Sonsbeck: Initiativkreis Sonsbecker Schule plant weiterführende Privatschule

Sonsbeck : Eltern planen weiterführende Privatschule

Der neu gegründete „Initiativkreis Sonsbecker Schule“ will nach dem Aus der Haupt- und Gesamtschule eine Schulform in privater Trägerschaft auf die Beine stellen. Bei einem Infoabend kommen alle Optionen auf den Prüfstand.

Die s’Grooten-Hauptschule in Sonsbeck ist seit diesem Sommer Geschichte, auch der Teilstandort der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck hat keine Zukunft mehr und wird spätestens zum Ende des Schuljahres 2019/2020 geschlossen (wir berichteten). Das würde bedeuten, dass es in rund zwei Jahren keine weiterführende Schule mehr in Sonsbeck geben würde.

Damit wollen sich einige Eltern aber offenbar nicht abfinden. Denn in den vergangenen Monaten hat sich der „Initiativkreis Sonsbecker Schule“ (IKS) gegründet, der nun am Mittwoch, 10. Oktober, zu einer Informationsveranstaltung ins neue Sonsbecker Pfarrheim einlädt (siehe Infokasten). Das Ziel des IKS: eine Realschule in privater Trägerschaft in Sonsbeck auf die Beine zu stellen.

Und auch an Gerd Reinders, den Vorsitzenden des Schulausschusses der Gemeinde, sind die Eltern herangetreten. Reinders betont allerdings im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das ist eine rein private Initiative. Weder die Gemeinde Sonsbeck noch ich in meiner Funktion als Ausschussvorsitzender haben den Anstoß dazu gegeben. Das dürfen wir auch gar nicht.“ Denn politisch ist das Aus der Gesamtschule bereits beschlossene Sache und auch von der Bezirksregierung so vorgegeben.

Reinders möchte zudem zum jetzigen Zeitpunkt keine allzu großen Hoffnungen aufkommen lassen, dass der IKS nun eine neue weiterführende Schulform in Sonsbeck installieren könnte. „Alle Möglichkeiten sind offen. Dazu dient auch der Informationsabend. Wenn sich dort herausstellt, dass eine Schulgründung in privater Trägerschaft unrealistisch ist, dann wird es auch nicht dazu kommen. „Daher darf man mit absolut keiner Erwartungshaltung in diesen Abend gehen.“ Zu der Veranstaltung wurde ein Düsseldorfer Fachanwalt eingeladen, der sich hauptsächlich mit Schulneugründungen beschäftigt und seine Sicht der Dinge darlegen wird.

Aber allein die Tatsache, dass sich der IKS gegründet hat, zeigt, dass der Bedarf nach einer weiterführenden Schule in Sonsbeck weiterhin gegeben ist. „Gerade die Eltern von männlichen Schülern sehen die Notwendigkeit. Mädchen haben genug Möglichkeiten im Umland, beispielsweise in Xanten und in Geldern, um eine weiterführende Schule zu besuchen. Aber für Jungs gibt es nur wenig Alternativen“, sagt Reinders. Daher kursiere beim IKS auch das Denkmodell, eine Realschule mit technischer Ausrichtung ins Leben zu rufen. „Aber nochmal: Stellt sich der Gründungsprozess als zu kompliziert heraus, ist die Idee des IKS gestorben.“

Sollte sich allerdings zeigen, dass eine Schulneugründung im Bereich des Möglichen liegt, müssten alle Ressourcen gebündelt werden. „Dann braucht es Tatkraft und Akteure, die auch dahinter stehen. Dann muss der Prozess auch durchgezogen werden.“ Dennoch schätzt er, dass es weitere zwei Jahre dauern könnte, bis eine weiterführende Schule in privater Trägerschaft den Betrieb aufnehmen könnte. Schließlich müsse auch noch die Raumfrage geklärt werden.

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