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Sonsbeck: Anwohner malen Tempo-30-Schilder auf Straße

Fall in Sonsbeck : Gemeinde zeigt Straßenmaler an

Unbekannte malen Tempo 30 auf den Asphalt der Straße In der Huf in Sonsbeck. Die Gemeinde findet das gar nicht lustig. Sie erstattet Anzeige. Anwohner klagen darüber, dass in ihrer Straße viel zu schnell gefahren wird.

Eines Morgens waren sie plötzlich auf der Straße. Akkurat und sauber, für jeden Autofahrer gut sichtbar. Aber eben nicht genehmigt. Unbekannte hatten vor wenigen Tagen offenbar eigenmächtig mit weißer Farbe an mehreren Stellen die Ziffer 30 auf den Asphalt der Straße In der Huf gepinselt, an der Einmündung Burgstraße zudem eine gestrichelte Sichtlinie gemalt.

Und darüber war die Gemeinde Sonsbeck alles andere als erfreut. „Wir haben am 12. Oktober daher eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung bei der Polizei erstattet“, berichtet Ludger van Bebber von der Gemeindeverwaltung. Zudem wolle man prüfen lassen, ob es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr handelt. „Wir hoffen, dass die Polizei den Verursacher findet. Denn zumindest die Reinigungskosten wollen wir zivilrechtlich geltend machen“, sagt van Bebber.

 Inzwischen wurde die Gemeinde tätig, hat die Straßenmalerei wieder entfernt und Anzeige erstattet.
Inzwischen wurde die Gemeinde tätig, hat die Straßenmalerei wieder entfernt und Anzeige erstattet. Foto: Markus Plüm

Entstanden sind diese Kosten der Gemeinde jedenfalls bereits, denn am Mittwoch waren die Pinseleien schon wieder verschwunden. Leicht angeraute Stellen lassen nur noch erahnen, dass hier zuvor selbstgemalte Verkehrszeichen auf dem Straßenbelag prangten. Mehrere Anwohner allerdings bedauern, dass die eigenmächtige Malaktion bei der Gemeinde nicht auf Gegenliebe gestoßen ist. „Hier fahren grundsätzlich alle zu schnell, obwohl hier Tempo 30 ist“, sagt eine Anwohnerin, die lieber anonym bleiben möchte.

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Womit auch schon der Grund der Aktion geklärt sein dürfte. Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt die Kreispolizei Wesel, dass hin und wieder Beschwerden beim für Sonsbeck zuständigen Bezirksdienstbeamten eingingen, dass in der Straße In der Huf zu schnell gefahren würde. Allerdings hätte man dort bislang keine massive Anzahl an Übertretungen registriert. „Ist ja auch klar, man ruft ja nicht jedes Mal bei der Polizei an, wenn hier einer wieder durchrast“, sagt die Anwohnerin. Wie auf Kommando rauscht in diesem Moment eine junge Frau mit einem schweren Geländewagen durch die 30er-Zone, ignoriert auch die Rechts-vor-Links-Regelung an der Einmündung zur Burgstraße. „Viele umfahren hier die Ampelkreuzung von Balberger Straße und Hochstraße. Sie brettern hier durch und meinen, so Zeit sparen zu können.“

Ein weiterer Anlieger, der seinen Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen möchte, vermutet, dass viele derjenigen, die den Weg durch das Wohngebiet wählen, auch gar nicht wüssten, dass es sich um eine Tempo-30-Zone handelt. „Vielleicht sind die Schilder an beiden Enden der Straße nicht gut zu erkennen. Oder viele ignorieren sie einfach.“ Auch er habe es daher durchaus gut gefunden, dass jemand zum Pinsel gegriffen habe. Wer es war, wisse er aber nicht.

Der Kreispolizei liegen derweil noch keine Erkenntnisse zum Verursacher der Straßenmalerei vor. Man werde aber der Sache nachgehen. Zu klären sei zudem die Frage, ob die Aktion auch einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr darstelle.