Sonsbeck: Waldrestaurant Höfer schließt wegen Großumbau ab 24. Juni

Wegen Umbaus geschlossen : Waldrestaurant bekommt Frischekur

Neue Böden, neue Fenster, ein komplett neues Dach und Obergeschoss – das Waldrestaurant Höfer wird grundlegend saniert. Dafür schließt die Sonsbecker Traditionsgaststätte am 24. Juni. Große Wiedereröffnung soll am 1. September sein.

42 Jahre ist es nunmehr her, dass Hans-Gerd Höfer den elterlichen Bauernhof am Graf-Haeseler-Weg gemeinsam mit seiner Frau Iris zum heute allseits bekannten wie beliebten Waldrestaurant umbaute. Und seitdem hat sich an der Inneneinrichtung sowie an der baulichen wie technischen Ausstattung des Gastronomiebetriebs auch kaum noch etwas verändert.

Doch das wird Friederike Höfer nun ändern. Vor zwei Jahren übernahm die 34-Jährige den Betrieb des Waldrestaurants von ihren Eltern – und setzt schon lange währende Pläne, einmal grundlegend zu sanieren, nun in die Tat um. „Am 24. Juni werden wir vorerst schließen. Dann rücken die Bauarbeiter an“, erzählt die Mutter von vier Kindern. Es sei nun an der Zeit, Inneneinrichtung und Technik auf den neuesten Stand zu bringen. „Eigentlich hatten wir diese Pläne nun schon zwei bis drei Jahre.“ Aber der plötzliche Tod ihres Vaters im vergangenen Jahr verzögerte deren Umsetzung dann noch ein wenig. Zudem habe sie sich erst einmal in ihre neue Aufgabe hineinarbeiten wollen, so Friederike Höfer.

In acht Wochen Bauzeit soll einiges geschehen, insgesamt 17 Gewerke werden grundlegend saniert. „Wir bekommen ein komplett neues Dach, neue Fenster, eine neue Heizung, einen neuen Boden. Das erste Obergeschoss wird komplett neu gemacht.“ Dazu zählen nicht nur der 380 Quadratmeter große Restaurantbereich, sondern auch die Küche und der im Jahr 2000 fertiggestellte Anbau. „Auch hier wird moderne Technik verbaut.“

Damit sei das gesetzte Budget von knapp 700.000 Euro dann aber auch ausgereizt. „Für das Geld hätten wir eigentlich fast neu bauen können. Aber viel Geld müssen wir nun auch dafür in die Hand nehmen, um Auflagen zu erfüllen.“ So seien nunmehr Lampen mit Notstrom-Akkus vorgeschrieben. „Die kosten allein 400 Euro pro Stück. Und auch für die Küche ist eine neue Lüftung notwendig, die schlägt mit 70.000 Euro zu Buche.“

Trotz dieser Schwierigkeiten schließt sich für Friederike Höfer nun ein Kreis. Schon während sie vor zwölf Jahren ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau beim Moerser Hotelier Elmar Welling absolvierte, war für sie klar, dass sie eines Tages den elterlichen Restaurantbetrieb übernehmen wolle. Es folgten eine Ausbildung zur Köchin auf Sylt sowie eine betriebswirtschaftliche Fortbildung an einer Hotelfachschule. „Eigentlich hatte ich nach meiner Ausbildung eine schöne Stelle auf dem Kreuzfahrtschiff MS Deutschland gefunden. Doch bei einer Routineuntersuchung im Vorfeld wurde festgestellt, dass ich schwanger bin. Also blieb ich daheim.“ Und packte im elterlichen Betrieb mit an.

Elmar Welling war es auch, der Friederike Höfer bei ihren Umbauplänen mit viel Rat und Sachverstand immer zur Seite stand. „Wir haben uns irgendwann auf einer Veranstaltung wieder getroffen und ich habe ihm von meinen Umbau-Plänen erzählt. Er hat sie eigentlich sofort wieder umgeworfen“, sagt Höfer und lacht. „Aber danach kam er öfter hierher und hat mich beraten. Er hat schließlich viel Erfahrung in diesen Sachen und war so etwas wie ein Mentor für mich.“

Trotz der Modernisierung soll das Waldrestaurant aber nichts von seinem alten Charme verlieren. „Es wird ein bisschen mehr meins. Moderner und heller, aber dennoch weiterhin urig. Und wir bekommen eine zweite Feuerstelle“, erklärt Höfer. An Größe und Zuschnitt der Gast­räume wird sich allerdings nichts ändern. So wird auch künftig genügend Platz für große Familienfeiern sein. „Geburtstage, Hochzeiten, Kommunionfeiern, Beerdigungen. Das war schon immer unser Hauptgeschäft – und als klassischer Familienbetrieb auch unsere Herzensangelegenheit. Daran soll sich auch künftig nichts ändern“, sagt Höfer.

Die große Wiedereröffnung ist für den 1. September geplant. „Bis dahin haben wir geschlossen, wir haben ja noch nicht einmal eine Küche.“ Für kleinere Veranstaltungen in diesem Zeitraum habe man aber einen Alternativplan in der Hinterhand, verrät Höfer.

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