Lokalsport: Concordia sucht neues Selbstvertrauen

Lokalsport : Concordia sucht neues Selbstvertrauen

Fußball-Kreisliga A: Nach einer Serie von sechs Niederlagen ging's abwärts. Das Team glaubt weiter an sich.

Um den gesunden Schlaf von Björn Quint muss sich niemand Sorgen machen. Der Trainer des Fußball-A-Ligisten Concordia Ossenberg hatte schon vor der im August begonnenen ersten Spielzeit seiner Mannschaft nach dem Aufstieg erklärt, dass ihn der Gedanke um einen möglichen Abstieg nicht um die verdiente Nachtruhe bringen könne. "Zum einen weil ich sicher bin, dass wir die Liga halten werden", hatte er im Sommer betont. "Zum anderen, weil uns im Verein niemand den Kopf abreißen würde, wenn's doch nicht klappen sollte."

Die Vorzeichen haben sich jedoch geändert. Wenige Monate später ist der Abstieg nämlich sehr wohl ein Thema. Erst am letzten Spieltag vor der Winterpause befreite sich die Concordia mit einem Auswärtssieg beim Rumelner TV vom Relegationsplatz und verbrachte die Jahreswende daraufhin auf dem 13. Tabellenrang. Komfortabel ist das Polster auf die Abstiegsränge also nicht zu nennen. "Ich schlafe deshalb jetzt nicht schlechter als zuvor", bleibt Quint dennoch seiner Linie treu. Der Mann ist Optimist: "Wir haben uns zwar einiges anders vorgestellt als es dann gelaufen ist, aber ich bin immer noch total überzeugt, dass wir die Klasse halten werden."

Elf Spieltage lang lief es tatsächlich nach Plan für die Concordia, die als Neuling gut mitmischte und bis dahin schon 15 Punkte auf ihrem Konto angesammelt hatte. Vorne lief's rund - vor allem bei Silas Baumbach, der mit zwölf Treffern als bester Torschütze in die Rückrunde geht.

Dann aber folgte der Knick, und das auch noch schonungslos und mit voller Wucht. Sechs Niederlagen in Folge ließen die Mannschaft in der Tabelle den Weg nach unten einschlagen und den Trainer mitunter nur den Kopf schütteln. "Da waren Ergebnisse dabei, die sich wirklich krass anhörten", registrierte Quint die 27 Gegentore in dieser Zeit. "Aber wer genau hinschaute, hat auch gesehen, dass wir dabei in einigen Begegnungen sehr wohl gut mitgehalten haben und unter Wert geschlagen wurden."

Egal, die Punkte waren weg. "Natürlich auch aus eigenem Verschulden", stellt der Coach klar, denn "da gab es plötzlich Fehler, die wir vor einem Jahr in der B-Liga nicht gemacht haben." Zuviel Respekt vor den Kontrahenten? "Auch das", sagt Quint, der daneben aber auch die Statistiken der A-Liga gelesen hat. Fünf Ampelkarten und drei Rote Karten ließen sein Team während der Saison gleich mehrfach in Unterzahl vom Platz gehen.

"Da stimmte die Disziplin nicht", sagt Quint, "aber es gab da auch einige Entscheidungen der Schiedsrichter, über die man tatsächlich hätte streiten können." Das alles kam zusammen und "dann bist Du in einem Strudel, kommst ins Grübeln und verlierst das Selbstvertrauen", erklärt der Coach.

Was nicht bedeutet, dass die Mannschaft nicht mit Energie am Klassenerhalt arbeitet. "Die Lust ist nicht verlorengegangen", versichert der 41-Jährige. "Die Trainingsbeteiligung ist nach wie vor hoch", berichtet Quint vor den ersten Übungseinheiten des neuen Jahres, die ihm gezeigt hätten, dass alle Spieler der Mannschaft an sich glauben.

"Die Jungs haben Bock zu zeigen, dass sie es besser können", lautet sein Fazit. "Und ich denke nicht, dass noch einmal eine Serie von sechs Niederlagen folgen wird." Kein Grund also für schlaflose Nächte in Ossenberg.

(dk)
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