Bruder-Duell am Snooker-Tisch

Benedikt Griesdorn aus Ginderich ist Deutscher Meister in der immer beliebter werdenden Billard-Variante. Bei der Qualifikation für die DM bezwang er seinen Zwillingsbruder Christopher, der Fünfter bei den Titelkämpfen wurde.

Ginderich Wer sich in den letzten Tagen durch die Sportkanäle im Fernsehen zappte, hatte gute Chancen, dabei auf die Live-Übertragung der Snooker-Weltmeisterschaft in Sheffield zu stoßen. Die Billard-Variante, die mit speziellen Queues an speziellen Tischten gespielt wird, findet immer mehr Anhänger. Auch Benedikt und Christopher Griesdorn stießen vor gut zweieinhalb Jahren eher zufällig auf diesen Sport. Im "JD's Inn" am Weseler Rathaus trafen sich die Zwillingsbrüder aus Ginderich hin und wieder zum Billard-Spielen. Sie wechselten dann, durchs Zusehen neugierig geworden, immer häufiger zum Snooker-Tisch. "Das hat uns Spaß gemacht und wir sind dabei geblieben", erzählt Benedikt.

Training in der Akademie

Zum Spaß kam der sportliche Ehrgeiz. Die beiden 17-Jährigen nahmen jetzt erstmals an der Deutschen Meisterschaft in Bad Wildungen teil. Mit großem Erfolg Benedikt holte den Titel in der Altersklasse U 19. Christopher wurde Fünfter in der Klasse U 21. Zuvor wurde Benedikt bereits Niederrheinmeister und qualifizierte sich auf Anhieb für die DM. Christopher verlor im Quali-Finale ausgerechnet gegen seinen Bruder, wurde aber nachnominiert. Mutter Regina Griesdorn ist mächtig stolz auf ihre Jungs. "Es war schon ein erhebendes Gefühl bei der Siegerehrung auf der Tribüne dabei zu sein", sagt sie.

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Vater Frank Griesdorn, der in Oberhausen lebt, entdeckte das Talent seiner Söhne und sorgte dafür, dass sie entsprechende gefördert wurden. In Deutschlands erster Snooker-Akademie "15reds" in Oberhausen trainieren Benedikt und Christopher bei Bundestrainer Thomas Hein. Der 14fache Deutsche Meister nahm schon an Welt- und Europameisterschaften teil und kennt die Tricks und Kniffe der Profis. In der Akademie haben Talente die Möglichkeit, Könner wie Patrick Einsle und Itaro Santos aus Brasilien am Snooker-Tisch zu treffen und von ihnen zu lernen. Daneben trainieren die Brüder bei den Barmer Billard Freunden. "Die Präzision des Sports fasziniert mich einfach", sagt Christopher. "Und dass es beim Spielen so ruhig ist", fügt Benedikt hinzu. Disziplin ist oberstes Gebot beim Snooker. Die strengen Vorgaben reichen bis zum Standard-Outfit, das aus schwarzer Hose, Hemd und Weste besteht. Die Regeln unterscheiden sich klar vom Billard. Es gibt fünfzehn rote Bälle und sechs andersfarbige. Mit dem weißen Spielball versuchen die Spieler, die Bälle in einer bestimmten Reihenfolge einzulochen.

Ziel ist die Europameisterschaft

"Snooker macht süchtig", sagen die Zwillinge. Beide besuchen die elfte Klasse der Lauerhaas-Gesamtschule. Ihr nächstes großes Ziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft. Ab kommender Saison spielen sie in der Oberliga. "Ich will natürlich auch noch Deutscher Meister werden", sagt Christopher. Eine Revanche liegt in der Luft.

(RP)