Dirk Weiser ist neuer Präsident des TuS 08 Rheinberg

Zweifacher Familienvater führt Rheinbergs Innenstadtverein : Ein Präsident, der gerne organisiert

Dirk Weiser ist an die Spitze des TuS 08 Rheinberg gewählt worden. Der 50-jährige steht nicht gerne im Mittelpunkt. Er sieht sich als Teamplayer.

Es gibt Momente, da muss man Entscheidungen treffen, die nicht so einfach übers Knie zu brechen sind. Da braucht es Zeit. So erging es auch Dirk Weiser. Das erste Mal brauchte der heute 50-jährige Vater zweier erwachsener Töchter Bedenkzeit, als er und seine Frau Claudia sich 1996 entschlossen, in Rheinberg ein Haus zu bauen – und er sich von seiner geliebten Suzuki GSX R 1100 verabschieden musste.

Und vor einigen Monaten stand wieder eine Entscheidung an, die das Leben verändern würde. So musste Weiser erst einmal ein paar Tage darüber schlafen, als ihn das Präsidium des TuS 08 Rheinberg fragte, ob er nicht das Amt von Frank Tatzel übernehmen mag. Und der Familienvater, der 1. Vorsitzende der Tischtennis-Abteilung im Innenstadt-Verein, sagte schließlich „Ja“. Aber erst, nachdem er sich bei den Präsidiumsmitgliedern rückversichert hatte, dass sie tatkräftig unterstützt werden. Die einstimmige Wahl am 29. März fand dann ohne Weiser statt: Er war mit seiner Frau gerade am anderen Ende der Welt, in Australien.

„Nein“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, wenn man „den Neuen“ an der TuS 08-Spitze fragt, ob er je gedacht hätte, dass er mal Präsident eines Sportvereins mit mehr als 700 Mitgliedern werden würde. Er selber ist erst seit zehn Jahren dabei, war vorher in keinem Verein tätig. Und er ist dies in einer Zeit geworden, in der eine große Veränderung ansteht: Das in die Jahre gekommene Vereinsheim des nebst Umkleidekabinen und Toilettenanlagen an der Xantener Straße soll abgerissen werden, vermutlich schon zum Jahresende.

Die Stadt als Eigentümerin baut für die Europaschule nebenan eine Dreifachturnhalle, die auch der TuS 08 nutzen kann, für den hier ein Vereinsheim vorgesehen ist. Und Weiser übernimmt das Ruder zu einem Zeitpunkt, wo der Fußball keine große Rolle mehr spielt, die Rheinberger nur drei Mannschaften stellen, auf Kreisebene spielen. „Wir waren schon mal in der Landesliga“, weiß der Mann, der selber mit Fußball nichts an der Brause hat. Handball, Schwimmen, Judo – das sind die Sportarten des neuen Präsidenten, der am 30. September 1968 in Rumeln-Kaldenhausen geboren und dort mit zwei älteren Brüdern groß wurde. Und Tischtennis.

„Ich organisiere gerne, kann bestimmt auch was bewegen. Aber ich bin keiner, der gerne im Mittelpunkt steht“, sagt Dirk Weiser.

Und dass man delegieren können muss, auch andere machen lassen. Nach und nach will er die Leiter der acht Abteilungen beim TuS 08 Rheinberg einladen, mit ihnen Gespräche führen.

„Ich möchte wissen, was funktioniert, was anders oder besser gemacht werden könnte“. Denn „wir sind ein Turn- und Sportverein, da müssen alle Räder ineinander greifen“. Das gelte natürlich auch fürs Präsidium, dem neun Mitglieder angehören, der „neue Chef“ inklusive. Die ungerade Zahl ist bewusst gewählt, „damit es bei Abstimmungen keine Patt-Situation geben kann“.

Für zwei Jahre wird ein Präsident gewählt; mindestens zwei Jahre hat Dirk Weiser also Zeit, sich auch mit Hilfe des „sehr gut funktionierenden Präsidiums“ seinem Amt zu widmen. Zu gucken, was er bewegen beim TuS 08 könnte. Das Reisen mit seiner Frau, eines seiner größten Hobbys, wird trotzdem nicht zu kurz kommen. Im Juni steht Irland auf der Agenda, vielleicht auch Schottland. Und im kommenden April wollen die beiden nach Mexiko fliegen.