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Sonsbeck: Am Kirchenaltar zum Fifa-Turnier-Meister

Ferienspaß in Sonsbeck : Am Kirchenaltar zum Fifa-Turnier-Meister

Die neue Leiterin des Sonsbecker Hot-Jugendzentrums, Lena Tenelsen, hat am „Langen Abend“ ein Fifa-Fußballturnier mitten in der evangelischen Kirche angeboten. Das kam bei den jungen Leuten gut an.

Geschäftiges Treiben herrscht rund um die Sonsbecker Kirche. 14 Kinder und Jugendliche tragen Tische mit Getränken und Riegeln aller Art, Pinseln und Farben sowie ein Bügeleisen und Bügelbilder raus. Aus dem Gotteshaus drängen nicht nur fröhliche Stimmen, sondern auch fetzige Rockmusik.

Was sich hier abspielt, ist beispielhaft dafür, was die Evangelische Kirchengemeinde in Sonsbeck auszeichnet: Sie nimmt die Jugendarbeit sehr ernst. Die neue Leiterin des Hot-Jugendzentrums, Lena Tenelsen, hat aber auch ein Händchen dafür, die Jugendlichen zu begeistern. Ihr Erfolgsrezept: Die jungen Sonsbecker um sich sammeln, ihnen aber möglichst freie Hand bei den Freizeitaktionen lassen.

Und das ist auch beim „Langen Abend“ so. Auf dem Plan steht ein Fifa-Fußballturnier – mitten in der Kirche. Zugegeben: Ein wenig befremdlich mutet es schon an, dass der Altar zur Seite geschoben, ein großes Fußballfeld auf die hintere Wand der Kirche projiziert und im Mittelgang ein Stehtisch mit Beamer, Laptop und Verstärker gestellt sind. Doch die sichtliche Vorfreude der acht Jungen, die sich in den Kirchenbänken und im Orgelraum verteilen, ist über jeden Zweifel erhaben. Ungeduldig, mit den Spiel-Controllern in der Hand warten sie auf den Turnierstart.

Im ersten Match spielen Lucas Schusmel und Alex Voß mit den Kadern von Bayern München und BVB gegeneinander. Der 7:0-Sieg der Bayern lässt Lucas, in seinem Bayern-Trikot unschwer als Fan zu erkennen, lauthals jubeln. Alex nimmt seine Niederlage mit Fassung hin: „Ich bin eh kein BVB-Fan“, sagt er keck. Das nächste Match verläuft nicht so eindeutig: Es heißt Jakob Duckheim gegen Robert Schusmel – oder Schalke 04 gegen die Gladbacher Borussen. Die Jungs schenken sich nichts, dribbeln, kontern, malträtieren die Controller. Einen Sieg kann dennoch keiner von ihnen erringen. Das Spiel geht 2:2 aus. Für die ehrgeizigen Kontrahenten schlimmer als die Niederlage.

Entspannter geht es draußen im Garten zu. Die Jugendlichen können sich am PC Motive aussuchen, sie auf Transferpapier ausdrucken und auf ihre T-Shirts bügeln. „Ich habe mich für Inuyasha als Aufdruck entschieden“, sagt die elfjährige Lidwana Stephan, diese sei ihre Lieblings-Filmfigur. Tom Waldermann wählt ein gewitztes Motiv: ein Mann, der sein Fahrrad auf dem Auto transportiert und sagt: „Ich fahre mit dem Fahrrad durch die ganze Welt.“