Sonsbeck: Ein weiteres Mosaiksteinchen in der ambulanten Altenpflege

330 Quadratmeter für 16 Pflegebedürftige : Jetzt hat auch Sonsbeck eine Tagespflege

Hell, lichtdurchflutet, freundlich: Der Caritasverband Moers-Xanten hat An der Stau in Sonsbeck eine Tagespflege eröffnet. Pastor Günter Hoebertz und Pfarrer Frank Bublitz weihten die neuen Räume am Dienstagmorgen ein.

Die gute Nachricht vorweg: immer mehr Menschen werden alt. Die zweite gute Nachricht gleich hinterher: Auch in der kleinsten Gemeinde im Kreis Wesel gibt es von sofort an für ältere Menschen, die in der eigenen Wohnung oder bei Angehörigen leben und tagsüber Unterstützung und Versorgung brauchen, eine Anlaufstelle. St. Gertrud heißt die neue Tagespflege-Einrichtung im Zentrum der Gemeinde. Trägerin ist der Caritas-Verband Moers-Xanten.

Brunhilde Demmer, Vorstandsvorsitzende der Caritas, eröffnete am Dienstagmorgen die nagelneue Einrichtung An der Stau 3, in der Menschen von montags bis freitags betreut werden können. Menschen, die Hilfe brauchen. Oder alleine leben und der Einsamkeit für ein paar Stunden entfliehen möchten. Dazu hat der Caritas-Verband das komplette Erdgeschoss des neuen Hauses an der Stau gemietet.

330 Quadratmeter stehen für die Tagespflege zur Verfügung. Auf weiteren 70 Quadratmetern sind Pflegebüros eingerichtet. 16 Tagespflegeplätze bietet die Caritas an. Pflegedienstleiterin ist Doris Brückerhoff (49). Zum Team gehören drei weitere Pflegefachkräfte und eine Betreuungsassistentin. „Die Tagespflege ist ein wichtiger Baustein, sowohl für die Angehörigen als auch für die Menschen, die sie pflegen“, so Brunhilde Demmer. Einen Teil der Kosten übernehmen die Pflegekassen. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad.

An fünf Tagen in der Woche ist die Einrichtung von 8 bis 17 Uhr geöffnet. „Wir arbeiten mit einem Taxiunternehmen zusammen, das die Senioren zu uns bringt und nachmittags auch wieder nach Hause fährt“, so Doris Brückerhoff. Von 8 bis 10 Uhr wird ein Frühstück angeboten, von 10 bis 11 Uhr gibt es ein Bewegungsprogramm nach dem Lübecker Modell.

„Das haben Mitarbeiter des dortigen DRK-Krankenhauses entwickelt. Um bei alten Menschen den Gleichgewichtssinn und gleichzeitig die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten, wird das Bewegungsangebot in eine Geschichte verpackt“, erläutert Doris Brückerhoff das Konzept. Von 11 bis 12 Uhr werden die geistigen und körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten spielerisch trainiert.

Um 12 Uhr wird gemeinsam zu Mittag gegessen. Das kommt vom St.-Hedwig-Haus in Kamp-Lintfort. Zwischen 13 bis 14 Uhr ist Mittagsruhe. Wer will, kann es sich in einem der bequemen Liegesessel gemütlich machen. Wer sich nicht ausruhen möchte, kann sich mit Spielen beschäftigen. Nach dem Kaffeetrinken (14 bis 15 Uhr) bieten die Pflegefachkräfte an, Geschichten zu erzählen, zu singen, zu musizieren oder gemeinsam zu backen. Um 16.30 Uhr kommt das Taxi, das die Senioren nach Hause bringt. Jörg Giesen, im Rathaus unter anderem zuständig für die Pflegeberatung, ist froh, „dass auch wir in Sonsbeck jetzt so eine Einrichtung haben“.

Bislang wurden pflegebedürftige Menschen von ihren Angehörigen in die umliegenden Orte gefahren, beispielsweise zum Marienstift in Alpen oder zum St.-Elisabeth-Haus in Xanten. Als „große Bereicherung für Sonsbeck“ bezeichnete Bürgermeister Heiko Schmidt die neue Einrichtung. „Ich freue mich, dass sich die Caritas als solide und vertrauenswürdige Partnerin hier niedergelassen hat.“

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