1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Sonsbeck plant Anbau für Frauen in der Feuerwehr

Bauprojekt in Sonsbeck : Neue Räume für Frauen in der Feuerwehr

Im Sonsbecker Planungsausschuss sind die Entwürfe für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses vorgestellt worden. Für Verwunderung sorgte die Höhe der Baunebenkosten.

Die gute Nachricht zuerst: Auch immer mehr Frauen verstärken das Team der Freiwilligen Feuerwehr Sonsbeck. Aktuell hat die Sonsbecker Einheit zwei Kammradinnen im Einsatzteam und ein Mädchen in der Jugendfeuerwehr. Weiterer Zuwachs ist gerne gesehen. Das Problem: Bislang hatten die weiblichen Wehrkräfte keine eigenen Umkleiden, mussten sich in einem Provisorium, einer umfunktionierten Abstellkammer, umziehen. „Ein unzumutbarer Zustand“, wie Georg Schnitzler, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen, betonte, ehe er im Bauausschuss die Entwürfe für den geplanten Ausbau des Gerätehauses an der Alpener Straße vorstellte.

Geplant ist demnach ein eingeschossiger Erweiterungsbau von 22 Mal acht Metern an der Nordwestseite des Bestandsgebäudes. Darin sollen neben Duschen und Umkleiden für bis zu zehn Frauen auch zusätzliche Umkleiden für die Männer entstehen. „Die derzeitigen Umkleideräume bieten Platz für 50 Männer, mit der Erweiterung können wir auf 65 aufstocken“, erklärte Schnitzler.

Im Zuge des Anbaus soll auch ein Teil des Inventars modernisiert werden. „Dazu gehört die Ertüchtigung der gesamten Druckluftanlage nebst Leitungen sowie der Medienampeln in den Fahrzeugen, die Installation einer Trocknungsanlage für zehn Feuerwehrgarnituren und die Anpassung aller Spinde“, so Schnitzler.

Die Fassade des Neubaus wird sich den Plänen zufolge deutlich vom bestehenden Gebäude abheben. Vorgesehen ist eine moderne Holzfassade, die sich an den Klinkerbau anschmiegt. Schnitzler: „Das ausgewählte Lärchenholz bildet nicht nur ein gestalterisches Element, sondern entwickelt über die Jahre auch einen natürlichen, nachhaltigen Witterungsschutz.“

Das ursprünglich geneigt geplante Dach wurde in den Entwürfen verworfen und durch ein Flachdach ersetzt. Grund dafür ist ein vom Kreis Wesel geforderter zweiter Rettungsweg aus dem ersten Obergeschoss. Dieser soll über das Dach und eine neue Stahltreppe auf die Hofseite des Bauhofes führen.

Die Gesamtkosten für die Erweiterung belaufen sich auf 840.000 Euro. Davon könnten bis zu 250.000 Euro aus dem Fördertopf des Anfang 2020 vom Land NRW gestellten „Sonderaufrufs Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021“ übernommen werden. Der Förderantrag sowie der vorab notwendige Bauantrag seien bereits gestellt, so Schnitzler.

Für Verwunderung unter den Ausschussmitgliedern sorgten die Baunebenkosten von 233.000 Euro, darunter allen voran die für Fachplaner veranschlagten Honorare in Höhe von 145.000 Euro. Christa Weidinger (SPD) mahnte dazu, die Kosten im Auge zu behalten. „Man kennt die Fälle, in denen die Kosten explodiert sind.“ Beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Wardt beispielsweise korrigierte die Stadt Xanten die Kosten von ursprünglich geplanten 1,3 Millionen Euro auf knapp zwei Millionen Euro. Bürgermeister Heiko Schmidt beschwichtigte: Der Anbau sei zwar zukunftsweisend, so dass nicht in ein, zwei Jahren erneut nachbessert werden müsse, Luxus erlaube man sich aber nicht. Auf die Frage, was passiere, wenn die Förderung abgelehnt werden sollte, ergänzte er: Die Erfordernisse seien laut Brandschutzbedarfsplan deutlich, weshalb das Projekt „unabhängig von einer Förderung umgesetzt werden sollte“.