriegsfuß. "Der fliegt bei mir noch nicht so richtig." In Uerdingen landete das Gerät noch unterhalb der 40-Meter-Marke. Wenn Lukas Korting im Café so neben einem sitzt, mit dem Jungengesicht über dem durchtrainierten Körper, kann man sich gut vorstellen, dass er das schon bald hinkriegt. Jedenfalls macht ihm auch sein Trainer Mut. Zum Schluss soll man noch einmal kurz erwähnen: Auch die Bananen machen Korting so stark.

(RP)