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Sonsbecks FDP will Schwerlastverkehr aus dem Ortslagen heraushalten

Kommunalwahl in Sonsbeck : FDP will Lkw aus dem Ort verbannen

Die Sonsbecker Liberalen um Bürgermeisterkandidat Jürgen Kühne haben ihr Wahlprogramm vorgestellt. Die Partei will mit Themen überzeugen, die sie bei Bürgern abgefragt hat. Überhaupt schreibt sie Bürgernähe auf ihre Fahne.

Eigentlich, so sagt Jürgen Kühne, sei das Wahlprogramm der Sonsbecker FDP kein klassisches Wahlprogramm. „Wir haben eine andere Vorgehensweise eingeschlagen, als es sonst so üblich ist“, unterstreicht der FDP-Bürgermeisterkandidat bei der Programm-Vorstellung der Liberalen in der Gaststätte Hahn am Markt.

Man habe im vergangenen Herbst und Winter mehrere Wahlstände aufgebaut, an denen man die Bürger danach befragt habe, welche Themen sie vor Ort beschäftigten. Daraus habe man jetzt ein Programm zusammengestellt, das eher „eine Bestandsaufnahme“ sei, wie Schriftführer Ralf von Stephaudt ergänzt. Ein Kernthema dabei ist: mehr Bürgerbeteiligung.

Jürgen Kühne plant, sollte er denn zum neuen Bürgermeister gewählt werden, halbjährliche Bürgerversammlungen in den Ortsteilen durchzuführen. „In Labbeck hat es in sechs Jahren nur eine einzige Bürgerversammlung gegeben“, kritisiert der FDP-Kandidat für den Top-Job im Rathaus. Und die Verwaltung solle Bürger und Politik erst einbeziehen, so Kühnes Überzeugung, ehe sie Dinge vorantreibe.

In Sachen Verkehr fordert die FDP für den Ortsteil Labbeck „Tempo 30 auf der Labbecker Straße und eine verkehrsabhängige Ampel“. Auch die Hochstraße brauche durchgängig Tempo 30 – und Sonsbeck eine Umgehungsstraßenregelung, „die den Schwerlastverkehr aus der Gemeinde ausschließt“. Und das Verkehrskonzept, das seit 2019 angeblich noch immer in der Abstimmung sei, müsse endlich angepackt werden. „Da fühlen wir uns von Seiten der Verwaltung ein bisschen veräppelt“, formulierte Jürgen Kühne.

Beim Thema Infrastruktur müsse man dringend die Ärzteversorgung anpacken, den Raumbedarf der „überquellenden Grundschule“ sofort angehen. Grundsätzliche Kritik äußerte der FDP-Bürgermeisterkandidat an dem „unüberlegten Anzapfen“ von Fördertöpfen. Als Beispiel nannte er die alte Turnhalle. „Für diesen Zuschuss von zwei Millionen Euro hätte man eine neue Turnhalle bauen können.“ Die Argumentation der CDU, dass sonst andere das Geld aus dem Topf nähmen, so Kühne, sei ein „Totschlagargument“.

Gefördert werden sollten auf jeden Fall Ladestationen für E-Autos – da müsse man auch in Sonsbeck ein Angebot schaffen – genauso für E-Bikes und Car-Sharing. Und es brauche ein eigenes Sonsbecker Mobilitätskonzept.

Kühne will nach eigenem Bekunden als Bürgermeister offen für Lösungsansätze aller Parteien sein, solange dabei ein „objektiver Ansatz zum Nutzen der Gemeinde“ erkennbar sei. Als Ziel formulierte er den Anspruch, „die absolute Mehrheit der CDU zu brechen“. Und klar: Er will im vierten Anlauf Bürgermeister werden.