Fußball : Abstiegskampf in Orsoy

In der Fußball-Kreisliga A empfängt der Drittletzte den Vorletzten. Ossenberg hat derweil massive Personalsorgen.

Der Westdeutsche Fußballverband hat in dieser Woche ganz tief in seine Trickkiste gegriffen. Herausgekommen ist die neue Regel, dass die Mannschaften von der Kreis- bis hin zur Regionalliga ab der kommenden Spielzeit gleich viermal auswechseln dürfen. Das kommt an an der Basis und findet Zuspruch. Elf Freunde war gestern, 15 Kollegen sollen es also künftig sein.

Wenn man denn überhaupt so viele hat – in Reihen von Concordia Ossenberg, dem Tabellensiebten der Kreisliga A, darf sich Marco Hagl an diesem Sonntag erst einmal darum kümmern, eine schlagkräftige Mannschaft ins Rennen zu schicken. Der Co-Trainer muss mit einer akuten Urlaubswelle fertig werden, denn neben seinem Chef Björn Quint haben auch einige Spieler vor dem Gastspiel beim FC Rumeln-Kaldenhausen die Koffer gepackt. „Fliegen statt siegen“ gibt’s überdies auch noch in anderer Aufmachung, nachdem sich Patrick Utech und David Hartung mit Platzverweisen selbst aus dem Spiel genommen haben. Silas Baumbach kommt hinzu. Der würde gerne mitmachen, hat aber wegen seiner gebrochenen Nase derzeit ganz andere Sorgen. Nun ist das Spiel in Rumeln nicht gerade ein für die Tabelle sonderlich uninteressantes Aufeinandertreffen, denn der Gastgeber ist momentan zum einen noch um jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt verlegen, zum anderen derzeit ziemlich flott auf den Beinen. Zuletzt gab es zwei Erfolgserlebnisse zu vermelden, darunter auch ein überraschendes 3:0 in Lüttingen, dass die Konkurrenten im Keller bereits schlucken ließ. Der Aufschwung der West-Duisburger ist verbunden mit einem Wechsel auf der Trainerbank. Ralf Wildraut, mit dem FCR aufgestiegen, hat vor zwei Wochen seinen Job zur Verfügung gestellt, für die erhofften neuen Impulse sorgt inzwischen sein ehemaliger Co-Trainer Heinz Nellen.

Andere Wege an der Seitenlinie sind der SV Orsoy und der SV Büderich gegangen. Sowohl Daniel Zvar, Trainer der Grün-Weißen, als auch der Büdericher Kollege Stefan Tebbe haben ihre Verträge schon vor Wochen verlängert – mit der Konsequenz, dass sie künftig vielleicht einen B-Ligisten trainieren werden. Beiden Mannschaften steht das Wasser in der Tabelle bis zum Hals, wenn sie sich am Sonntag in Orsoy gegenüber stehen. Beide haben aber auch Mut schöpfen dürfen: Büderich als Vorletzter erspielte sich ein 1:1 gegen den VfL Rheinhausen, für Zvar und seine Truppe, nur einen Zähler und einen Rang vor dem Kontrahenten aus Wesel, war das 1:1 in Neukirchen-Vluyn gar der erste Punktgewinn des Jahres und mit Blick auf den Sonntag auch eine Steilvorlage. Der Fusionsclub hat die schwere Hürde beim Rumelner TV vor der Brust, da liegt der Verdacht nah, dass beide Seiten die Tabellenplätze tauschen könnten. Tabellenschlusslicht SV Budberg II muss beim Ligadritten, der SpVgg Rheurdt-Schaephuysen bestehen – das wird eine ganz harte Nuss werden. Der ESV Hohenbudberg, auch nur einen Zähler vom Relegationsplatz entfernt, gastiert in Rheinhausen. Die Partie findet ebenso wie das Moerser Derby zwischen dem SV Scherpenberg II und dem TV Asberg bereits am morgigen Samstag statt.

Die beiden Mannschaften am oberen Ende der Tabelle freuen sich auf Heimspiele. Spitzenreiter SV Sonsbeck II erwartet den SV Millingen. Die Kontrahenten gehen nicht mit bester Formation an den Start. Sebastian Hulstein hat sich beim jüngsten 2:0-Sieg des Tabellenführers die fünfte gelbe Karte eingehandelt und wird ebenso wie der aus Studiumsgründen ausfallende Max Giesen nicht dabei sein. Auf Millinger Seite bleibt Jonas Lau nach Roter Karte außen vor. Torhüter Marc Lauderbach wird den Verein nach drei Jahren zum Saisonende verlassen und künftig zwischen den Pfosten des Bezirksligisten SV Schwafheim stehen.

Eine offene Rechnung schiebt Borussia Veen noch mit sich herum. Im ersten Saisonabschnitt zog der Ligazweite beim MSV Moers mit 0:1 den Kürzeren. Veens Trainer Christian Hauk erinnert sich an einen diesigen Oktoberabend, einen ganz schwachen Auftritt und eine verdiente Niederlage. „Das ist Stachel genug“, sagt der Coach, der um den angeschlagenen Julian Meier bangt.

Dass es ein Leben neben dem Fußball gibt wissen die Kicker von Viktoria Alpen, die am morgigen Abend in geschlossener Formation an einer vermutlich feucht-fröhlichen Feier teilnehmen werden. Das Derby gegen den nach fünf sieglosen Spielen angeschlagenen SSV Lüttingen wurde also in kluger Voraussicht auf den heutigen Abend (19 Uhr) vorgezogen.

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