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Billard: Xanten hat jetzt einen Erstliga-Verein

Billard : Xanten hat jetzt einen Erstliga-Verein

Die Dreiband-Mannschaft des BC „Am grünen Brett“ Xanten profitiert von der Corona-bedingten Saisonwertung. Die Deutsche Billard-Union hat dafür die Hinrunden-Tabelle als Grundlage genommen.

München, Berlin, Magdeburg und Stuttgart: In diesen Großstädten wird in der kommenden Saison die Dreiband-Mannschaft des Billard-Clubs „Am grünen Brett“ Xanten (GBX) um Punkte spielen. Die Mannschaft um Kapitän Roger Liere hat es tatsächlich geschafft. Sie ist in die Erste Bundesliga aufgestiegen.

Die Deutsche Billard-Union hat jetzt entschieden, dass die wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochene Saison nicht mehr weitergeführt, sondern die Hinrunden-Tabelle als Abschlusswertung genommen wird. Dort belegten die Xantener Platz eins und werden wohl ab Mitte September erstmals in der Vereinsgeschichte in der deutschen Eliteklasse spielen. „Das wird ein hartes Brot“, so Liere.

Die Xantener gehen als krasser Außenseiter in die Saison. Die Konkurrenten sind normalerweise eine Nummer zu groß. Der Etat bleibt der gleiche, bis auf Brett IV die Mannschaft zusammen. Auf die Verpflichtung eines teuren Zugangs aus der Weltspitze verzichtet der GBX-Vorstand bewusst. „Wir wollen ein Team haben, mit dem sich die Mitglieder und Zuschauer identifizieren können. Wir holen niemanden, der nach dem Spiel gleich seine Tasche packt und wieder verschwindet“, sagt Liere.

Aus der Zehner-Gruppe müssen zwei Teams absteigen. „Es muss schon einiges passieren, damit wir drin bleiben. Die Gegner sind super stark. Allein aus der Top 10 der Weltrangliste werden bestimmt sieben, acht Spieler in der Bundesliga zu sehen sein.“

Die Dreiband-Mannschaft des GBX nimmt die Herausforderung an. Auf den Aufstieg zu verzichten, weil Siege eine Ausnahme sein werden, sei keine Option. „Dann würden wir ins Bodenlose fallen. Die Regularien besagen, dass dann eine Mannschaft vorne wieder auf Landesebene anfangen muss“, sagt Liere, der aller Voraussicht nach an Position zwei aufgestellt wird. Spitzenspieler wird Huub Wilkowski, sein niederländischer Landsmann Jack van Peer die Nummer drei sein. Dahinter gibt’s eine personelle Veränderung, weil Uwe Arndt mit 61 Jahren kürzertreten möchte. Die interne Lösung heißt Dirk Harwardt, der 2018 nach Xanten kam.

Einer, der möglichst viele Erstliga-Partien live sehen will, ist Stephan Koppers. Der GBX-Vorsitzende bestätigte, dass der Verein durch den erneuten Aufstieg nicht alle finanziellen Vorgaben über Bord wirft: „So wird’s eben eine harte Saison werden. Wir müssen versuchen, die Unterstützer und Partner bei der Stange zu halten, um nach dem wahrscheinlichen Abstieg auch in der Zweiten Liga wieder eine gute Mannschaft stellen zu können.“

Auch wenn die sportlichen Erfolge ab September seltener sein werden, seien die Dreiband-Spieler doch ein „sportliches Aushängeschild der Stadt“. Da wird ihm Bürgermeister Thomas Görtz nicht widersprechen, der schon beim Zweitliga-Aufstieg 2018 den hohen Image-Faktor hervorgehoben hatte.