1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten
  4. Sport Xanten und Rheinberg

Der 23-jährige Jan Schmitz geht als Fußball-Trainer seiinen Weg.

Fußball : Ein Trainer-Talent geht seinen Weg

Jan Schmitz musste seine Laufbahn als aktiver Spieler schon früh beenden. Seinem Sport blieb der 23-Jährige aber treu – als Co-Trainer des Bezirksligisten Borussia Veen und bald als Coach der U 12-Niederrheinauswahl der Juniorinnen.

Was sich in diesen Tagen zum zweiten Mal jährt, das ist für die Fußballwelt am Niederrhein womöglich relativ unbedeutend. Für Jan Schmitz, den Verteidger der damals noch in der Kreisliga A gegen den Abstieg anspielenden Borussia aus Veen, ist es allerdings ein durchaus denkwürdiges Datum. In dieser Woche vor zwei Jahren trug der heute 23-Jährige letzmals das Trikot seines Clubs in einem Meisterschaftsspiel. Das 1:1 gegen die SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen sollte sein Abschiedsspiel von der aktiven Fußballbühne sein.

Sechs Jahre zuvor war bei ihm bereits ein Knorpelschaden im Sprunggelenk diagnostiziert worden. Es gab eine Operation, die es gestattete, dass Jan Schmitz den Sprung aus der Juniorenabteilung der Borussia zur Stammkraft der ersten Mannschaft noch schaffte. Doch dann ging nichts mehr. „Die gleiche Diagnose, aber mit ungewissem Ausgang. Es hätte wieder operiert werden müssen, Spätfolgen hätte niemand ausschließen können“, sagt Schmitz.

Die Fußballschuhe ganz an den Nagel hängen und die Beine nur noch hoch legen wäre die eine Möglichkeit gewesen. Der damals 21-Jährige dachte kurz darüber nach, stand dann jedoch recht bald wieder mit seinen Kollegen und Trainer Christian Hauk auf dem Platz. Anfangs lediglich als Betreuer der ersten Veener Mannschaft, der seine früheren Mitspieler nun unterstützte und ihnen das Wasser anreichte, dann ganz schnell in höherer Mission. Wenige Monate später berief Hauk Jan Schmitz gemeinsam mit dem ebenfalls am Karriereende stehenden, ehemaligen Spieler Hendrik Betten zu Co-Trainern der Borussia, die zu diesem Zeitpunkt zum Anflug auf die Bezirksliga angesetzt hatte.

Schmitz sah sich dabei von Beginn an nicht nur als Hütchen-Aufsteller. Der nunmehr 22-jährige Student für erneuerbare Energien an der Düsseldorfer Hochschule legte auch am Schreibtisch los, büffelte, um den theoretischen Teil der Trainer-B-Lizenz zu bestehen, lieferte auf den Plätzen der Sportschule in Duisburg-Wedau Lehrproben ab und bewies sein Wissen zudem in der mündlichen Prüfung. Der Lohn: Die B-Lizenz gab es mit Sternchen, sprich der Qualifikation für höhere Lizenzen. „Ohne diese Qualifikation geht es im Trainergeschäft nicht weiter“, so Schmitz.

Mit der B-Lizenz in der Tasche dürfte Schmitz bereits als Trainer bis hin zur Landesliga arbeiten. Der 23-Jährige hat für sich allerdings einen anderen Plan ausgearbeitet. Ihn locken die großen Vereine und deren Talentschmieden in den Leistungszentren. Auf dem Weg dahin wäre die Arbeit im Nachwuchsbereich des Fußballverbandes Niederrhein der erste Schritt.

In absehbarer Zeit soll Jan Schmitz dort für die U 12-Niederrheinauswahl der Juniorinnen verantwortlich sein. Dafür gab es bereits Hospitationen in der Sportschule Wedau, wo Schmitz zum Training bei FVN-Verbandssportlehrerin Wiltrud Melbaum eingeladen war. „Hospitieren heißt dort selber anpacken“, sagt Schmitz, was nichts anderes bedeutet, dass er dort auch in den Trainingsbetrieb mit den jungen Spielerinnen eingebunden wurde. Im Gegenzug überzeugte sich die Sportlehrerin auch während der Übungseinheiten bei der Borussia von seiner Trainingsarbeit mit dem Bezirksliga-Team. Da galt es Trainingspläne zu erstellen und umzusetzen.

Durch das „positive Abschlussgespräch“ erhielt er in der Nachbetrachtung mit der Verbandstrainerin noch weiteren Aufwind. Unmittelbar vor Aufhebung des Spielbetriebs aufgrund der Corona-Pandemie fand in Wedau noch ein weiteres Trainingslager statt. Die künftigen Termine sind jetzt allerdings erst einmal auf Eis gelegt. „Geplant war, dass wir bis zum Sommer einmal pro Monat mit der U 12 trainieren und später auch an Turnieren teilnehmen“, so Schmitz, der schon einen Blick vorauswirft: „Ich freue mich auf die Herausforderungen, die da noch auf mich zukommen werden.“

Auch im Verein, in dem niemand sagen kann, ob der Spielbetrieb in dieser Spielzeit überhaupt noch einmal aufgenommen wird. „Ich glaube nicht, dass die Saison in der Bezirksliga zu Ende gespielt wird“, sagt Schmitz, der auf ein vorzeitiges Meisterschaftsende tippt. Fest steht, dass das Trainer-Trio der Borussia auch in der kommenden Spielzeit in unveränderter Besetzung an den Start gehen wird. Christian Hauk, der dann in sein viertes Jahr als Coach von Borussia Veen geht, wird weiter auf seinen Co-Trainer bauen. „Jan hat auf jeden Fall das Zeug zu einem guten Trainer. Er wird seinen Weg gehen“, sagt er.