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Sonsbeck: Bilder zwischen Wirklichkeit und Surrealität

Fotokünstler aus Sonsbeck stellt bei „Art Karlsruhe“ aus : Vom Licht, aus dem Träume sind

Der Sonsbecker Fotokünstler Frank Hohmann erschafft durch das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten surreale Welten. Jetzt stellt er sein Werk „Imagine“ bei der internationalen Kunstmesse „Art Karlsruhe“ aus. Ein Besuch im Atelier.

Seine Wurzeln liegen zwar im Ruhrgebiet, doch sein Privatleben hat er vor fünf Jahren nach Sonsbeck verlagert. Der Fotokünstler Frank Hohmann wohnt und lebt hier zusammen mit seiner Frau, der Künstlerin Iris Weissschuh, und schöpft hier kreative Kraft und Inspiration für seine Fotokunst – auch, wenn diese ihn immer wieder woanders hinzieht, wie jetzt etwa auf die internationale Kunstmesse für Klassische Moderne und Gegenwartskunst, die „Art Karlsruhe“.

Über die ihn seit dem Jahr 2011 betreuende, renommierte Galerie Klose in Essen-Rüttenscheid stellt er von Donnerstag bis Sonntag, 7. bis 10. Juli, auf der bedeutenden „Art Karlsruhe“ eine außergewöhnliche, großformatige Fotografie mit dem Titel „Imagine“ aus. Von Köln bis London, von Berlin bis nach Paris: Die Kunstmesse bietet renommierten Galerien und deren Künstlern aus Deutschland und dem europäischen Ausland seit Jahren eine besondere Plattform. In diesem Jahr werden 213 Galerien aus 13 Ländern daran teilnehmen.

Hohmann ist Jahrgang 1964 und in Duisburg geboren. Vor seinem Umzug an den Niederrhein hat er zuletzt in Meiderich gewohnt. Den überspringenden Funken, sich mit Fotografie zu beschäftigen, erlebte er mit neun Jahren. Maßgeblich daran beteiligt waren seine Mutter, die im Fotohandel arbeitete, und der Vater eines Onkels von ihm, der als Fotojournalist für eine große Ruhrgebietszeitung fotografierte. Es dauerte nicht lange und Hohmanns Liebe war (fast) ausschließlich den analogen Fotokameras aller Art zugetan. Eine ebensolche Begeisterung bei ihm erlebte man später bei der Digitalfotografie.

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Seit 2006 ist Hohmann als freischaffender Fotograf unterwegs, der Industrie, Architektur und Landschaften gleichermaßen sowohl analog als auch digital fotografiert. Vor allem im digitalen Bereich arbeite er mit der Inszenierung extremer Lichtverhältnisse, wie der Künstler auf seiner Homepage erklärt. Hohmann hat sich im Bereich der Nacht- und Available-Light-Fotografie spezialisiert. Das heißt, dass er für die Aufnahmen trotz ungünstiger Lichtverhältnisse, beispielsweise bei Dämmerung, Vollmond oder völliger Dunkelheit, ausschließlich die vorhandenen Lichtquellen nutzt, anstatt künstliche hinzuzunehmen.

Mit den technischen Möglichkeiten der digitalen Kamera erreiche er eine hohe Präzision der Abbildung, so Hohmann. Anschließend greife er jedoch mit dem Werkzeug computergestützter Bildbearbeitung in die Abbildung ein. Im Zusammenspiel von Licht, Schatten und Farbe entstehen so Bilder zwischen Wirklichkeit und Surrealität.

Für einige seiner Fotomotive hingegen erstellt Hohmann aufwendige Lichtinstallationen, um die gezeigten Orte zu verfremden und eine unikale Situation zu erschaffen. So wie eben auch jetzt bei seinem 1,16 Mal zwei Meter großen Bild für die „Art Karlsruhe“. Das Motiv seiner Fotografie entstammt der Ruine einer Abtei eines ehemaligen Klosters im belgischen Villars in der Nähe von Brabant.

2005 gründete Hohmann das Label „Aufnachtschicht“. Der Titel ist seiner fotografischen Arbeitszeit gewidmet, die vom Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang sowie bis zum erneuten Sonnenaufgang reicht. Zusammen mit der Bochumer Fotografin Daniela Szczepanski errichtete er im Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 die „Outdoor-Galerie Aufnachtschicht“ auf der Hafenpromenade des Duisburger Binnenhafens in Ruhrort, wo seitdem zehn jeweils zweijährig wechselnde Großfotos die historische Kaimauer zieren.

(reife)