Sonsbeck: OGS-Ferienprogramm an der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule

Sonsbeck : Einen Tag lang Erwachsener sein

Beim Ferienprogramm der Grundschule tauschten Betreuer und Kinder die Rollen. Noch zwei Wochen lang können sich die Kinder austoben.

„Ela, wie schaffst du das, ein Betreuer zu sein. Das ist schwer!“, erklärt Paula stöhnend. Einmal Betreuer sein, die Rollen tauschen mit den Erwachsenen, das wünschen sich die Jungen und Mädchen in der offenen Ganztagsbetreuung (OGS) der Johann-Hinrich-Wichern-Schule des Öfteren. Im Rahmen des dreiwöchigen Ferienprogramms erfüllten die Betreuer den Kindern diesen Wunsch. Mit allem, was dazugehört: Aufsicht, Streit schlichten, Planung und Verantwortung.

Gruppenweise wurde der Erwachsenen-Kinder-Tausch am Vortag zusammen mit den Betreuern vorbereitet. Vormittags- beziehungsweise Nachmittagsprogramm, Bastelangebot sowie Planung des Essens, Einkauf inklusive, mussten organisiert werden. Im Flur wurde das „Kinder-Büro“ eingerichtet, Shiva von den Mitstreitern zur Kinder-Leitung gewählt. Das bedeutet für sie, dass sie am Freitag offiziell ans Telefon gehen wird oder sich kümmert, wenn Kinder krank werden. Aber auch Toilettendienst, aufräumen und das richtige Zeitmanagement liegen in Kinderhand.

Die Erst- bis Viertklässler nehmen ihre Aufgaben bereits am Probe-Tag ernst. Plötzlich legen sie Wert darauf, dass Roller und Fahrzeuge ordnungsgemäß abgestellt werden, was sie sonst wenig stört. Aber der Schalk steckt ihnen bei dem Rollentausch ebenso im Nacken. „Übermorgen lasse ich den Paddy (Betreuer) nicht nach Hause, wenn der keinen Zettel von seinen Eltern hat, dass er alleine nach Hause gehen darf“, kündigte Ehsan mit einem breiten Grinsen im Vorfeld an. „Da bringe ich lieber mal einen Zettel meiner Eltern mit“, sagt Leiterin Gabriela Peters schmunzelnd.

Ihr und ihrem Team ist es wichtig, dass sich der Ablauf beim Ferienprogramm vom normalen Alltag unterscheidet, damit es „sich für die Kinder auch wie Ferien anfühlt.“ Umso mehr freut sie sich, wenn die Viertklässler auch im vierten Jahr immer noch gerne kommen. „Das spricht doch für uns.“ Bei der Zusammenstellung des Programms werden Ideen der Jungen und Mädchen aufgegriffen, wie beim Rollentausch. In diesem Jahr kamen aber auch Viertklässler auf die OGS-Leiterin zu, die bereits ein fertiges Konzept für einen Ferientag im Kopf hatten, den sie gerne gestalten wollten. „Deren Monstertag war total durchdacht. Den setzen wir genau so mit den Ideengebern um“, freut sie sich über das Engagement.

Bis zu 64 Kinder sind an manchen Tagen angemeldet. In den ersten Jahren waren es rund ein Dutzend. „Das Programm hat sich im Laufe der Zeit total gewandelt. Ideen und Wünsche der Kinder fließen mit ein und wir versuchen uns immer etwas Neues einfallen zu lassen“, erklärt Gabriela Peters. Dazu gehört, dass man sich mal durch Leckereien anderer Länder schlemmt, Ausflüge in Freizeitparks unternimmt, kicken, schreinern, matschen und seine Talente beweisen darf oder den Schulhof in einen Campingplatz verwandelt.

Den Abschluss bildet dann der Hüpfburgtag, bevor es auch in der Betreuung heißt: Ab in die Ferien.

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