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Sonsbeck: Geldautomat gesprengt - Täter sollen in einem Pkw geflüchtet sein

Anwohner mussten das Gebäude vorübergehend verlassen : Täter sprengen Geldautomaten in Sonsbeck

Geldautomatensprenger haben in Sonsbeck zugeschlagen. Zeugen sahen, wie mindestens zwei Personen flüchteten. Das Gebäude wurde durch die Explosion so schwer beschädigt, dass es vorübergehend evakuiert werden musste.

Jetzt hat es auch Sonsbeck erwischt. Bisher noch unbekannte Täter haben am frühen Montagmorgen einen Geldautomaten der Sparkassen-Geschäftsstelle an der Hochstraße gesperengt. Wie die Polizei mitteilte, schlugen die Täter gegen 3.30 Uhr im Vorraum des Geldinstituts zu. Mehrere Anwohner hätten einen lauten Knall gehört und mindestens zwei Personen gesehen, die sich mit einem dunklen Auto in Fahrtrichtung Geldern vom Tatort entfernt hätten. Zunächst lagen keine Angaben vor, ob und wie viel Geld erbeutet wurde. Durch die Explosion sei das Gebäude so sehr beschädigt worden, dass es evakuiert werden musste, berichtete die Polizei weiter. Die Bewohner hätten das Haus vorsorglich verlassen müssen. Bei der Explosion seien aber keine Personen verletzt worden. Bis zum Mittag konnten die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Wie Jörg Zimmer, Sprecher der Sparkassse am Niederrhein, auf Nachfrage der Redaktion mitteilte, sei die Statik des Gebäudes geprüft geprüft worden und das Ordnungsamt der Gemeinde Sonsbeck habe keine Einwände dagegen gehabt, das Haus im Ortskern wieder freizugeben. 

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Es sei direkt eine Fahndung eingeleitet worden, bisher aber ohne Erfolg, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen dauerten an. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben könnten, werden gebeten, sich bei der Polizei in Xanten unter der Telefonnummer 02801 71420 zu melden.

Die Freiwillige Feuerwehr Sonsbeck unterstützte die Polizei bei den Aufräumarbeiten. Um 3.43 Uhr in der Nacht war die Einheit Sonsbeck mit dem Stichwort „Verdächtiger Rauch“ zur Hochstraße gerufen worden, nachdem Anwohner einen lauten Knall gehört und in der Bankfiliale Rauch festgestellt hatten. Die Einsatzkräft durchsuchten das Gebäude, stellten aber keine Hinweise auf einen Brand fest. Die vier über dem Erdgeschoss liegenden Wohnungen wurden vorsorglich geräumt. Nachdem die Feuerwehr am frühen Morgen zwischenzeitlich wieder eingerückt war, wurde sie um 6.46 Uhr erneut alarmiert, um der Polizei bei der Beseitigung von Trümmerteilen, die im und vor dem Gebäude lagen, zu helfen. Die Gebäudeteile wurden aus dem Foyer geräumt. Außerdem packte die Feuerwehr mit an, als es darum ging, die Straße und die Gehwege von Glassplittern zu befreien und einen Bauzaun vor dem beschädigten Gebäude aufzustellen. Die Zuständigkeit dafür lag in den Händen von Ordnungsamt und Bauhof der Gemeinde Sonsbeck. Um 9 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.

Am Montag war die Sparkasse an der Hochstraße Treffpunkt für viele Passanten und Schaulustige. Kopfschüttelnd schauten sich viele Sonsbecker ds Ausmaß der Zerstörung an. „Wahnsinn“, „mein Gott“ „unglaublich“ oder „was für ein Irrsinn“ – solche und andere Bemerkungen waren häufig zu hören.

Jörg Zimmer wies darauf hin, dass Sparkassen-Mitarbeiter sofort damit begonnen hätten, aufzuräumen. „Der Schaden im Foyer ist immens, in der Geschäftsstelle selbst aber zum Glück überschaubar“, fasste der Sprecher nach einer ersten Durchsicht des Hausarchitekten zusammen. Es werde Wochen, vielleicht sogar Monate dauern, bis das Foyer mit neuen Automaten wieder zur Verfügung stehe – auch weil man Lieferschwierigkeiten für technisches Equipment befürchte.

Die Geschäftsstelle der Sparkasse an der Hochstraße in Sonsbeck bleibt am Dienstag definitiv noch geschlossen. Am Mittwoch, spätestens am Donnerstag werde aber wieder geöffnet, sagte Sparkassensprecher Jörg Zimmer. Übergangsweise müsse dann der über den Parkplatz zu erreichende Hintereingang genutzt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unbekannte sprengen Geldautomaten in Sonsbeck

(wer/up)