Concordia Ossenberg bietet seit 30 Jahren Kampfkunst Jiu Jitsu an

Jui Jitsu bei Concordia Ossenberg : Sanfte Selbstverteidigung seit 30 Jahren

Im Jahr 1989 gründete sich die Jiu Jitsu-Abteilung von Concordia Ossenberg. Von Anfang an dabei ist Trainer Andreas Raskopf. Inzwischen lassen sich 117 Aktive von ihm die Kampfkunst beibringen. Nun wurden die Prüfungen abgelegt.

Jiu Jitsu. Eine Mischung aus Judo, Ringen und Boxen. Eine noch recht junge Selbstverteidigungskunst, die sich im Westen (England, USA, Deutschland) Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt hat. Die ersten japanischen Lehrer bezeichneten ihre Techniken als Kano Jiu Jitsu, die damals gängige Bezeichnung für Judo. In den 1970er-Jahren kamen Elemente aus dem Karate, in den 1990er-Jahren aus anderen Kampfstilen wie Wing Chun hinzu. Jiu Jitsu, eine Kampfkunst, die man seit nunmehr schon 30 Jahren auch beim Sportverein Concordia Ossenberg lernen kann. Andreas Raskopf (55), Träger des schwarzen Gürtels, hat diesen Sport 1989 bei der Concordia installiert – und sie findet seitdem immer mehr Zulauf.

Burghard Kretschmer, seit 15 Jahren Concordia-Vorsitzender, erinnert sich an die Anfänge: „Aus Auftritten unterschiedlicher Kampfsportgruppen aus verschiedenen Vereinen entstand die Idee, Judo und Jiu Jitsu anzubieten.“ Da traf es sich gut, dass Andreas Raskopf, der seine Kampfkunst-Laufbahn beim Judoverein in Duisburg-Beek begann, vor 30 Jahren nach Ossenberg gezogen ist. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Millingen.

Inzwischen zählt die Jiu Jitsu-Abteilung 117 aktive und passive Mitglieder – Erwachsene wie Kinder. 55 Mädchen und Jungen zwischen viereinhalb und 17 Jahren treffen sich regelmäßig donnerstags im Sportcenter an der Kapellenfeldstraße, um sich von Andreas Raskopf in die Kunst des Kampfsportes einführen zu lassen. Als Co-Trainer steht ihm Sven Teige (46) zur Seite, auch er ist seit vergangener Woche Schwarzgurt-Träger. Einmal im Jahr, im Dezember kurz vor Weihnachten, legen sie ihre Prüfung in der 90 Quadratmeter großen Halle ab, in der sie auch trainieren und die seit drei Jahren dank finanzieller Hilfe durch die Sparkasse komplett mit weichen Matten ausgelegt werden kann.

Alina Anouk Spang (r.) und Johanna Freitag (M.) bestanden ihre Prüfung mit Bravour. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Am Donnerstag war es also wieder so weit: Für 35 Mädchen und Jungen standen Gürtelprüfungen an – und alle haben natürlich bestanden, dürfen sich ab sofort den Gürtel in der „nächsthöheren“ Farbe umbinden. Oder, wenn sie besonders gut sind, sogar eine Farbe überspringen.

So wie Johanna Freitag und Alina Anouk Spann. Die beiden sind 13 Jahre alt und tragen den ersten Gurt, den weißen – noch. Sie sind hochkonzentriert bei der Sache, als sie ihre Prüfung vor der Jury ablegen. Raskopf gibt die Kommandos: „Zwei-Kopf-Umklammerung“, „Abwehr gegen Würgen“, „zwei Mal Fußangriff statt einem.“ Die beiden Mädchen machen ihre Sache nicht nur gut, sondern fehlerfrei. Legen auch die körperlich scheinbar überlegenen „Gegner“, zwei ältere Jungen mit grünem und blauem Gurt, auf die Matte, die sie gerade von hinten angreifen, am Kragen fassen. „Kriegt ihr auch eine Messerabwehr hin?“, will Raskopf wissen. Zustimmendes Nicken von Johanna und Alina Anuk, „kein Problem“. Etwa 20 Minuten dauert die Prüfung, endet mit einer Verbeugung zur Jury und zueinander. Applaus von den anderen jungen Sportlern, die schon an der Reihe waren.

Viel Applaus gab es für die neuen Gürtelträger. Foto: Fischer, Armin (arfi)

„Die beiden waren so gut, die überspringen den weiß-gelben und gelb-orangenen Gurt, bekommen direkt den orangenen“, sagt Raskopf vor der Übergabe aller Urkunden und Gürtel an die erfolgreichen Prüflinge. Und überrascht die beiden 13-jährigen Mädchen, die damit nicht gerechnet haben. „Ich verneige mich vor euch“, zollt Raskopf allen Jiu Jitsu-Kämpfern Respekt. „Das sind alles meine Kinder. Die nennen mich Papa Bär“, sagt er. „Und du bist der beste Trainer“, antwortet ein Junge mit grünem Gurt. Ein größeres Kompliment kann es nicht geben.

Übrigens: Auch Concordia-Vorsitzender Burghard Kretschmer bekam am Abend der Gürtelprüfungen ein Präsent, mit dem er nicht rechnen konnte: Raskopf machte ihn zum „Ehrenschwarzgurt-Trainer der Jiu Jitsu Abteilung.“