Sonsbeck Sonsbeck: Schlammkur für das Rückhaltebecken

Sonsbeck · Nach dem Starkregen muss der Sonsbecker "Ententeich" vorübergehend trockengelegt werden.

 Mit einem weitausladenden Bagger wird der "Ententeich" an der Parkstraße entschlammt.

Mit einem weitausladenden Bagger wird der "Ententeich" an der Parkstraße entschlammt.

Foto: Armin Fischer

Die Gemeinde Sonsbeck lässt das Regenrückhaltesystem an der Parkstraße entschlammen. 50.000 Euro kosten die Arbeiten. 90 Prozent trägt das Land aus Sondermitteln. Notwendig ist die Maßnahme, die Ende des Monats abgeschlossen sein soll, weil beim Stark-regen im Juni erhebliche Erdmassen über das Pumpwerk ohne vorherige Ablagerung in das dritte Becken geflutet wurden, in dem eigentlich nur noch Wasser landen soll.

Für den Reiher und Schwärme von Möwen sind Ostern und Weihnachtsfeiertage gleichzeitig angebrochen. Schlamm, Schlamm, nichts als Schlamm und dazu noch schnabelgerecht serviert von einem Ungetüm von Bagger. Das Gerät mit einem riesigen Arm schaufelt ununterbrochen die nasse Masse erst um und dann aus dem Becken. Bis zu 60 Zentimeter tief stecken die meterhohen und 60 Zentimeter breiten Fahrketten in dem modrigen Boden. "Die großen Graskarpfen, die wir bewusst in den Teich gesetzt haben, um das Gewässer weitgehend algenfrei zu halten, haben Angler aus Griethausen abgekäschert und in ihre Kalkarer Gewässer gesetzt", berichtet Jürgen Köhlitz, bei der Gemeindeverwaltung zuständig für die Abwasserbeseitigung. Dennoch bleibe natürlich jede Menge Nahrhaftes in der Matsche. In einer, die gar nicht dorthin gehört. Die 1989 beim Neubau der Sonsbecker Westsiedlung erbaute Anlage ist nämlich dreistufig. Das Regenwasser wird aus dem Kanal zunächst in ein kleineres Becken gepumpt - und in Ruhe gelassen, damit sich die mittransportierte Erde absetzen kann. Wenn das Becken voll ist, läuft das schon nicht mehr so stark verschlammte Wasser in ein zweites Becken über. Und von dort sollte dann eigentlich nur noch reines Wasser ins große dritte Becken laufen, das die Sonsbecker Spaziergänger denn auch liebevoll ihren "Ententeich" nennen. Wenn der dann zuviel Wasser hat, fließt das wiederum durch ein Rohr in die Sonsbecker Ley. Im Juni allerdings schütteten die sieben Pumpen notgedrungen so viel Regenwasser aus, dass sich das Wasser wie eine Lawine sofort in den Teich ergoss. Mit Folgen: "Echolotmessungen ergaben, dass sich eine 60 Zentimeter hohe Schlammschicht gebildet hat", sagt Jürgen Köhlitz. Damit gibt es nicht mehr genug Raum schon für stärkere anhaltende Regenfälle. Während die ersten beiden Regenrückhaltebecken alle vier, fünf Jahre entschlammt werden müssen, ist deshalb auch erstmals seit 1989 eine Schlammkur fürs dritte Becken unumgänglich. Und zwar im Winter, weil es da (normalerweise) keine Starkregen gibt und der Bauhof gleichzeitig in der Umgebung die Gehölze pflegen kann.

Zwischen 600 und 700 Kubikmeter lässt das Kevelaerer Unternehmen Schlabbers mit einem in den Niederlanden geliehenen Bagger abgraben. Mit Lkw wird die Masse über eine gestern angelegte Rampe ein paar Meter weiter weggefahren. Im Rücken des Sportplatzes wird der Schlamm dann aus den nur immer halbvollen Kippern (Köhlitz: "Die würden sonst zu sehr schlabbern.") abgeladen. Die auf Schadstoffe untersuchte, als unkritisch befundene und deshalb auch weitgehend geruchlose Masse soll dort trocknen. "Wir möchten sie später an Landwirte abgeben oder auch zum Verfüllen von Kiesabgrabungsstätten", sagt Köhlitz. Eine dritte Möglichkeit fallen ihm und Bürgermeister Heiko Schmidt auch noch ein: "Wir verkaufen sie in der näheren Umgebung als Kur-Schlamm."

(RP)