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Sonsbeck: Am Dürsberg soll ein Naturerlebnispfad entstehen

Natur-Erlebnisort Sonsbeck : Mit Soni und Becki den Wald erleben

Die Maskottchen in Gestalt zweier Turmfalken sollen Besucher durch den geplanten Klimapfad am Sonsbecker Aussichtsturm führen. An sieben Stationen gibt’s Fragen, die zu Erkundungen anregen. Waldpädagogin Katarina Lohmann erklärt das Konzept.

Wenn der Sonsbecker Aussichtsturm erst einmal freigegeben ist, wird er den Besuchern atemberaubende Ausblicke bieten. Doch nicht nur um Weitsicht geht es künftig am Dürsberg. Ein Walderlebnispfad im angrenzenden Hain soll auch tiefe Einblicke ermöglichen. Einblicke in die heimische Flora und Fauna, in die Folgen des Klimawandels – aber ebenso in die geologischen Besonderheiten der Sonsbecker Schweiz. Das Konzept dazu hat Katarina Lohmann entwickelt. Sie ist zertifizierte Waldpädagogin und Försterin des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Zusammen mit Bürgermeister Heiko Schmidt und Bauamtsleiter Georg Schnitzler erklärte sie die einzelnen Stationen auf dem rund zwei Hektar großen Areal.

Am Aussichtsturm warten Soni und Becki auf Besucher. Die Maskottchen in Gestalt zweier Turmfalken an einer Info-Tafel sollen die kleinen und großen Naturkundler über den Lehrpfad leiten. „Der Turmfalke ist die am Niederrhein am häufigsten vorkommende Falkenart“, erklärt Lohmann. „Die Greifvögel lieben die abwechslungsreiche Region, um Mäuse zu jagen. Sie nisten in Felsspalten, verlassenen Krähennestern, aber auch gerne in Türmen.“ Neben einigen Informationen zu den Tieren gibt es gleich schon die erste Frage: „Könnt Ihr männliche und weibliche Turmfalken unterscheiden?“

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Nach diesem Prinzip sind auch die weiteren Stationen geplant: Den einleitenden Informationen schließen sich stets einige Fragen an. Für die Antworten müssen sich die Besucher im Wald gut umgucken, Gegenstände vergleichen oder die Umgebung auf sich wirken lassen. „Wir wollen bewusst nicht mit dem Handy und QR-Codes arbeiten“, sagt Bürgermeister Heiko Schmidt. „Es soll um das Erleben gehen, darum, alle Sinne anzusprechen und sich die Antworten zu erarbeiten.“

Deutlich wird das etwa an den beiden Stationen „Freilandklima“ und „Klimaanlage Wald“: Die Besucher sollen einmal auf offenem Feld und dann im Schutz der Bäume für jeweils drei Minuten das Klima „erspüren“. Eine kleine Sanduhr an den Tafeln hilft dabei. Wie stark ist der Wind? Wirbelt Material durch die Luft? Welche Düfte gibt es? Und: Wie fühlt sich die Sonneneinstrahlung an? Das sind nur einige Fragen, die die Kinder dann dank ihrer Wahrnehmungen beantworten können. „Es ist erstaunlich, wie verschieden das Klima auf dem Feld und im Wald ist“, sagt Heiko Schmidt nach einem Selbstversuch. „Schon allein bei der Temperatur gibt es gefühlt mehrere Grad Unterschied – man muss nur mal bewusst darauf achten.“

Infos und kleine Aufgaben zu Bäumen als Kohlendioxidspeicher, zu Waldformen sowie zu Nahrungsketten im Wald soll es ebenso geben wie einen Wildtierpfad für die kleinsten Naturforscher. Dort werden verschiedene Tierfiguren – vom Reh über den Baummarder bis zum Buntspecht – im Dickicht platziert. „Bei der Suche nach ihnen lernen die Kinder gleich etwas über deren Lebensräume“, sagt Lohmann. 

Nicht zu kurz kommen sollen auch die geologischen Besonderheiten des Dürsbergs, der im Zuge der Eiszeit entstanden ist. Die verschiedenen Steine vom Achat bis zum Quarz, die mit Gletschern transportiert worden sind, sollen in einem Findlingsring bestaunt werden können. Kinder dürfen sich aus der Kiesfläche sogar Steine herausnehmen, um sie mit den Darstellungen auf der Info-Tafel oder den „großen Geschwistern“ am Findlingsweg zu vergleichen. Die Verbindung zum Klimapfad wird geschickt mit der Frage verknüpft, welche Bäume sich auf dem von den Gletschern zurückgelassenen Geröllhügel denn als erstes angesiedelt hatten.

Birke, Eiche und Esskastanie dienen zudem als Basis des geplanten Naturspielplatzes. Statt quietschbunter Spielgeräte sollen Kinder auf Baumstämmen und Böschungen toben können. „Das Prinzip ,zurück zu den Wurzeln’ kann wörtlich genommen werden“, sagt Bauamtsleiter Schnitzler. „Der ganze Walderlebnis­pfad soll bewusst naturnah gehalten werden.“ Die Wege werden nur gemulcht, die Info-Tafeln sind aus Holz, nicht mit Farbe beschriftet, sondern die Schrift ist hineingeschnitzt und gebrannt. „Wir wollen mit der Natur arbeiten und nicht dagegen“, verdeutlicht Schnitzler. Einziger Wehrmutstropfen: Der Weg ist dadurch nicht barrierefrei. „Sonst hätten wir zu stark eingreifen müssen“, erklärt Bürgermeister Heiko Schmidt.