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Sonsbeck feiert trotz Pandemie Gottesdienst: im Park unter der Gerebernus-Kapelle

Kirche in Sonsbeck : Gerebernus-Gottesdienst im Park unter der Kapelle

Wegen der Corona-Pandemie verlegte die Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena die Gerebernus-Messe in den Park und feierte unter freiem Himmel - mit Abstand und Gesang.

Traditionell wird Mitte Juli hinter der Gerebernus-Kapelle die stets von vielen besuchte Gerebernus-Messe gefeiert. Die besondere Atmosphäre unter den alten Linden ist immer ein Highlight für den Ort, ganz besonders für die Bewohner des Gerebernus-Hauses. Doch in diesem Corona-Jahr ist alles anders. Die Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena aber wollte sich nicht einfach damit abfinden, diese beliebte Abwechslung im Leben der Gemeinde und für die Menschen im Pflegeheim einfach ausfallen zu lassen.

So wurde in der Pfarrei überlegt, wie man trotz Virus-Gefahr, die im Pflegeheim sehr real gewesen ist, dem Heiligen Gerebernus zu Ehren diesen Tag begehen könnte. Es wurde ein nahe liegender Ort gefunden: der Park unterhalb der Kapelle. Viele Helfer aus dem Ortsausschuss trugen Bänke herbei, sorgten für Absperrungen, stellten Fahnen auf, errichteten und schmückten den Altar. Rund hundert Besucher hatten sich angemeldet, und der ein oder andere kam spontan noch hinzu. Mit besonderer Freude wurden einige Altenheimbewohner begrüßt, die trotz der immer noch geltenden Einschränkungen im Haus am Gottesdienst teilnehmen konnten.

Auch vom Balkon des Gerebernus-Hauses aus lauschten einige Bewohner aufmerksam dem Gebet und den Gesängen, die vom Park aus zu ihnen herauf schallten. Die Gemeinde erlebte einen feierlichen Gottesdienst mit Blick auf die Kapelle, flankiert von den Fahnenabordnungen der Schützen und Vereine, wie Teilnehmer beeindruckt berichten.

Pater Michael Janmieling griff in seiner Predigt die Wirren durch die Corona-Pandemie auf und erinnerte an „Gott, die Mitte, zu dem immer wieder alles hinführt“. Gott sei „angesagt, nicht abgesagt“, wie so vieles andere in dieser schwierigen Zeit. Und natürlich ging es auch um Gerebernus, dem „Glaubensberater“, der Dymphna, Patronin der psychisch Kranken, der Legende nach ein geistiger Begleiter und Freund war.

Die Gläubigen genossen die Freiluft-Messe ohne Mundschutz, mit Abstand und Gesang und stimmungsvollen Klängen von den Musikern Friedrichs (Klarinette) und Weise (E-Piano). Pfarrer Günter Hoebertz war berührt von so vielen Besuchern. Ein so starker Ausdruck des Glaubens war seit Ausbruch der Corona-Krise nur selten zu erleben. Mit dem neuen Gerebernus-Lied schloss der Gottesdienst.

Ein weiteres wichtiges Zeichen setzte die Gemeinde im Anschluss am Ehrenmal. Dort fand wie alle Jahre auch diesmal die Kranzniederlegung in Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege und der Bruderschaften statt.