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Sonsbeck: Stauwehr als Ersatz für Biberdamm wird erhöht

Umbau am Stauwehr in Sonsbecker Ley : So sollen die Biber vom Bauen abgehalten werden

Bislang zeigte sich das Biber-Paar von der künstlichen Barriere in der Sonsbecker Ley recht unbeeindruckt. Der Kreis Wesel ordnete nun einen Umbau des Wehrs an, der auch die seltenen Teichhühner einbezieht.

Der Kreis Wesel hat einen Umbau des in der Sonsbecker Ley errichteten Stauwehrs angeordnet, der als Ersatz für den Biberdamm dienen soll. Demnach soll der Wasser- und Bodenverband Kervenheimer Mühlenfleuth die Vorrichtung vorübergehend um zehn Zentimeter erhöhen. Zudem wird eine Aufstiegsmöglichkeit für Kleinlebewesen und flugunfähige Jungvögel installiert, die es den Tieren ermöglichen soll, das Wehr flussaufwärts zu überwinden. Die entsprechende Genehmigung erteilte der Kreis Wesel am Dienstag.

Der Kreis erhofft sich von der Erhöhung des Wehrs, dass sich die Biber leichter an die künstliche Barriere gewöhnen, wie es in der Mitteilung heißt. Bereits Anfang Juli wurde die Vorrichtung errichtet, um den Wasserstand so einzuregeln, dass die Lebensstätte der Biber vor dem Zugriff von Fressfeinden geschützt ist. Ziel der Maßnahme war es, den Biberdamm abzutragen, um so der potenziellen Gefahr einer Überflutung angrenzender Wohngebiete entgegenzuwirken. Das Problem: Die fleißigen Nager zeigten sich ganz unbeeindruckt von der künstlichen Barriere und bauten ihren Damm immer wieder auf. Die nun geplante Maßnahme soll die Tiere von ihrer Bautätigkeit abhalten.

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Dabei soll der Biberdamm nach Erhöhung des Stauwehrs kleinschrittig geöffnet werden, so dass eine Angleichung des Wasserspiegels vor und hinter dem Damm erfolgt. So soll, wie der Kreis erklärt, eine Sogwirkung verhindert werden, die gegebenenfalls andere Tierarten beeinträchtigten könnte. „Erst danach darf der Biberdamm vollständig entfernt werden“, schreibt der Kreis. Zehn Tage nach Entfernung des Biberdammes soll der Wasserstand wieder auf die ursprüngliche Höhe eingestaut werden.

Zudem wird das Wehr um eine Aufstiegshilfe für Kleinlebewesen und flugunfähige Vögel erweitert. Kostenpflichtiger Inhalt Erst am Freitag hatten Anwohner eigenmächtig eine derartige Rampe gebaut, nachdem fünf Teichhuhn-Küken über das Wehr geschwemmt worden waren und nicht aus eigener Kraft zurückklettern konnten. „Mit den Maßnahmen sollen sowohl der Lebensraum der ansässigen Biber als auch der dort lebenden Teichrallen geschützt werden“, erklärt der Kreis Wesel in seiner Mitteilung. „Gleichzeitig sollen so Überschwemmungen bei möglichen Starkregenereignissen vermieden werden.“ Aufgrund der gemeldeten Gewitter in der Region sollen die Arbeiten zeitnah erfolgen, heißt es.