Sonsbecker wollen eine Bürgerschule für ihre Kinder einrichten

Elterninitiative: Bürgerschulpläne werden konkret

Nach einem Expertenvortrag im Pfarrheim ist diese Perspektive durchaus realistisch.

„Es geht um unsere Kinder.“ Dieser Satz von Elke Reichartz fasste trefflich zusammen, weshalb sich am Mittwochabend rund 60 Sonsbecker im neuen Pfarrheim Haus Maria Magdalena eingefunden hatten. Reichartz hatte im Namen des „Initiativkreises Sonsbecker Schule“ eingeladen. Es ging um die Frage, wie die Chancen stehen, eine weiterführende Schule in privater Trägerschaft auf die Beine zu stellen, wenn im Jahr 2020 der Gesamtschulstandort in Sonsbeck Geschichte ist.

Um diese Frage zu beantworten, hatten die Verantwortlichen Janbernd Wolfering eingeladen. Der Rechtsanwalt hat bereits seit 25 Jahren Projekte dieser Art begleitet und als Kurator des Verbandes der Privatschulen NRW auch erfolgreich zu Ende gebracht. Sein Fazit: In Sonsbeck sind alle Voraussetzungen gegeben, um eine weiterführende Schule in privater Trägerschaft zu installieren. Aber: „Es ist ein dickes Brett, das Sie bohren müssen. Sie müssen sich auf die Strümpfe machen.“

Denn die Zeit drängt. Bis zum 31. Dezember 2019 müssen alle Anträge bei der Bezirksregierung eingereicht sein, wenn die Schule zum Schuljahr 2020/21 an den Start gehen soll. Und um einzureichen, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein. „Das Konzept muss stehen, die Schulform muss klar sein, ein Gebäude muss vorhanden sein und eine Schulleitungspersönlichkeit gefunden werden“, erläuterte Wolfering dem gespannt zuhörenden Publikum. Die wichtigste Säule, das Gebäude, ist in Sonsbeck bereits vorhanden.

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Er skizzierte die weiteren Schritte. „Die sinnvollste Form ist eine Bürgerschule. Von Bürgern Sonsbecks für ihre Kinder.“ Dazu müsse nun zunächst ein Bürgerverein gegründet werden, der die Trägerschaft übernimmt. Zudem brauche es einen Besitzverein, der mit der Kommune bezüglich des Schulgebäudes verhandele und es schließlich an den Bürgerverein vermiete. „Sind alle Voraussetzungen erfüllt, fördert das Land NRW alles zu 87 Prozent.“ Dazu zählten auch Personal-, Sach- und Nebenkosten. Der Rest müsste aus eigenen Mitteln, in dem Fall Mitgliedsbeiträgen, gestemmt werden. „Die kann man in ihrer Höhe etwa mit Kita-Beiträgen vergleichen.“

Wolfering motivierte, den Schritt zur Installation einer Bürgerschule zu wagen. Denn er hatte auch Vorbilder im Gepäck. „In Issum-Sevelen und Kranenburg habe ich ähnliche Projekte begleitet, dort funktioniert es.“ Aber man müsse klein und bescheiden anfangen. „Eine Einzügigkeit reicht vollkommen aus. Und ist auch rechtens. Schließlich sind sie als Schulträger frei in ihrer Entscheidung, wie die Schule aussehen soll.“ Sinnvoll wäre eine Realschule mit beruflicher Ausrichtung, die eng mit ortsansässigen Firmen kooperiert.

Wolferings Ausführungen überzeugten. Am Ende meldeten sich spontan knapp 20 Personen, die die Gründung des Bürgervereins nun in Angriff nehmen wollen. Für ihre Kinder. Und die Zukunft des Schulstandorts Sonsbeck.

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