Lokalsport: Budberger trauern Punkten hinterher

Lokalsport: Budberger trauern Punkten hinterher

Fußball-Bezirksliga: Zu wenig Kommunikation auf dem Platz. Zukunft von Trainer Patty Jetten ist ungewiss.

Im Sommer hatte der SV Budberg den souveränen Aufstieg in die Bezirksliga gefeiert. Das halbe Jahr in der neuen Spielklasse hat Freude bereitet, Spielern und Trainern aber auch viel Nerven gekostet. Die Zukunft von Coach Patty Jetten ist noch ungewiss.

Eigentlich wollte sich der Trainer in diesen Tagen noch um einen Neuzugang für den Winter bemühen. Gesucht wurde ein erfahrener Mann im besten Fußballalter, der "im inneren Block viel mit Stimme arbeitet", so Jetten. Doch die Suche blieb erfolglos. Und nun hat der Coach das Thema zunächst zu den Akten gelegt. "Ich habe in den Weihnachtsmodus geschaltet und keine Lust mehr, mich damit zu befassen." Das ist allzu verständlich nach den intensiven und aufreibenden letzten sportlichen Wochen sowie Monaten. Und bei den Jettens gab's Familienzuwachs.

So schön die Rückkehr in die Bezirksliga auch war, er hat den Trainer und sein Team deutlich mehr Arbeit beschert. "Wir müssen jetzt mehr Zeit investieren, wir machen uns viele Gedanken. Da geht dann auch schon mal ein Samstagabend für Gespräche drauf", sagt Jetten und spricht von einer "hohen mentalen Belastung" für Spieler und Übungsleiter. Herausgekommen sind dabei 23 Punkte aus 18 Partien. Eine Bilanz, die keine Begeisterungsstürme hervorruft. Viele der neun Niederlagen waren knapp und aus Sicht des Trainers vermeidbar.

"Fünf dieser Spiele dürfen wir meiner Meinung nach nicht verlieren und müssen etwas Zählbares mitnehmen", hadert Jetten. Dann hätte sich der SVB vermutlich bereits aller Abstiegssorgen entledigt. So allerdings bleibt ein Risiko. "Die ersten fünf Spiele nach der Winterpause werden zeigen, wo der Weg hingeht - Mittelfeld oder Abstiegskampf", blickt Jetten voraus. Zunächst ist aber Gelegenheit, um abzuschalten und zu entspannen, bevor am 7. Januar mit der Hallen-Stadtmeisterschaft in Rheinberg der Startschuss für die Rückrunden-Vorbereitung fällt.

Dann geht es weiter mit der "Herausforderung Bezirksliga", die zwar Nerven kostet, aber auch Freude bereitet. "Es macht riesen Spaß, mit den Jungs zu arbeiten. Die Herausforderungen sind groß und komplex, aber das ist das, was wir wollten", sagt der Coach. Für ihn ging's in der Hinrunde vor allem darum, "allen gerecht zu werden." Eine schwierige Aufgabe, die Jetten mit seinem Co-Trainer Matthias Prinz und Torwarttrainer Volker Prangen aber gut erledigt hat. Bei den 23 Spielern des Kaders hat er zum Ende des Jahres "gute Stimmung" festgestellt und sieht seine Mannschaft insgesamt auf einem guten Weg.

"Die Mannschaft regelt mittlerweile viel für sich, organisiert sich und befindet sich im Entwicklungsprozess. Das macht uns die Sache einfacher", freut sich Jetten in seinem fünften Jahr als Trainer des SV Budberg. Ob er auch über den Sommer hinaus dort an der Seitenlinie stehen wird, steht allerdings noch nicht fest. Die Gespräche, die sonst in diesen vorweihnachtlichen Tagen geführt wurden, blieben bisher aus. "Es ist noch niemand auf mich zugekommen", so Jetten. Doch dieser Situation sieht er entspannt entgegen und beschäftigt sich lieber mit seinem jungen Team. Für das sieht er eine gute Perspektive, hat aber auch eine ganz zentrale Baustelle ausgemacht. Die fehlende Kommunikation auf dem Platz habe einige Punkte gekostet, so der Trainer, der zuletzt aber eine Verbesserung sah. Daran kann nach der Winterpause angeknüpft werden. Doch nun ist Zeit für die Familie. "Denn das Hobby darf nie eine Last werden", unterstreicht Jetten.

(jhei)