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Sonsbeck: BFDler pflegt am Forsthaus Hasenacker 300 Jahre alte Kastanie

Esskastanie in Labbeck : Mit 300 Jahren gut in Schuss

Die Jugendbildungsstätte Forsthaus Hasenacker in Labbeck hat sich dem Erhalt einer uralten Esskastanie verschrieben. Bundesfreiwilligendienstler Benedikt Moser packte dafür tatkräftig an. Für September werden neue Freiwillige gesucht.

Sie ist eine Augenweide – und das mit geschätzt 300 Jahren. Die uralte Esskastanie, die sich auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte Forsthaus Hasenacker in Labbeck befindet, ist Blickfang und Lebensmittelpunkt vieler Tierarten zugleich. „Ein ortsansässiger Forst­experte sagte mir mal, in diesem Baum lebe der halbe Wald“, sagt Einrichtungsleiter Tim Jansen.

Kein Wunder also, dass die Kastanie den offiziellen Status eines geschützten Landschaftsbestandteiles genießt und dass Jansen sie gerne als Anschauungsobjekt bei seinen Umweltbildungsangeboten für Kinder nutzt. Doch wie so oft im Alter ist auch bei einem 300 Jahre alten Baum die richtige Pflege entscheidend. „Wir möchten dieses wichtige Biotop so lange wie möglich erhalten und haben daher einige Erhaltungs- und Standortverbesserungen durchgeführt“, so Jansen.

Auch der 24-jährige Benedikt Moser, der seinen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Jugendbildungsstätte macht, packte bei den Arbeiten kräftig mit an. „Unter dem Baum befand sich eine rund 30 Quadratmeter große gepflasterte Fläche, die wir entfernen wollten, damit die Wurzeln wieder mehr Luft bekommen“, erklärt Jansen.

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Für den BFDler hieß das, jede Menge Pflastersteine aufbrechen und schleppen. Dennoch hatte der großgewachsene, junge Mann Spaß an der Arbeit. „Ich finde es toll, draußen zu arbeiten, und möchte bei Menschen ein Bewusstsein für die Natur und Tierwelt wecken“, erzählt Moser.

Nicht zuletzt deshalb entschied sich der Xantener, der Biologie studiert hat, für das BFD-Jahr in der Jugendbildungsstätte. Allerdings werde er, so Moser, wohl der einzige BFDler im Forsthaus Hasenacker sein, der keine Bildungsseminare mit Kindern und Jugendlichen durchführen konnte. Seit seinem Start in der Einrichtung, die Kindern und Jugendlichen ein breites Programm zur Schulung der Sozialkompetenz sowie zu Geschichts- und Umweltthemen anbietet, machte die Corona-Pandemie Klassenfahrten und Jugendfreizeiten unmöglich. Jansen rechnet erst im Herbst mit einer Rückkehr in den Normalbetrieb. Dann aber wird BFDler Moser nicht mehr da sein, sondern eine Ausbildung zum Tierpfleger machen.

Um so mehr freut es den 24-Jährigen, mit den Erhaltungsmaßnahmen an der alten Kastanie einen Beitrag zur künftigen Umweltbildung der Kinder geleistet zu haben. „Mit Hilfe des Baums wird den Kindern beispielsweise vermittelt, welche Brutvögel, Fledermäuse oder Käfer im Wald leben, und in Hinblick auf das Alter ein gewisser Respekt für die Natur erzeugt“, so Jansen.

Um die uralte Kastanie vor einem Auseinanderbrechen zu bewahren, wurde die Krone in Zusammenarbeit mit der Firma Klettermaxe aus Sonsbeck zudem mit speziellen Seilen gesichert. Die Fachleute dünnten das Astwerk auch etwas aus, um dem Baum mehr Licht zu verschaffen. Die Arbeiten wurden durch das Land NRW bezuschusst. Im Herbst sollen noch einige benachbarte Sträucher zurückgeschnitten werden, um die Lichtverhältnisse zu verbessern. Außerdem sollen auf der ehemaligen Pflasterfläche noch Brombeeren gepflanzt werden, um den Tieren einen geschützten Übergang vom Wald zur Kastanie zu gewähren.

Moser wird diese Arbeiten nicht mehr begleiten können. Vielleicht aber neue Freiwillige. Denn das Forsthaus Hasenacker hat ab September wieder zwei BFD-Stellen zu vergeben. Infos und Kontakt unter:

info@jubi-hasenacker.de