Alexander Panknin, ein „positiv verrückter“ Triathlet Der Mann der Extreme

Rheinberg · Triathlon: Alexander Panknin steigt morgen in den Flieger nach Hawaii, wo er am nächsten Donnerstag am legendären Ironman teilnehmen wird. Das Ticket für die World Championships löste er fast beiläufig beim Ironman in Hamburg.

Alexander Panknin fährt zur WM nach Hawaii. Dort startet er am nächsten Donnerstag beim Ironman, dem wohl härtesten Langstrecken-Triathlon der Welt.

Alexander Panknin fährt zur WM nach Hawaii. Dort startet er am nächsten Donnerstag beim Ironman, dem wohl härtesten Langstrecken-Triathlon der Welt.

Foto: Verein

Nur zwei Jahre benötigte Alexander Panknin, um von ersten Laufeinheiten zu einem Triathlon über die Langdistanz zu gelangen. In der kommenden Woche geht der Ausdauersportler des TT Rheinberg beim Ironman auf Hawaii an den Start. Man tritt ihm nicht zu nahe, wenn man ihn als einen „positiv Bekloppten“ bezeichnet. Zumal er diesen Ausdruck selbst in den Mund nimmt, wenn er über seinen sportlichen Werdegang erzählt. „Wenn es darum geht, etwas Verrücktes zu tun, bin ich immer gerne dabei“, sagt der 52-Jährige und kann sich das Lachen dabei nicht verkneifen.

Verrückt und alles andere als konventionell klingt die Geschichte von Panknin in der Tat. Bis zu seinem 18. Lebensjahr spielte er Fußball. Es folgten 18 Jahre, in denen er dem Sport gänzlich den Rücken kehrte. 2004 hörte er dann mit dem Rauchen auf. „Als ich mich zwei Jahre später dann so im Spiegel betrachtet habe, hat mir ganz und gar nicht gefallen, was ich da gesehen habe“, so Panknin über seine Gewichtszunahme. Er beschloss mit dem Laufen zu beginnen.

Was dann folgte, hört sich beinahe unwirklich an, denn acht Wochen später lief er bereits seinen ersten Halbmarathon. Die Spitze des Eisbergs war damit aber noch lange nicht erreicht. Denn als er im Fernsehen einen Bericht über einen Ironman-Triathlon (3,8 Kilometer Schwimmen + 180 Kilometer Radfahren + Marathon) anschaute, kam er auf die Idee, es mal mit Triathlon zu versuchen. Und auch diesmal suchte Panknin das Extrem. Mit kürzeren Strecken gab er sich erst gar nicht ab, er ging sofort auf die Langdistanz. „Ich bin halt so verrückt“, lautet sein kurzer Kommentar. Und so absolvierte er tatsächlich nur zwei Jahre, nachdem er nach einer 18-jährigen Sportpause erstmalig wieder die Laufschuhe geschnürt hatte, seinen ersten Ironman in Köln, den er nach zwölf Stunden auch zu Ende brachte. Dass er nun unmittelbar vor seinem Debüt beim ältesten und wohl härtesten Ironman der Welt, den Ironman World Championship auf Hawaii, steht, ist schon beinahe keine Überraschung mehr. „Eigentlich hatte ich damit gar nicht mehr gerechnet“, sagt der für das Triathlon Team Rheinberg startende Ausdauersportler. Schon 2020 hatte er sich das Ticket für Hawaii gesichert. Damals war der Wettbewerb jedoch aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Beim Ironman in Hamburg im Juni stand für Alexander Panknin die Qualifikation für Hawaii gar nicht im Vordergrund. „Das sollte mein letztes Rennen über die Langdistanz werden und ehrlich gesagt, bin ich mit langen Zähnen an die Vorbereitung gegangen“, sagt der in Neukirchen-Vluyn lebende Panknin. Im Wettbewerb selbst lief es dann auch alles andere als rund. „In jeder der drei Disziplinen gab es Momente, in denen ich dachte, das wird heute nichts“, so Panknin. Letztlich waren es die letzten zwei bis drei Kilometer, als er spürte, dass eine sehr brauchbare Zeit herausspringen könnte. Und so kam es dann auch. Nach 9:55 Stunden überquerte Panknin die Ziellinie und darf nun morgen in den Flieger nach Hawaii steigen.

Seine Zielsetzung für das Rennen, das am Donnerstag, 6. Oktober, um 7.30 Uhr Ortszeit gestartet wird, unterscheidet sich nicht großartig von den Zielen vieler Amateursportler, die es bis nach Hawaii schaffen. „Ich will diese Finisher-Medaille in meinem Schrank. Mit einer Zeit irgendwo zwischen zehn und zehneinhalb Stunden wäre ich zufrieden“, sagt Panknin, den seine Frau Anja als “moralische Unterstützung“ begleiten wird. „Ohne sie wäre es eine Katastrophe.“

Mit „Vorfreude, aber auch mit Respekt“ will Alexander Panknin das Abenteuer Hawaii angehen. Hohe Wellen im Pazifik, extreme Winde auf der Radstrecke sowie Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit – das sind die Schwierigkeiten, mit denen er bei den Ironman World Championship rechnen muss. „Ich werde versuchen, bei mir selbst zu bleiben, mein eigenes Tempo zu gehen, mich nicht treiben zu lassen. Und ich werde darauf achten, meine Elektrolyte im Gleichgewicht zu halten. Darüber hinaus werde ich kämpfen bis zur Ziellinie“, kündigt er an.

Und nach Hawaii? „In sportlicher Hinsicht wird mir sicher etwas einfallen“, sagt Alexander Panknin, der sich zudem noch verstärkter für den Tierschutz, einer weiteren Leidenschaft des 52-Jährigen, einsetzen will. „Da lässt sich sicher noch eine Menge bewegen.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort