Hauptversammlung ohne Misstöne Ein Vorstandsteam führt jetzt den TuS Xanten

Xanten · Anton Artz, Kurt Evers, Heribert Kerkmann, Roland Seerau und Susanne Wonning teilen sich die Aufgaben beim Sportverein vom Fürstenberg auf. Heinrich Gundlach bleibt als Ehrenvorsitzender dabei.

 Anton Artz (hinten) und Heribert Kerkmann wurden in das neue fünfköpfige Vorstandsteam des TuS Xanten gewählt.

Anton Artz (hinten) und Heribert Kerkmann wurden in das neue fünfköpfige Vorstandsteam des TuS Xanten gewählt.

Foto: Armin Fischer (arfi)/Fischer, Armin (afi)

Das war ein klares Bekenntnis: 89 der 91 anwesenden Mitglieder erhoben sich auf der Hauptversammlung des TuS Xanten, die zweimal wegen Formfehlern bei der Einladung verschoben werden musste, von den Stühlen und zollten dem sichtlich gerührten Vorsitzenden Heinrich „Möppel“ Gundlach mit lang anhaltendem Applaus Respekt und Anerkennung für die 41 Jahre, in denen er den größten Sportverein im Kreisgebiet geleitet hatte. Bei einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 

Stadionsprecher Anton Artz hielt eine kleine Laudatio auf eine Persönlichkeit, die das große Vereinsschiff durch so manch raue See sicher gesteuert hat. Er sei ein Mann, der den TuS geprägt habe wie kein anderer. Artz stellte unter anderem das große Engagement von Gundlach (84) für sozial benachteiligte und Asylsuchende heraus. „Alle, die 41 Jahre und jünger sind, bitte ich aufzustehen: „Ihr wart noch nicht geboren, da wurde unser Heinrich Vorsitzender des TuS Xanten“, sagte Artz.

Nach seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden schritt Gundlach zu seiner letzten Tat als TuS-Chef: Er bat vier Männer und eine Frau, sich kurz vorzustellen. Die fünf hatten sich bereiterklärt, als Team den neuen geschäftsführenden Vorstand zu bilden. Die Versammlung gab für sie in alphabetischer Reihenfolge ihr Votum ab. Auch bei diesem Tagesordnungspunkt herrschte Einigkeit: Anton Artz, Kurt Evers, Heribert Kerkmann, Roland Seerau und Susanne Wonning führen künftig den TuS. Sie hatten im Vorfeld ihre Aufgabenbereiche be- und abgesprochen. Kerkmann brachte es auf den Punkt, was dem neuen Vorstand wichtig ist: „Wir sind in einer Situation, in der es notwendig ist, dass wir zusammenhalten.“ Die Vernetzung der einzelnen Abteilungen, ihr Zusammenhalt und die Nachwuchsförderung waren weitere Stichpunkte bei der Zielsetzung.

Damit man nicht, wie sonst in Vereinen üblich, Personen in festgelegte Ämter wie als Vorsitzender oder Kassenwart wählt, sondern als Team arbeiten lässt, musste unter anderem Paragraf 11 der Satzung aktualisiert werden: „Der geschäftsführende Vorstand besteht aus mindestens drei Personen, die die Aufgabenbereiche untereinander abstimmen“, heißt es da jetzt. Weitere Punkte, die geändert/erweitert wurden, erläuterte mit Karin Schulze Kersting eine juristisch versierte und freiberufliche Mitarbeiterin des Landessportbundes, die sich bestens mit Vereinsrecht auskennt.

So hat der Ehrenvorsitzende beim TuS fortan zwar kein Stimmrecht, darf aber mit beratender Stimme bei den Vorstandstreffen dabei sein. Und den Mitgliedern steht kein Sonderkündigungsrecht zu und sie können auch keine Beiträge zurückfordern, wenn aus Gründen höherer Gewalt (wie Corona) kein Sporttreiben möglich ist. „Sie kaufen durch die Mitgliedschaft in einem Verein keine Dienstleistung ein, sondern unterstützen eine gemeinnützige Organisation“, erläuerte die Fachfrau.

In Paragraf 10 ist neu geregelt, dass die Mitgliederversammlung auch in virtueller Form stattfinden kann. Wegen technischer Widrigkeiten können stimmberechtigte Personen gefasste Beschlüsse und vorgenommene Wahlen nicht anfechten. Außerdem angepasst: „Der geschäftsführende Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der im Amt befindlichen Vorstandsmitglieder anwesend ist.“ Die neue Satzung wurde bei zwei Gegenstimmen angenommen.