Sonsbeck: Sonsbeck will seine Attraktivität steigern

Sonsbeck: Sonsbeck will seine Attraktivität steigern

Die Gemeinde setzt auf ein gefördertes Projekt. Schon der Antrag scheitert derzeit aber noch an der neuen Kompetenzverteilung nach dem Regierungswechsel. Studenten, wie die SPD beantragt hat, sollen dennoch nicht zur Analyse eingesetzt werden.

Beschönigen hilft nicht: "Es stehen im Ort zu viele Geschäfte leer. Wir müssen was tun", brachte es Eckard Bollmann (Grüne) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf den Punkt und erntete zunächst einmal Kopfnicken von allen Seiten. In dieselbe Kerbe schlug zum Beispiel Josef Elsemann (CDU): "Da müssen dann aber auch richtige Profis ran", sagte der und stellte sich damit dem Auslöser der Debatte entgegen. Die SPD-Fraktion hatte nämlich beantragt, über die Hochschule Rhein-Waal ein Team aus Studenten für die Analyse zu rekrutieren.

"Es tut sich doch sonst nichts. Das können wir niemandem erklären", sagte Christa Weidinger (SPD). Vor allem auch: "Junge Leute haben vielleicht mal einen ganz anderen Blick auf unseren Ort." Und dem stimmte dann auch Jürgen Kühne (FDP) "vollständig zu". Immerhin sammelte die SPD im zweithöchsten politische Gremium der Gemeinde nach längerer Diskussion die Stimmen fast aller Fraktionen ein. Nur die CDU spielt bei der Studenten-Variante nicht mit. Und sie ist nun mal deutlich in die Mehrheit.

Dabei setzen eigentlich alle gemeinsam wegen der Misere auf IKEK. Mit dem Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept wollen Rat und Verwaltung die Gesamtsituation der Gemeinde analysieren und ein Handlungskonzept entwickeln lassen. 75 Prozent der Kosten (maximal 50.000 Euro) steuern EU, Bund und Land bei. Und in der einschlägigen Liste der Bezirksregierung, so Bürgermeister Heiko Schmidt, stehe Sonsbeck inzwischen sogar an erster Stelle.

Der Regierungswechsel in Düsseldorf mit dem Neuzuschnitt der Ministerien und Verantwortlichkeiten und möglicherweise damit verbundenen anderen Antragsformalitäten bringen das gemeinsam beschlossene Sonsbecker Begehren aber ins Stocken. "Sinn macht ein Antrag wirklich erst, wenn man weiß, was man unter welchen Voraussetzungen an wen schicken soll", sagte der Bürgermeister und zuckte mit den Schultern.

Eine zweite Truppe wie die Studenten zum selben Thema durch den Ort zu schicken, verwirre nur, ließ sich Elsemann ein. Und: "Wir sollten nicht den Fehler wie beim Leader-Programm machen, dass jeder seine Wünsche auf einem Zettel äußern kann und hinterher merken wir, dass kaum etwas davon verwirklicht werden kann", so Schmidt, der dann eben auch mit der CDU gegen den SPD-Antrag stimmte.

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Auf der Wunschliste der SPD-Fraktion steht - auch in diesem Zusammenhang - die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Hochstraße. Dem erneuten Ansinnen, den Lkw-Verkehr völlig oder nur stundenweise aus der Einkaufsstraße zu verbannen, hatte schon vor drei Jahren ein Gutachten des Büros für Verkehrs- und Stadtplanung BVS Rödel & Pachan aus Kamp-Lintfort eine Absage erteilt.

Jürgen Kühne erinnerte: "Wohin sollen wir die Lkw denn umleiten? Das ginge nur über eine Umgehungsstraße." Einer Verlängerung der Tempo-30-Zone bis zum Netto-Markt ist die Politik allerdings nicht abgeneigt. Einen entsprechenden Antrag auf den Weg zu Straßen NRW zu bringen, wie ihn die SPD unter anderem zur Sicherheit der Kinder auch außerhalb der Schul- und damit Verkehrshelferzeit fordert, habe ohne neue Argumente wenig Sinn und koste nur Zeit, so Elsemann.

Ob sich etwas grundsätzlich geändert habe, solle in einem Vorab-Gutachten geklärt werden. Über den Vorschlag soll der Rat am kommenden Dienstag (17 Uhr, Kastell) entscheiden.

Entscheidungshilfen kann die Gemeinde möglicherweise selbst liefern. Die immer wieder wegen leerer Batterien ausfallenden Speed-Displays auf der Hochstraße mit lächelnden oder böse dreinsehenden Minen sollen durch neue, solarbetriebene ersetzt werden. Die gibt es auch mit der Möglichkeit zur Auswertung der Daten, wie oft wie schnell gefahren wird. Vielleicht ist das sinnvoll. Kämmerer Willi Tenhagen jedenfalls wird dafür 5000 Euro in den Haushalt einstellen.

(RP)