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Sonsbeck: Sonsbecks tönerne Sensation

Sonsbeck : Sonsbecks tönerne Sensation

Bei Arbeiten wurden Scherben von mehr als 300 Jahre alten Tongefäßen gefunden. Ausstellung am Sonntag.

"Scherben bringen Glück", heißt es im Volksmund. Manchmal bringen sie zudem auch Erkenntnisse.

Dass bei Aushubarbeiten in Sonsbeck Tonscherben gefunden werden, ist kaum verwunderlich. Schließlich ist durch die Bauakten der St.-Nikolai-Kirche in Kalkar belegt, dass dort bereits vor mehr als 500 Jahren (1514) Sonsbecker Töpfer tätig waren. "Sonsbeck war nachweislich mit seinen 23 Brennöfen der bedeutendste Töpferort am Niederrhein", wie Michael Knieriem vom Sonsbecker Verein für Denkmalpflege erläutert.

Die Funde, die man dem Verein jedoch kürzlich zukommen ließ, sind eine kleine Sensation. Konnte der Verein bislang auf nur die Dauerleihgabe einer Sonsbecker Familie mit Töpferwaren aus dem Ort zurückgreifen, konnten jetzt zwei Schüsseln und ein Grapen (Kochkessel) aus den erhaltenen Scherbenfunden restauriert werden. "Wir sind froh, dass wir nun auch Sonsbecker Töpferware hier ausstellen können, denn die bisherige Dauerausstellung zeigt Niederrheinkeramik", berichtet Heinz-Peter Kamps. Den Vorsitzenden des Vereins freut besonders, dass die drei Stücke dank der Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Eigentum des Vereins für Denkmalpflege sind.

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Über die Funde wurden die Vereinsmitglieder erst informiert, als die Aushubarbeiten längst abgeschlossen waren. Fachmännisch ließ man die Gefäßfragmente vom Finder, dessen Name ebenso ungenannt bleiben soll wie der Fundort, in monatelanger Puzzlearbeit zusammenfügen und anschließend zu den drei genannten Exponaten aufarbeiten. "Es ist nicht wirklich leicht, so etwas zu restaurieren", erklärt Michael Knieriem. Dabei sei es noch relativ einfach, die einzelnen Teile zusammenzusetzen, aber den entsprechenden Krümmungswinkel exakt beizubehalten sei schwierig.

Zwei Belegstücke vom Boden eines Tellers sind auf das Jahr 1700 datiert. Dadurch konnte mit Hilfe archivarischer Quellen auch der Töpfer (Koppers) bestimmt werden. "Obwohl Sonsbeck mit Abstand die längste Zeit der Ort mit den meisten Töpfern war, gab es bislang keine Referenzstücke. Jetzt haben wir endlich welche. Und das sogar im Eigentum." Was Heinz-Peter Kamps zudem freut: "Die Stücke sind viel bunter als unsere bisherigen Ausstellungsstücke." Der Auftrag als Verein sei es, zu sammeln, zu bewahren und auszustellen.

Daher wird beim Internationalen Museumstages am kommenden Sonntag, 13. Mai, die Töpfer-Ausstellung (ab 11 Uhr) um die neuen Ausstellungsstücke sowie weiterer Scherben in der Gommanschen Mühle, Auf der Mauer, erweitert.

(rih)