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Sonsbeck: Rat beschließt mit Brandschutzbedarfsplan Investitionen in Feuerwehr

Rat beschließt Brandschutzbedarfsplan : Große Investitionen in Sonsbecks Wehr

Der Sonsbecker Rat beschloss einstimmig den neuen Brandschutzbedarfsplan, der unter anderem neue Fahrzeuge und einen Anbau am Feuerwehrgerätehaus in Sonsbeck vorsieht. Durch eine interkommunale Zusammenarbeit sollen die Randbereiche der Gemeinde besser abgedeckt werden.

So kurz vor der Kommunalwahl war es fast schon verwunderlich, geradezu wohltuend, wie geschlossen die Sonsbecker Fraktionen bei der letzten Ratssitzung in alter Zusammensetzung auftraten. Zumindest bei einem Thema: der Stärkung der Freiwilligen Feuerwehr. Einstimmig, ohne jegliche Diskussion, wurde der neue Brandschutzbedarfsplan für die kommenden fünf Jahre beschlossen. Einstimmig gab der Rat damit auch grünes Licht für weitreichende Investitionen in die Wehr. „Fahrzeuge, Mannschaft und Gerät ergeben die Einheit Feuerwehr“, sagt Sonsbecks Feuerwehrchef Jürgen Köhlitz. In allen drei Bereichen soll es Optimierungen geben. Ein Überblick.

Fahrzeuge Auf insgesamt sechs neue Fahrzeuge kann sich die Feuerwehr Sonsbeck mit ihren drei Einheiten Sonsbeck, Labbeck und Hamb freuen. Noch in diesem Jahr sollen für die Einheit Sonsbeck ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) zur technischen Hilfestellung und Brandbekämpfung sowie ein Logistikfahrzeug mit Ladebereich für – je nach Einsatz – variable Container bestellt werden. Die Investitionssumme beträgt insgesamt 895.000 Euro. Zwei ältere Fahrzeuge (1981 und 1988) werden dadurch ersetzt. Einziger Wermutstropfen: „Die Auslieferung wird noch rund zwei Jahre dauern“, sagt Köhlitz. „Die Wagen gibt’s eben nicht von der Stange. Sie werden für jede Feuerwehr einzeln entworfen.“ Bereits in Kürze erwartet wird dafür ein neuer Pkw für den Einsatzleiter.

In den kommenden vier Jahren sollen drei weitere Fahrzeuge für insgesamt 700.000 Euro folgen: Die Feuerwehr erhält ein weiters HLF und ein kleines Logistikfahrzeug sowie einen neuen Einsatzleitwagen.

Feuerwehrgerätehaus Jede der drei Einheiten hat ein eigenes Feuerwehrgerätehaus. Während die Gebäude in Labbeck (2010) und Hamb (2008) noch relativ neu sind und heutigen Standards entsprechen, hat die Sonsbecker Wache (1992) einen erheblichen Mangel: „1992 hat noch niemand über Frauen in der Feuerwehr nachgedacht“, so Köhlitz. Soll heißen: Derzeit müssen sich die Feuerwehrfrauen in einem Provisorium umziehen. Da die Einheit aber zwei Kammradinnen im Einsatzteam und ein Mädchen in der Jugendfeuerwehr hat und diese Entwicklung weiter vorantreiben möchte, soll ein Anbau Abhilfe schaffen. Die Planungen für das rund 175 Quadratmeter große Gebäude laufen derzeit. Die Kosten sind noch nicht genau zu beziffern. Baustart ist für das kommende Jahr vorgesehen. Im Anbau sollen neben Duschen und Umkleiden für bis zu zehn Frauen auch zusätzliche Umkleiden für die Männer entstehen.

Zudem bekommen die Wehrkräfte für 90.000 Euro eine neue Garderobe. 120 Uniformen mit Hosen und Jacken, 120 Helme sowie 30 Schutzjacken für Brandeinsätze sollen die bestehende Ausstattung ergänzen.

Mannschaft In der Sonsbecker Wehr gibt es einen Spruch: „Ohne das passende Gerät lässt sich nicht viel ausrichten, ohne die Menschen bewegt sich aber nichts.“ Aktuell verteilen sich 105 Einsatzkräfte auf die Einheiten Sonsbeck (53), Labbeck (24) und Hamb (28). Hinzu kommen 25 Jungen und Mädchen, die in der Jugendfeuerwehr aktiv sind. Das sei nicht schlecht, so Köhlitz, aber durchaus ausbaufähig. „Wir möchten in der Sonsbecker Einheit auf über 60 Kameraden kommen“, ergänzt er. Wie in vielen anderen Feuerwehren besteht auch in Sonsbeck in der Hauptberufszeit von 8 bis 17 Uhr der größte Bedarf. Sonsbeck sei eine sogenannte Schlafgemeinde. „Viele Menschen wohnen und schlafen zwar hier, fahren tagsüber zur Arbeit aber anderswohin“, erklärt der Feuerwehrchef. Tagsüber seien daher nur 20 Einsatzkräfte vor Ort. Köhlitz’ Wunsch: die Zahl in fünf Jahren auf 25 erhöhen. Deshalb will die Gemeinde verstärkt um Mitglieder werben und darüber hinaus mit Arbeitgebern aus der Gemeinde sprechen, um für die Wehrleute Job und Ehrenamt besser vereinen zu lassen.

Für noch mehr Manpower setzt die Sonsbecker Wehr auch auf eine interkommunale Zusammenarbeit mit Xanten, Geldern, Kevelaer und Uedem, um die Menschen in den Randgebieten in Gefahrensituationen schneller zu erreichen. „Es muss sich niemand Sorgen machen, dass wir nicht rechtzeitig da sind“, betont Köhlitz. „Doch wenn es zum Beispiel in der Wohnanlage St. Bernardin brennt, ist es sinnvoll, dass auch die Kollegen aus Geldern-Kapellen ausrücken, die schneller da sind als der Löschzug Hamb.“ Als Wert gilt eine Anfahrtsdauer von sechs Minuten. In Sonsbeck liegen 20 Prozent der Flächen außerhalb dieser Zeitspanne. Dort leben 300 der insgesamt rund 9000 Einwohner. Mit Xanten und Geldern gibt es schon Vereinbarungen. Nun soll noch Richtung Westen kooperiert werden.