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Sonsbeck: Haus Farbwechsel ermöglicht Eltern und Kindern eine Auszeit

Sonsbeck : Haus Farbwechsel ermöglicht Eltern und Kindern eine Auszeit

Einfach mal abschalten, raus aus dem Alltag, Urlaub machen. Das gilt auch für Eltern von Kindern, die mit einer Behinderung leben. Doch viele scheuen den Aufwand, wissen zudem nicht, wohin mit dem Sprössling in dieser Zeit.

Die Antwort auf diese Frage bietet neuerdings die CWWN-Einrichtung „Farbwechsel“ an der Wohnanlage St. Bernardin.

Seit den Sommerferien gibt es hier zwölf Wohnplätze für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen, deren Eltern einfach einmal eine Auszeit brauchen oder in den Urlaub fahren wollen. Am Donnerstag ließ Leiterin Dominique Ronczka erstmals einen Blick hinter die Kulissen zu. Sie führt in einen großen Wohnbereich. Mehrere Kinder stehen an einer Küchenzeile und backen mit einer Betreuerin einen Kuchen. „Wir bieten eigentlich jeden Tag verschiedene Programme an, an denen die Gäste teilnehmen können. Aber alles kann, nichts muss. Schließlich machen die Kinder und Jugendlichen hier Urlaub, können ihren Tag also komplett individuell gestalten“, erklärt Ronczka.

Und darum geht es im Haus Farbwechsel: Einfach mal Urlaub machen. Das gilt auch für die Eltern, die ihre Kinder hier unterbringen. Dass es den Gästen gut geht, darum kümmert sich an 360 Tagen im Jahr ein insgesamt 18-köpfiges Team aus Heilerziehungspflegern, Krankenschwestern und Sozialpädagogen. Sogar tägliche Fahrten zur Schule werden von der Einrichtung übernommen.

Seit Januar wurde die ehemalige Scheune umgebaut, erhielt neue Anbauten. Nun gibt es für jeden Bewohner ein farblich unterschiedlich gestaltetes Einzelzimmer. Die Ausstattung ist mit der eines Hotels vergleichbar. Es gibt ein Bett, ein eigenes Bad, Sat-Anschluss und W-Lan. „Da bleiben keine Wünsche offen, einige bringen auch ihre Playstation mit.“ Bewohner zwischen sechs und 25 Jahren werden für einen Zeitraum von zwei bis 14 Tagen aufgenommen und betreut. Nur Intensivpflege- und dauerbeatmete Patienten können nicht versorgt werden.

40 Gäste waren seit der Eröffnung schon da. „Einige kommen jedes Wochenende, manche nur in den Ferien. Wir haben auch schon Anmeldungen bis 2020“, sagt Ronczka. Aber gerade außerhalb der Ferien seien immer Kapazitäten frei. „Wir freuen uns über jeden, dem wir hier eine schöne Auszeit vom Alltag bereiten dürfen.“