Lokalsport: Ein Crosslauf mit vielen Anekdoten

Lokalsport: Ein Crosslauf mit vielen Anekdoten

Das Fürstenberg-Stadion wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Sechs Kilometer war der Rundkurs lang.

Es gibt wohl kaum einen Absolventen einer Xantener Schule, der nicht eine kleine Geschichte oder seine persönliche Anekdote zum Xantener Crosslauf erzählen kann. Manche haben ihn geliebt, manche weniger. In jedem Fall war es ein fester Termin im Schuljahr, der Triumphe, Tragödien, Erfolge und Enttäuschungen garantierte.

Unterwegs am Fürstenberg: Sechs Runden musten die Teilnehmer laufen, bis sie das Ziel erreichten. Foto: Armin Fischer

Nun kamen auf dem Fürstenberg einige derer zusammen, denen der Lauf auch Jahre später noch am Herzen liegt. 60 Jahr nach Eröffnung des Stadions ließ der TuS Xanten unter der Leitung von Anna-Lina Dahlbeck und Christoph Verhalen im Rahmen eines Crosslaufs sowie Kinderleichtathletik-Sportfests die Erinnerungen aufleben. Auf dem Fürstenberg war eine ein Kilometer lange Strecke abgesteckt, die sechs Mal durchlaufen wurde. Sie bot Anlass zu sportlicher Betätigung und vor allem für kleine Anekdoten.

"Ich lag vor der Zielgraden auf dem ersten Platz. Ich weiß noch, wie lautstark meine Mutter mich angefeuert hat. Da bin ich ins Straucheln geraten und kurz vor dem Ziel wurde ich dann noch überholt und bin nur Zweiter geworden", sagte Markus Hüptner, der mit acht Jahren beim ersten Crosslauf dabei war und von "super Erinnerungen" sprach. Sein Sohn Arne wartete zu diesem Zeitpunkt bereits gespannt auf das Sportfest, für das im Anschluss an den Zieleinlauf der Startschuss fiel.

Einen Platz auf dem Treppchen - es gewann Heinz van Dongen - sicherte sich zuvor Andreas Bours, der damit eine kleine Schmach auswetzen konnte. "Früher bin ich meist Vierter geworden. Ich finde es eine super Idee, das Ganze wieder aufleben zu lassen. Es sind schöne Erinnerungen und ein bisschen Nostalgie", so Bours, der hofft, dass das Event in den kommenden Jahren mehr Zuspruch bekommt. Voll war es auf dem Fürstenberg zunächst nicht. Etwa 20 Läuferinnen und Läufer hatten sich auf die Strecke begeben, wo ihnen unter anderem Katharina und Helena van Bebber zujubelten. Die beiden Mädchen, ebenfalls für den TuS aktiv, hatten nicht nur für den laufenden Vater Anfeuerungen parat. Helena nutzte die Zeit zur Vorbereitung auf das Sportfest. "Ich bin gespannt, wie das wird. Stabweitsprung habe ich eigentlich noch nie gemacht. Am besten bin ich, glaube ich, über 800 Meter und beim Sprint", sagte die Zehnjährige.

Wenige Meter neben den beiden Mädchen hatte sich mit Erich Nabbefeld eine Leichtathletik-Größe positioniert. Er geriet geradezu in Schwärmen, als die alten Geschichten auf den Tisch kamen. "Hier bin ich 1957 beim Frühjahrswaldlauf entdeckt worden. Damals noch als Fußballer des SV Ginderich. Schon ein Jahr später bin ich zu den Deutschen Jugend-Meisterschaften nach Göttingen gefahren. Da musste ich an jeder Ampel das Auto anschieben, weil es immer wieder ausging", erinnerte sich der ehemalige Lehrer der Sonsbecker Hauptschule.

Unter die Freude mischte sich auch ein bisschen Wehmut, bei den Erzählungen über die alten Weggefährten und viele "knüppelharte" Trainingseinheiten mit Alfons Ida. "So etwas wie dieses Sportfest hat es bei uns jedenfalls nicht gegeben", so Nabbefeld. Dabei stand am Mittag vor allem der Spaß im Vordergrund. "Es geht darum, die Grundlagen zu bilden. Die Vielseitigkeit kann gefördert werden, es wird in gemischten Teams gestartet und es bereitet spielerisch auf die Leichtathletik-Disziplinen vor. Ich finde, das ist eine richtig feine Sache", unterstrich Dahlbeck, die das Angebot für Kinder-Leichtathletik beim TuS gerne ausbauen würde. "Übungsleiter, die Interesse haben, dürfen sich daher sehr gerne bei mir melden."

(jhei)
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