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Sonsbeck: Arbeitsgruppe soll Verkehrskonzept für Hochstraße erarbeiten

Verkehrskonzept in Sonsbeck : Hochstraße soll eigene Arbeitsgruppe bekommen

Ein interfraktionelles Gremium soll sich mit Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung auf der Hochstraße in Sonsbeck befassen. Die Verwaltung denkt zudem über weitere Gutachten nach.

Auch nach Präsentation eines 65-seitigen Verkehrsgutachtens scheint eine eindeutige Lösung für das Verkehrsproblem auf der Hochstraße in Sonsbeck noch nicht gefunden. Dieser Ansicht sind zumindest Verwaltung und CDU. So wurde der SPD-Antrag, mit Straßen NRW über eine Ausweitung der Tempo-30-Strecke zu sprechen, im Verkehrs- sowie im Hauptausschuss mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen soll sich nun eine Arbeitsgruppe mit Möglichkeiten der Verkehrsentlastung auf der mitten durch den Ort führenden Landstraße befassen. Im Raum steht zudem, noch weitere Gutachten zu beauftragen.

Ganz neu ist dieses interfraktionelle Gremium nicht. Schon 2018 wurde es als Arbeitsgruppe „Ortsumgehung“ gegründet. Damals war eine Umgehungsstraße um Sonsbeck noch die favorisierte Maßnahme, um den Verkehr aus der Gemeinde zu verbannen. Das Planungsbüro Rödel & Pachan sollte mit einem Verkehrsgutachten diesen und andere Lösungsvorschläge unter die Lupe nehmen. Kostenpflichtiger Inhalt Ende vergangenen Jahres wurde das Gutachten vorgestellt. Mit dem für viele Sonsbecker überraschenden Ergebnis, dass eine Nord-West-Umgehung nicht zielführend sei, eine Ost-Umfahrung dagegen schwierig umsetzbar. Als schneller zu realisierende Maßnahme wurde die Verlängerung der Tempo-30-Beschränkung in südliche Richtung der Hochstraße genannt.

Das Ergebnis des Gutachtens griffen die Sozialdemokraten auf und forderten in ihrem Antrag, zeitnah Gespräche mit Straßen NRW als Eigentümerin zu führen, um die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Hochstraße auszuweiten. Die Hochstraße sei seit Jahren ein Problemthema. Man wolle nicht noch mehr Zeit verlieren, hieß es zur Begründung.

Nach Auffassung von Bürgermeister Heiko Schmidt und der Christdemokraten ist die Informationslage jedoch noch zu dünn, um eine konkrete Maßnahme zu beschließen. „Wir lehnen eine Tempo-30-Verlängerung nicht ab. Doch das Thema ist so komplex, da verbieten sich Schnellschüsse“, argumentierte Utz Schmidt (CDU). Der pensionierte Polizeidirektor erklärte, dass bei Landstraßen, die durch einen Ort führen, verkehrsrechtlich oft eine Maßnahme eine andere ausschließe. Als Beispiel nannte er die Errichtung einer Querungshilfe, die auf Tempo-30-Strecken als entbehrlich gelte. Auf der Hochstraße gibt es beides. „Dafür war viel Überredungskunst nötig“, so Utz Schmidt.

Als umso wichtiger erachtet es die CDU, nun mit einer fundierten Faktenlage und guten Argumenten an Straßen NRW heranzutreten. Zudem müssten die Auswirkungen einer Maßnahme auf die anderen Bereiche in Sonsbeck hin untersucht werden. „Wenn uns das Gutachten eines gelehrt hat, dann dass sich Verkehrsströme anders entwickeln können als vermutet“, ergänzte der Bürgermeister. Er hält auch weitere Untersuchungen für sinnvoll, die etwa die Anzahl der Straßenquerungen auf Höhe der alten Post erfassen sollen.

Mehrheitlich beschlossen wurde der Vorschlag der Verwaltung, die interfraktionelle Arbeitsgruppe zu reaktivieren. Sie soll den Inhalt des Verkehrsgutachtens weiter auswerten und auf dieser Grundlage ein ganzheitliches Verkehrskonzept für Sonsbeck erstellen. In der Ratssitzung am Dienstag, 9. März, sollen die Mitglieder benannt werden.