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Sonsbeck: Pastor Günter Hoebertz leitet Männerseelsorge am Niederrhein

Sonsbecks Pastor leitet neues Angebot am Niederrhein : „Männerseelsorge ist kernig“

Sonsbecks Pastor Günter Hoebertz leitet das neue Angebot für die Herren am Niederrhein. Im März geht‘s auf eine Fahrt nach Spanien.

In der katholischen Kirche gibt es Männer, soweit das Auge reicht. Sie sind es, die bei Gottesdiensten am Altar stehen, die Ämter und Leitungen von Gremien übernehmen. Doch wenn es um seelsorgerische Angebote für Männer geht, sieht es in vielen Gemeinden dagegen eher mau aus. „Für Frauen gibt es viele spirituelle Angebote oder Gruppen, in denen sie sich organisieren und austauschen können. Zeitgleich gibt es nur wenige Frauen in Leitungspositionen“, sagt Pastor Günter Hoebertz von der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck. „Bei den Männern ist das genau umgekehrt. Wir möchten versuchen, dieses Ungleichgewicht etwas auszugleichen.“ Hoebertz ist nun vom Bistum Münster beauftragt worden, die Männerseelsorge am Niederrhein zu steuern.

Und dass auch das vermeintlich starke Geschlecht über Glaubensfragen, Gefühle und Probleme sprechen will, davon ist der Sonsbecker überzeugt. Ein Aha-Moment sei eine sogenannte Sternnachtwallfahrt vor zwei Jahren nach Xanten gewesen, bei der er sich zusammen mit einer Gruppe von Männern zu Fuß auf den Weg gemacht hatte. „Ich dachte zunächst, unterwegs bleibt es beim oberflächlichen Smalltalk“, erzählt Hoebertz. „Ich war selbst erstaunt, wie schnell die Gespräche in die Tiefe gingen.“ Die Teilnehmer beredeten familiäre oder berufliche Schwierigkeiten. „Ein Mann zum Beispiel sprach darüber, seiner Frau noch nichts von seiner Krebserkrankung erzählt zu haben“, erinnert sich der Pfarrer.

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Hoebertz‘ Erkenntnis: Es brauche gar nicht viel, damit sich Männer öffneten. Eine Möglichkeit des Zusammentreffens, etwas Zeit, ein Angebot, das bloß nicht zu fromm oder förmlich sein dürfe, sondern eher zwanglos. „Männerseelsorge ist kernig, da darf es auch mal ein Bier oder Grillwürstchen zum Gespräch geben“, sagt der Pfarrer. Körperliche Arbeit schade ebenfalls nicht, damit Männer ihrer Seele mal Luft machen könnten.

Deshalb plant Hoebertz Anfang März eine einwöchige Fahrt nach Spanien. In Andalusien, im Süden des Landes, soll die Gemeinschaft Pueblo De Dios (Gottes Volk) besucht werden. „Die Gemeinschaft ist eine Art selbst gefundene Familie mit Menschen verschiedener Herkunft und Lebensläufe“, erzählt der Organisator. Vor Ort wird für eine Woche mit der Gemeinschaft die Unterkunft, das Leben und die Arbeit geteilt. Hoebertz kennt die Gemeinschaft bereits seit 2011, fährt jährlich mit den Firmlingen dorthin. „Die Fahrten sind ganz handfest: Wir haben dort schon Wände gestrichen, Kakteen aus der Erde gerissen, bei der Ernte geholfen“, zählt der Pfarrer auf, der die Erfahrung gemacht hat: „Wenn Männer gemeinsam an etwas arbeiten, etwas zusammen schaffen, dann fällt es ihnen auch leichter, sich zu öffnen.“ Zugleich betont der Pastor: Reden sei kein Muss. Schon die Arbeit, die Abwechslung, etwas Spaß in der Gruppe helfe oftmals dabei, den Kopf frei zu bekommen. Die Fahrt nach Spanien soll am Freitag, 4. März, starten. Weitere Infos gibt es im Pfarrbüro.

Als Männerseelsorger für den Niederrhein will Hoebertz darüber hinaus auch die Sternnachtwallfahrt regelmäßig anbieten. „Aber es geht nicht darum, dass ich die Männer künftig bespaße“, sagt Hoebertz. Stattdessen will er dabei unterstützen, dass sich eigenständige Männergruppen bilden, die dann wiederum Aktionen anbieten können.

Als Ansprechpartner steht Pastor Günter Hoebertz im Pfarrbüro der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena unter Tel. 02838 91043512 oder per E-Mail an hoebertz-g@bistum-muenster.de zur Verfügung.

(beaw)