Reitsport : Auf dem Weg nach Rotterdam

Isabell Werth will sich beim CHIO in Aachen mit El Santo für die Europameisterschaften der Dressurreiter(innen) in den Niederlanden qualifizieren. Das Spektakel um den "Wunderhengst" Totilas beobachtet sie gelassen.

Fraglos ist für die Dressurreiter(innen) aus dem In- und Ausland das CHIO in Aachen das wichtigste Turnier im bisherigen Saisonverlauf. Auch Isabell Werth aus Rheinberg hat sich wie immer akribisch auf das "Mekka" der Reitsportszene vorbereitet. Sie wird mit drei Pferden die relativ kurze Fahrt in die Kaiserstadt antreten.

Morgen spielt "Der Stern", ein zehnjähriger Wallach aus dem Stall in Winterswick, im Prix St. Georges den sogenannten Eisbrecher. "Sternchen ist äußerst selbstbewusst, oft auch ziemlich frech. Aber für sein Alter ist er auch sehr lektionssicher", urteilt Isabell Werth über dieses Pferd.

Gegen die Welt-Elite muss sie erstmals am Donnerstag ab 8 Uhr antreten.

"Kleine Tour" mit Warum Nicht

Im CDIO, der "großen" Dressur-Prüfung in Aachen, wird sie El Santo präsentieren. Die so genannte "kleine Tour" absolviert sie dagegen mit Warum Nicht ab Freitag. Der allseits mit Spannung erwartete Showdown erfolgt am Sonntag ab 10 Uhr in der Kür, für die sich die Rheinbergerin am Samstag im Grand Prix Special mit El Santo qualifizieren will.

Zu den großen Favoriten in der Soers gehören vor allem die Niederländerin Adelinde Cornelissen mit Parzival, die Britin Laura Bechtolsheimer mit Mistral Hojris, der Deutsch-Amerikaner Steffen Peters mit Ravel, Christoph Koschel (Hagen am Teutoburger Wald) mit Donnperignon und Matthias Alexander Rath (Kronberg) mit Totilas. "Ich werde im Viereck wieder alles geben. Bitte Daumen drücken", verspricht und bittet Isabell Werth – und wer weiß, vielleicht bricht sie mit "Ernie" ja ein in die Phalanx der (noch) routinierteren Pferde.

Gelassen beobachtet die viermalige Olympiasiegerin aus der Distanz das Spektakel um den "Wunderhengst" Totilas. Zum einen soll ihm, so lauten Gerüchte aus dem Umfeld des Ausrichtervereins in Aachen, eine speziell umgebaute Stallbox zur Verfügung gestellt werden.

Zum anderen gibt's Plagiatsvorwürfe gegen Rath, der gegenüber der Präsentation, mit der der Niederländer Edward Gal als vorheriger Reiter des rabenschwarzen Totilas Weltmeister in Kentucky wurde, bei den Deutschen Meisterschaften in Balve eine lediglich spiegelverkehrte Kür geritten haben soll. Es wird also wieder viel geredet und getuschelt werden in Aachen beim CHIO. Skeptiker erwarten sogar ein Pfeifkonzert von den niederländischen Fans, die in der Soers stets zahlreich vertreten sind, spätestens dann, wenn der Kronberger ins Viereck herein reiten wird.

Termin der EM ist Mitte August

Quasi nebenbei geht's beim CHIO für die deutschen Starter um die Qualifikation für die Europameisterschaften, die vom 17. bis zum 21. August in Rotterdam ausgetragen werden. Die Teilnahme an diesen Titelkämpfen ist das Ziel der Rheinbergerin, und dafür wird sie wie immer alles in die Waagschale werfen.

(RP/rl)