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Claudia vom Eyser vom SV Budberg steht kurz vor ihrem Comeback.

Frauenfußball : Comeback statt Ende der Laufbahn

Vor einem Jahr war Claudia vom Eyser weit davon entfernt, auf den Fußballplatz zurückzukehren. Doch mittlerweile hat die junge Mutter ihren Kreuzbandriss auskuriert und steht dem SV Budberg bald wieder zur Verfügung.

33 Jahre, ein Kreuzbandriss im rechten Knie, und dazu noch schwanger – da könnte bei so mancher Fußballerin doch leicht der Gedanke aufkommen, die Karriere auf dem Sportplatz schleunigst zu beenden. Und auch Claudia vom Eyser hat darüber nachgedacht.

Doch dieser kurze Gedanke landete dann ganz schnell ganz weit hinten in der Schublade. Mehr als ein Jahr nach dem Unfall auf dem Trainingsplatz des Regionalligisten SV Budberg, als sie mit dem Bein unglücklich wegrutschte und sofort registrierte, dass da ein größeres Problem auf sie zukommen würde, meldet sie sich nun wieder zurück. Das lädierte Knie scheint die Operation ohne Probleme überstanden zu haben und Jarle, der im Oktober zur Welt gekommen ist, trägt inzwischen auch schon stolz den kecken Strampler mit dem Vereinslogo des SVB. Ein Geschenk der Budberger Mannschaft, die sich auf die Rückkehr ihrer Teamkollegin freut.

„Man merkt eigentlich immer erst dann, wie wichtig eine Spielerin für die Mannschaft ist, wenn sie über längere Zeit nicht dabei sein kann.“ Über ein solch wertschätzendes Lob aus dem Munde ihres Trainers freut sich Claudia vom Eyser natürlich. Jürgen Raab musste ein Jahr lang feststellen, dass sich ohne die erfahrene Spielerin mit der Nummer sechs auf dem Rücken einige Baustellen im Team aufgetan haben. „Claudia ist zwar im zentralen Mittelfeld zu Hause, aber sie kann auch alle anderen Aufgaben in der Mannschaft übernehmen“, beschreibt Raab ihre Qualitäten.

Nimmt man die Position der Torhüterin einmal aus,  zählt Claudia vom Eyser in der Tat dank ihres Blicks für die Situation und ihrer kämpferischen Einstellung zu jenen Spielerinnen, denen das Fußballfeld keine Grenzen aufweist. „Sie kann das Spiel leiten, kann in der Abwehr eingesetzt werden und ist zudem auch noch torgefährlich“, sagt Budbergs Coach über seine „Allround-Akteurin“, die aus dem Duisburger Westen stammt, in Rheinhausen lebt und im dortigen, auf dem Logportgelände beheimateten Institut für Energie- und Umwelttechnik Forschungsarbeit im Bereich der Wasseraufbereitung betreibt.

Ihre ersten Schritte auf dem Fußballplatz fanden im Nachwuchsbereich des ehemaligen FCR Duisburg statt. Es folgte ein Abstecher zu Germania Ratingen. Als dort die Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen wurde, wechselte Claudia vom Eyser zum Regionalligisten GSV Moers, dessen Trikot sie fast zehn Jahre trug. 2014 ging‘s in die Nachbarschaft. Sie tauschte das gelb-schwarze Trikot gegen ein schwarz-weißes, die Farben des damals in der Niederrheinliga spielenden Budberger Clubs. Aufstieg in die Regionalliga, Abstieg, im Sommer 2018 dann der erneute Aufstieg – in inzwischen mehr als 100 Spielen mit mehr als 30 Toren gab es durchaus auch Rückschläge für die Neu-Budbergerin. Doch in der Summe gab es mehr zu feiern mit einer Mannschaft, in der der Zusammenhalt stets groß geschrieben wird.

Nicht umsonst fieberte Claudia vom Eyser auch während ihrer langen Zwangspause mit dem Team. Jenseits der Bande zuzuschauen war mitunter aber ein harter Job. „Ich habe während des vergangenen Jahres die meisten Spiele, einige auch auswärts, gesehen“, berichtet sie vom Kitzeln und Kribbeln, mit denen die Beine dabei immer wieder auf sich aufmerksam machten. „Man wünscht sich, schnell wieder dabei zu sein“, sagt Claudia vom Eyser.

Jetzt steht der weitere Fahrplan. Nach einer Fraktur des Handgelenks, die kürzlich auch noch dazu kam, müssen noch die Fäden entfernt werden. Das soll in dieser Woche geschehen. Und dann geht es im März wieder raus auf den Trainingsplatz. „Ich bin gespannt, wie das Knie reagiert“, sagt Claudia vom Eyser und hofft auf einen reibungslosen Neustart und ihr Trainer auf ein baldiges Comeback an den Regionalliga-Sonntagen.

Das wäre richtig gut für das Team, das den Klassenerhalt erreichen möchte. Momentan sind es lediglich drei Punkte Abstand bis zu den Abstiegsrängen. Die gilt es bis zum Sommer zu verteidigen. „Der Mannschaft wird Claudias Erfahrung auf jeden Fall gut tun“, sagt Jürgen Raab. Es sprich also vieles dafür, dass beide Seiten von der Rückkehr der 33-Jährigen profitieren. „Mir würde es jedenfalls ungemein schwer fallen, jetzt aufzuhören“, so Claudia vom Eyser.